Forenrollenspiel: Land in Sicht!
- The Dodger
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Einen Moment lang steht Gareth zögernd vor der Tür zur Passagierkabine. Hektisch lässt er seinen Blick einige Male über das Deck schweifen, doch er kann weder Thomas noch Kapitän Clifford entdecken. Kopfschüttelnd beobachtet er die Bemühungen der Seeleute, das Wasser aus dem Schiff zu schaufeln, was einer Sysiphus-Arbeit gleichzukommen scheint, da mehr Wasser nachströmt, als die Männer es mit ihren Eimern wieder zurück ins Meer werfen können. Gareth ballt seine zerschlissenen Hände und spreizt sie wieder. Sie brannten höllisch. Nachdem er einen letzten Blick auf die provisorischen Verbände geworfen hat, mit denen er seine Hände eilig umwickelt hat, schnappt er sich mit einem Fluchen einen Eimer und eilt den Matrosen zu Hilfe. Er glaubt zwar nicht sonderlich daran, dass seine Hilfe etwas bewegen würde, doch ein Mann mehr war besser als nichts, auch wenn sie immer noch hoffnungslos zu wenig waren. Immerhin gibt ihm die Arbeit das Gefühl, etwas zu tun, anstatt verzweifelt herumzustehen und dem sicheren Untergang ins Auge zu sehen. Außerdem lenkt es ihn ein wenig von der quälenden Frage ab, was eigentlich passiert war. Dennoch, die Frage lässt ihn nicht los, und auf Dauer ist die stupide Schöpfarbeit, die lediglich vom Fluchen der Seeleute und gelegentlichen Kommandos Sid Barnetts unterbrochen wird, nicht Ablenkung genug.
“Was haben wir da eigentlich gerammt?“ schreit er dem nächsten Matrosen durch den tosenden Wind entgegen. Keine Reaktion. ‚Wahrscheinlich hat er mich nicht verstanden’ denkt sich Gareth.
“Was zur Hölle ist da passiert?“ brüllt der dem Seemann entgegen. Dieser sieht Gareth an, verzieht das Gesicht, spuckt einmal auf den Boden und macht sich wieder an die Arbeit. ‚Weiß er es nicht oder will er es mir nicht sagen?’ Einen kurzen Augenblick lang steht Gareth verdutzt da, dann macht er sich auch wieder daran, Wasser zu schöpfen. Jeder Schwall Salzwasser, der über seine Hände rinnt, sticht ihn wie tausend Nadeln, und er muss sich beherrschen, nicht jedes Mal aufzuschreien. Er würde wohl Clifford fragen müssen, wenn er in Erfahrung bringen will, womit das Schiff kollidiert hat. Doch wo ist der Kapitän, während seine Mannschaft das Schiff vor dem Sinken zu bewahren versucht? Und wo ist Thomas? Um das herauszufinden, müsste er mit dem Schöpfen aufhören. Noch während er darüber nachdenkt, gellt ein Schrei über Deck. Reflexartig dreht sich Gareth um und macht schnell dessen Quelle aus. Einer der jungen Seeleute ist bei dem Versuch, eine Kanone davor zu bewahren, ins Meer zu fallen, ausgerutscht und dabei so unglücklich auf sein Bein gefallen, dass dieses gebrochen ist. Jedenfalls deutet dies der Winkel an, in dem der untere Teil des Beines absteht. Sofort lässt Gareth seinen Eimer stehen und eilt zu dem jungen Mann. Aus der Nähe sieht der Bruch noch übler aus als aus der Distanz.
“Hey du!“ brüllt er einem Matrosen entgegen, “bring ihn schnell in eine Kabine!“ Der Matrose sieht ich einen Moment kritisch an, hilft dann aber dem Verletzten auf und geleitet ihn stützend in die nächste Kabine. Da fällt Gareth auf, dass er sein Köfferchen bei Wickham hat stehen lassen und eilt zurück zur Passagierkabine, um es zu holen…
“Was haben wir da eigentlich gerammt?“ schreit er dem nächsten Matrosen durch den tosenden Wind entgegen. Keine Reaktion. ‚Wahrscheinlich hat er mich nicht verstanden’ denkt sich Gareth.
