Verfasst: Mi Jan 19, 2005 13:33
Liebe Vera, ich widerspreche Dir nur ungern, aber Gibson gilt "offiziell" als Begründer dieses Subgenres:Daniel hat geschrieben:Definitiv. John Shirley. Und Gibson ist ein guter Schüler gewesen.Vera hat geschrieben:Ich denke, Gibson ist auch nicht der Erfinder des Genres, sondern Shirley.
Shirley gilt zunächst noch als post-modern (was CP auch ist, aber sowohl die Terminologie, die Stilmittel und sehr oft auch die Literaturgattung sind im CP in veränderter Form zu beobachten) - da er eher ein echter Romanschreiber denn ein Novellist oder Kurzgeschichten-Schreiber ist.Wikipedia.de hat geschrieben:Cyberpunk ist eine dystopische Richtung der Science Fiction-Literatur, welche in den 1980er Jahren entstand. Der Begriff wurde von Gardener Dozois geprägt, um die Werke von William Gibson (speziell Neuromancer) zu beschreiben. Zuerst aufgetaucht ist der Begriff in einer gleichnamigen Kurzgeschichte von Bruce Bethke aus dem Jahr 1980.
"Neuromancer" ist IMHO auch eher durch seine cineastische Erzählweise und die Verwendung von Stilmitteln der Kurzgeschichte interessant (und innovativ). Aber das sind Feinheiten, die mir vor 10 - 12 Jahren als Konsumenten nicht aufgefallen sind bzw. völlig egal.
Gibsons eigentliche Stärke ist auch die Kurzgeschichte (Johnny Mnemonic - um Klassen besser als der Film, Roter Stern - Winterorbit, Luftkampf usw.).
Gibson hat nach "All tomorrows parties" das Genre weitgehend hinter sich gelassen und schrieb mit "Pattern Recognition" einen beeindruckenden Gegenwartsroman, der wiederum mehr durch die Erzählung lebt, denn durch den Plot - in keinem der Bücher des letzten Jahres habe ich mich mehr "zu Hause" gefühlt, als in diesem - vielleicht weil er die Welt in den Bildern und deren Zusammenhängen beschreibt, die meinen Alltag durchdringen... sehr spooky.
Grüße
H.
(der Shirley, Gibson und Sterling und noch weitere sehr gern mag)