“Was zur Hölle ist da passiert?“ brüllt der dem Seemann entgegen. Dieser sieht Gareth an, verzieht das Gesicht, spuckt einmal auf den Boden und macht sich wieder an die Arbeit. ‚Weiß er es nicht oder will er es mir nicht sagen?’ Einen kurzen Augenblick lang steht Gareth verdutzt da, dann macht er sich auch wieder daran, Wasser zu schöpfen. Jeder Schwall Salzwasser, der über seine Hände rinnt, sticht ihn wie tausend Nadeln, und er muss sich beherrschen, nicht jedes Mal aufzuschreien. Er würde wohl Clifford fragen müssen, wenn er in Erfahrung bringen will, womit das Schiff kollidiert hat. Doch wo ist der Kapitän, während seine Mannschaft das Schiff vor dem Sinken zu bewahren versucht? Und wo ist Thomas? Um das herauszufinden, müsste er mit dem Schöpfen aufhören. Noch während er darüber nachdenkt, gellt ein Schrei über Deck. Reflexartig dreht sich Gareth um und macht schnell dessen Quelle aus. Einer der jungen Seeleute ist bei dem Versuch, eine Kanone davor zu bewahren, ins Meer zu fallen, ausgerutscht und dabei so unglücklich auf sein Bein gefallen, dass dieses gebrochen ist. Jedenfalls deutet dies der Winkel an, in dem der untere Teil des Beines absteht. Sofort lässt Gareth seinen Eimer stehen und eilt zu dem jungen Mann. Aus der Nähe sieht der Bruch noch übler aus als aus der Distanz.
“Hey du!“ brüllt er einem Matrosen entgegen, “bring ihn schnell in eine Kabine!“ Der Matrose sieht ich einen Moment kritisch an, hilft dann aber dem Verletzten auf und geleitet ihn stützend in die nächste Kabine. Da fällt Gareth auf, dass er sein Köfferchen bei Wickham hat stehen lassen und eilt zurück zur Passagierkabine, um es zu holen…
- Vera
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Gareths Blick schweift durch die Passaierkabine zu den beiden Frauen. Rose schluchzt leise und Schwester Ilsegart spricht ruhig auf sie ein:
"Das jüngste Gericht, mein Kind, das ist wohl das jüngste Gericht. Gott unser Vater ist gekommen uns für unsere Sünden zu richten. So Beichte nun und erleichtere Dein Herz bevor Du vor sein Angesicht treten wirst. Ich für meinen Teil werde diese Kabine nun verlassen und das tun was ich für richtig halte. Bleibe hier mein Kind und bete um unser aller Eintritt in das Paradies. Vielleicht aber, sind wir bereits im Fegefeuer."
Mit diesen Worten befreit sich Schwester Ilsegart von dem umklammernden Griff Rose's, geht durch den Raum ohne Gareth einen Blick zu schenken, öffnet die Tür zum Deck und tritt hinaus in den Sturm.
"Das jüngste Gericht, mein Kind, das ist wohl das jüngste Gericht. Gott unser Vater ist gekommen uns für unsere Sünden zu richten. So Beichte nun und erleichtere Dein Herz bevor Du vor sein Angesicht treten wirst. Ich für meinen Teil werde diese Kabine nun verlassen und das tun was ich für richtig halte. Bleibe hier mein Kind und bete um unser aller Eintritt in das Paradies. Vielleicht aber, sind wir bereits im Fegefeuer."
Mit diesen Worten befreit sich Schwester Ilsegart von dem umklammernden Griff Rose's, geht durch den Raum ohne Gareth einen Blick zu schenken, öffnet die Tür zum Deck und tritt hinaus in den Sturm.
- DonJohnny
- Magus
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Und plötzlich war er wach. Er lag einsam in seiner engen, dunklen Kabiene und hatte die Augen weit aufgerissen. Was war nur passiert? Er muss wohl irgendwann kurz nach dem Ablegen einen Schwächeanfall gehabt haben. Die Schmerzen in seiner Brust jedoch zeugen von schlimmeren.
Fahl leuchtet ein kleiner Rest Kerze in einer Ecke des Raumes. In dem spärlichen Licht lässt sich gerade noch ein Tisch, ein Stuhl und die hölzernen Wände erspähen. Auf dem Tisch stehen einige gläsernen Flaschen die mit unaussprechlichen Worten beschriftet sind, warscheinlich medizin die ihm der Bordartzt eingeflößt hatte. in seinem Mund lag immernoch ein bitterer Nachgeschmack. Gedämpft dringt von außen die Rufe vieler Leute. Nach dem der erste versuch die Tür zu erreichen auf dem Boden scheitert gelingt der zweite anlauf ohne weitere Schwierigkeiten. Von seiner Tür aus geht es durch einen schmalen gang direkt auf das offene Deck zu. Einige Leute kommen ihm dabei entegen. Manche beachten ihn gar nicht, manche scheinen sich darüber zu freuen das es ihm nun endlich besser geht. Manche beisen die Zähne zusammen und ihr Mut scheint förmlich von ihnen auszugegehen, manchen ist nur die nackte Verzweiflung ins Gesicht geschreiben. Er stößt die Türe auf, tut ein paar Schritte ins freie. Der Wind und der Regen peitscht ihm ins Gesicht. Doch die kühle und die nässe tuhen ihm gut, geben ihm die Kraft noch ein Stück weiterzulaufen. Endlich, die Reling. Noch ein paar Meter weiter und er wäre wieder zusammengesackt. Er schaut in die dunkle Nacht und starrt hinab in die Tiefe...
Fahl leuchtet ein kleiner Rest Kerze in einer Ecke des Raumes. In dem spärlichen Licht lässt sich gerade noch ein Tisch, ein Stuhl und die hölzernen Wände erspähen. Auf dem Tisch stehen einige gläsernen Flaschen die mit unaussprechlichen Worten beschriftet sind, warscheinlich medizin die ihm der Bordartzt eingeflößt hatte. in seinem Mund lag immernoch ein bitterer Nachgeschmack. Gedämpft dringt von außen die Rufe vieler Leute. Nach dem der erste versuch die Tür zu erreichen auf dem Boden scheitert gelingt der zweite anlauf ohne weitere Schwierigkeiten. Von seiner Tür aus geht es durch einen schmalen gang direkt auf das offene Deck zu. Einige Leute kommen ihm dabei entegen. Manche beachten ihn gar nicht, manche scheinen sich darüber zu freuen das es ihm nun endlich besser geht. Manche beisen die Zähne zusammen und ihr Mut scheint förmlich von ihnen auszugegehen, manchen ist nur die nackte Verzweiflung ins Gesicht geschreiben. Er stößt die Türe auf, tut ein paar Schritte ins freie. Der Wind und der Regen peitscht ihm ins Gesicht. Doch die kühle und die nässe tuhen ihm gut, geben ihm die Kraft noch ein Stück weiterzulaufen. Endlich, die Reling. Noch ein paar Meter weiter und er wäre wieder zusammengesackt. Er schaut in die dunkle Nacht und starrt hinab in die Tiefe...
- Daniel
- Illuminatus regens
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Die Wellen lassen das Meer wild aufschäumen. Weiß mischt sich mit dem unergründlichen Schwarz der Tiefe.
Und schwarze Schleier huschen über die Augen des wohl immer noch benommenen Matrosen. Da sind Schatten im Meer, wie von zerfetzen Kutten, sie reihen sich in einem wahnsinnigen Tanz in einer Kette ein, stoßen mal in Richtung des Schiffs, mal von ihm weg.
Und als der Matrose sich die Augen vor Entsetzen reibt ist von dem kurzen Spuk nichts mehr da.
Auch der Kapitän packt sein Fernrohr kopfschüttelnd wieder ein und gibt die letzen Anweisungen zur Reperatur und Schadensbeseitigung.
"Thomas, bestellen sie doch bitte Master Wickham und den anderen Passagieren, daß ich sie morgen zum Dinner in meine Kajüte einlade. Vielleicht sind ein paar Dinge zu klären..." spricht Clifford und geht zurück zur Kapitänskajüte. Thomas war so, als hätte er aus der Kabine des Kapitäns ein Schluchzen wie von einer Kinderstimme gehört, aber das war sicher die Anstrengung der Nacht, die Thomas' Sinne trübte.
Und schwarze Schleier huschen über die Augen des wohl immer noch benommenen Matrosen. Da sind Schatten im Meer, wie von zerfetzen Kutten, sie reihen sich in einem wahnsinnigen Tanz in einer Kette ein, stoßen mal in Richtung des Schiffs, mal von ihm weg.
Und als der Matrose sich die Augen vor Entsetzen reibt ist von dem kurzen Spuk nichts mehr da.
Auch der Kapitän packt sein Fernrohr kopfschüttelnd wieder ein und gibt die letzen Anweisungen zur Reperatur und Schadensbeseitigung.
"Thomas, bestellen sie doch bitte Master Wickham und den anderen Passagieren, daß ich sie morgen zum Dinner in meine Kajüte einlade. Vielleicht sind ein paar Dinge zu klären..." spricht Clifford und geht zurück zur Kapitänskajüte. Thomas war so, als hätte er aus der Kabine des Kapitäns ein Schluchzen wie von einer Kinderstimme gehört, aber das war sicher die Anstrengung der Nacht, die Thomas' Sinne trübte.
- Dor Kalach
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"Aye, Sir, das werde ich" sagt Thomas und macht kehrt.
Im umdrehen sieht er, wie ein unbekanntes Gesicht etwas schwächlich an der Reling hängt und sich die Augen reibt.
Komisch, den hab ich hier ncoh nie gesehen, denkt er sich und spricht ihn an:
"Hey, Ihr da, sagt, seid ihr Matrose hier an Bord oder ein blinder Passagier? Ich habe euch noch nie hier gesehen und doch sind wir schon gute 3 Tage auf dieser schrecklichen See die uns allen die Sinne raubt.
Nun sprecht, wer seid ihr und was ist eure Aufgabe an Bord? Oder muss ich erst den Käpt'n rufen lassen??"
Im umdrehen sieht er, wie ein unbekanntes Gesicht etwas schwächlich an der Reling hängt und sich die Augen reibt.
Komisch, den hab ich hier ncoh nie gesehen, denkt er sich und spricht ihn an:
"Hey, Ihr da, sagt, seid ihr Matrose hier an Bord oder ein blinder Passagier? Ich habe euch noch nie hier gesehen und doch sind wir schon gute 3 Tage auf dieser schrecklichen See die uns allen die Sinne raubt.
Nun sprecht, wer seid ihr und was ist eure Aufgabe an Bord? Oder muss ich erst den Käpt'n rufen lassen??"
- DonJohnny
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Nachdem sich sein Blick in der Tiefe verloren hatte musste er seine Sinne wieder in die Realität zurückholen. Ich? Mein Name ist George McConell ich wurde auf dieses Schiff heir als Matrose angeheuert, wurde aber gelich am ersten Tag krank. man hat mir nocht nicht gesagt was ich hatte aber es wird wohl recht schlimm gewesen sein. Doch nun mal zu ihnen, wer seid ihr eigentlich und was zum teufel ist hier los?
- Lhankor Mhy
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Wickhams vom Medikus fachkundig versorgten Handflächen brennen wie Feuer. Die Erschöpfung seines Körpers läßt ihn den Schmerz aber kaum mehr spüren. Er gibt sich auf seiner Koje liegend der Schlingerbewegung des Schiffes hin. Das schwache Licht der von der Decke hängenden, hin und her pendelnden Lampe läßt den Raum beinahe noch dunkeler wirken. Rechts und links von dem einsamen Lichtfleck ist die Wand der Kajüte kaum mehr zu erahnen. Irgendwie wirkt der Raum auch größer, als Wickham ihn in Erinnerung hatte. Aus den Augenwinkel ist ihm, als würde er vor den Toren einer fremdartig aussehenden Stadt stehen. "Thomas, siehst Du das auch?" fragt er in den Raum hinein. "Es wirkt so fremd - und doch - irgendwie vertraut. Wie sind wir hier hergekommen? Ich erinnere mich noch an ein schrecklich kleines Schiff. - Aber egal. Hier ist es viel besser als auf See. - Hörst Du das auch, Thomas? - Diese Stimmen! - Komm! Lass uns zu ihnen gehen. Wir gehen heim, Thomas! Endlich heim. Endlich..."
Mit einem lauten Krachen fällt Wickham aus der Koje. Die schwache Lampe in der Kajüte erhellt für einen Augenblick sein Gesicht, welches glücklich, ja beinahe entrückt aussieht. Dann fordert der Schmerz in seinen Handflächen sein Recht auf Aufmerksamkeit. Wickham schreit gepeinigt auf und steht unter Einsatz von Knien und Ellenbogen, sich an seiner durchnäßten Koje hochhangelnd auf und schüttelt seinen Kopf "Das kommt davon, wenn man sich unter seinem Stand körperlichen Strapazen aussetzt. Nach einem Ball wäre mir solch ein Delirium sicher nicht widerfahren. Ich glaube etwas frische Luft täte mir jetzt gut. Mal sehen ob der Kapitän wieder Herr der Lage ist. - Aber vielleicht vorher noch eine kleine Ablenkung." Wickhams Hand fingert einen kleinen Silberschlüssel aus seiner Weste.
Mit einem lauten Krachen fällt Wickham aus der Koje. Die schwache Lampe in der Kajüte erhellt für einen Augenblick sein Gesicht, welches glücklich, ja beinahe entrückt aussieht. Dann fordert der Schmerz in seinen Handflächen sein Recht auf Aufmerksamkeit. Wickham schreit gepeinigt auf und steht unter Einsatz von Knien und Ellenbogen, sich an seiner durchnäßten Koje hochhangelnd auf und schüttelt seinen Kopf "Das kommt davon, wenn man sich unter seinem Stand körperlichen Strapazen aussetzt. Nach einem Ball wäre mir solch ein Delirium sicher nicht widerfahren. Ich glaube etwas frische Luft täte mir jetzt gut. Mal sehen ob der Kapitän wieder Herr der Lage ist. - Aber vielleicht vorher noch eine kleine Ablenkung." Wickhams Hand fingert einen kleinen Silberschlüssel aus seiner Weste.
- The Dodger
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Wortlos lauscht Gareth Schwester Ilsegarts Gebrabbel. Wenn hier einer das Fegefeuer verdient, dann wärst es du! denkt er grimmig, während er die Nonne mustert. Und wenn es sein muss, werde ich persönlich dafür sorgen, dass du bald niemanden mehr mit deinen religiösen Tiraden belästigst. Als sich die Schwester kurz darauf an ihm vorbeidrängt, versucht Gareth, ihr in die Augen zu blicken, doch sie weicht ihm aus, und schon ist sie durch die Tür verschwunden. Rose, nun ihrer Stütze beraubt, ist wieder in ihre Koje gesunken, immer noch schluchzend. Langsam beugt sich Gareth zu ihr herunter, streicht ihr zärtlich durch das Haar. Als sie sich daraufhin aufsetzt und ihn aus ängstlichen, verheulten Augen anblickt, vergisst Gareth augenblicklich, warum er eigentlich in die Kabine gekommen ist. Er musste sich einfach zu ihr setzen, sie in den Arm nehmen und versuchen, sie zu beruhigen, zu trösten, ihr die Angst zu nehmen. Einige Augenblicke sitzen sie da, wortlos, einander umarmend. Dann reißt ein Poltern aus der Nebenkabine Gareth plötzlich wieder in die Realität zurück. Ein kurz darauf folgender Schrei Wickhams lässt ihn auffahren. Er lässt Rose los und fordert sie auf, liegen zu bleiben. “Versucht, ein wenig zu schlafen. Alles wird gut, die Matrosen haben alles unter Kontrolle“ Ihm ist klar, dass die Worte hohl klingen, doch etwas Besseres fällt ihm im Moment nicht ein. Er hat seinen Satz kaum beendet, als er schon die Tür zur Nebenkabine aufreißt und hineinstürmt. Wickham dreht sich erschrocken um, in der Hand ein kleines Kästchen, dass Gareth schon einmal gesehen hat. Doch das letzte Mal ist es verschlossen gewesen. Als Wickham der Situation gewahr wird, klappt er das Kästchen sofort zu und schließt es ab, seine Hände mit den Verbänden umwickelt. Bevor er wütende Worte an den Medicus richtet, schluckt er erst einmal.
"Stratton! Verdammt noch mal, können sie nicht anklopfen?!"
"Verzeiht, Master Wickham, ich hörte einen Schrei, da ging ich davon aus, ihr bräuchtet schnellstmöglich Hilfe. Aber wenn es Euch lieber ist, werde ich das nächste Mal, wenn ich Euch um Hilfe rufen höre, mir die Zeit lassen, die Etikette zu wahren. Möge es dann nicht zu spät sein." Gareth grinst ein wenig höhnisch. War wirklich das in dem Kästchen, was er gesehen zu haben glaubte. Warum machte Wickham dann so einen Aufstand darum? Ach ja, es war schließlich Wickham, der mit unzähligen seltsamen Macken behaftete Wickham…
"Da es Euch mittlerweile wieder ganz gut zu gehen scheint, werde ich meine Utensilien wieder mitnehmen und dem armen Matrosen zu Hilfe eilen" kommt er Wickham zuvor, der gerade zu einer zornigen Entgegnung ansetzen will. Dabei schnappt Gareth sein Köfferchen, und eilt damit aus der Kabine. Im Vorbeigehen wirft er noch einen kurzen Blick auf Rose, und ist schon wieder auf Deck…
"Stratton! Verdammt noch mal, können sie nicht anklopfen?!"
"Verzeiht, Master Wickham, ich hörte einen Schrei, da ging ich davon aus, ihr bräuchtet schnellstmöglich Hilfe. Aber wenn es Euch lieber ist, werde ich das nächste Mal, wenn ich Euch um Hilfe rufen höre, mir die Zeit lassen, die Etikette zu wahren. Möge es dann nicht zu spät sein." Gareth grinst ein wenig höhnisch. War wirklich das in dem Kästchen, was er gesehen zu haben glaubte. Warum machte Wickham dann so einen Aufstand darum? Ach ja, es war schließlich Wickham, der mit unzähligen seltsamen Macken behaftete Wickham…
"Da es Euch mittlerweile wieder ganz gut zu gehen scheint, werde ich meine Utensilien wieder mitnehmen und dem armen Matrosen zu Hilfe eilen" kommt er Wickham zuvor, der gerade zu einer zornigen Entgegnung ansetzen will. Dabei schnappt Gareth sein Köfferchen, und eilt damit aus der Kabine. Im Vorbeigehen wirft er noch einen kurzen Blick auf Rose, und ist schon wieder auf Deck…
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In dem Moment als Thomas zu einer Antwort ansetzen will reißt neben ihnen Gareth die niedrige Tür, die ins innere des Schiffes, zu den vielen Kajüten und dem Laderaum führt, auf und stürmt ins Freie, während ihm der Wind und der Regen ins Gesicht peitschen so dass er im ersten Moment sein Gesicht verzieht und die Augen zusammenkneifen muss. Als er sie einen Moment später wieder öffnet verharrt er einen Augenblick, bis sich seine Augen an das Dunkel der Nacht gewöhnt haben und er die Planken des Decks unter sich und den dunklen Horizont vor sich sieht, an dem sich der dunkle Himmel von dem noch dunkleren Meer abhebt. Wie er da steht und sich umschaut erblickt er George der ihm jetzt genau in die Augen sieht und der Thomas Worte schon gar nicht mehr wahrnimmt. Und auch Thomas der jetzt bemerkt das seiner Worte keine Beachtung mehr geschenkt wird schweift mit seinem Blick in die Richtung in die auch George schaut.
Ihr, wir sollten den Matrosen helfen. Wir sollten den Matrosen helfen die im Schiffsbauch das Wasser abschöpfen sagte Gareth zunächst etwas unsicher aber mit immer fester werdender Stimme Auf Männer, geht schon einmal vor. Bis zum Morgen kann es nicht mehr lange dauern schloss er schließlich ab. Thomas und Gerorge wechselten noch einmal ein paar Blicke, nickten sich zu und machten sich auf, um unter Deck den schwer kämpfenden Matrosen zum durchhalten zu ermutigen und um sich selber an der an der Arbeit zu beteiligen, während Gareth noch immer an Deck stand...
Ihr, wir sollten den Matrosen helfen. Wir sollten den Matrosen helfen die im Schiffsbauch das Wasser abschöpfen sagte Gareth zunächst etwas unsicher aber mit immer fester werdender Stimme Auf Männer, geht schon einmal vor. Bis zum Morgen kann es nicht mehr lange dauern schloss er schließlich ab. Thomas und Gerorge wechselten noch einmal ein paar Blicke, nickten sich zu und machten sich auf, um unter Deck den schwer kämpfenden Matrosen zum durchhalten zu ermutigen und um sich selber an der an der Arbeit zu beteiligen, während Gareth noch immer an Deck stand...
Endlich erwacht Rose aus Ihrem dunklen Traum. Langsam wird ihr klar wie gefährlich die Situation ist. Sie steht auf, streicht sich mit beiden Händen fahrig die nassen Strähnen aus dem geröteten Gesicht. Sie bekommt kaum Luft durch die vom Weinen geschwollene Nase und alles was sie sieht ist unwirklich und verschwommen. Langsam und mit unbeholfenen Schritten geht sie auf die Tür zu. An Deck ist es dunkel und laut, sie hört nur die Schreie der vielen Menschen, die verzweifelt versuchen Wasser aus dem Schiff zu schöpfen. "Ich verrecke nicht auf diesem stinkenden, verschissenen Schiff" schwört sie sich leise, und mit einem Ruck hebt sie den Kopf und verlässt mit entschlossenen Schritten die Kajüte. An Schlaf war nun nicht mehr zu denken.
Sie schaut hinaus in die tosende See....waren da Gestalten im Wasser? Blödsinn, alles nur Einbildung.Jetzt galt es sein Leben zu retten. Wo zum Teufel war dieser verfluchte Käpt`n?
Sie schaut hinaus in die tosende See....waren da Gestalten im Wasser? Blödsinn, alles nur Einbildung.Jetzt galt es sein Leben zu retten. Wo zum Teufel war dieser verfluchte Käpt`n?
- Daniel
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Im Verlauf des viel zu früh begonnenen Tages ist die Crew mit Ausbesserungsarbeiten an Bord der "Good Hope" beschäftigt. Die Passagiere versuchen teilweise zu helfen oder verbringen den Tag in ihrer Koje, in Hoffnung auf ein baldiges Ende der Fahrt.
Am Abend lädt der Kapitän, der sich äußerst bedrückt und schweigsam gibt, zu einem gemeinsamen Dinner in seiner Kapitänskabine ein.
Während des Dinners, wo man auch auf die Ereignisse der Nacht zu sprechen kommt, fällt Wickham das Logbuch des Kapitäns auf. Da der jetzt angetrunkene Kapitän sichtlich verzweifelt angesichts der Unerklärbarkeit der bisherigen Vorkommnisse ist, will er sich offensichtlich einiges von der Seele reden, indem er den Passagieren Einblick in seine Aufzeichnungen gewährt. Zuvor läßt es sich von jedem einzeln versichern (durch einen Schwur auf die englische Krone), daß dieses Geheimnis an Bord der "Good Hope", oder viel eher der "Redemption" bleibt. Der Name des Schiffs wurde nämlich vor dem Auslaufen geändert. "Was offensichtlich mehr Unglück brachte als zu Erwarten war..." ergänzt Clifford.
Gespannt lesen die Reisenden nun also das in braunes Leder gebundene Logbuch des Kapitäns mit seinen handschriftlichen Eintragungen...
23. Mai:
Heute früh mit der Morgenflut ausgelaufen. Die "Redemption" ist gut in Schuß, wir haben sie im Hafen von Port Royal überholen lassen. Ein prachtvolles Schiff! Die Mannschaft besteht größtenteils aus bewährten, zuverlässigen Leuten; es gibt nur wenige Neuzugänge. Wir haben hauptsächlich Tabak, Rum und Baumwolle geladen. Wenn das Wetter keine Schwierigkeiten macht, werden wir in circa vier Wochen in London sein.
18. Juni:
Hier geht etwas Merkwürdiges vor. Die Mannschaft ist beunruhigt, und mir ist nicht klar warum. Eine äußerst mißliche Situation, wenn der Kapitän nicht weiß, was in den Köpfen seiner Crew vorgeht. Vorhin stellte ich einen der Matrosen zur Rede, aber es war nichts aus ihm herauszubekommen, außer einem wirren und unverständlichen Gefasel von einem "Gesicht". Ich werde hier wohl andere Saiten aufziehen müssen, wenn man glaubt, mir nicht Rede und Antwort stehen zu müssen.
20. Juni:
Jetzt ist es heraus. Heute war eine Delegation der Mannschaft bei mir, um mich über ein wahrhaft mysteriöses Geschehen auf diesem Schiff aufzuklären. Verdammtnocheins! Was für eine unheimliche Sache! Augenscheinlich hat während der letzten Wochen eine unerklärliche Verwandlung an einem der Matrosen stattgefunden. Als ich diesen eben in meine Kajüte zitieren ließ, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: der Mann, der im letzten Monat auf meinem Schiff angeheuert hatte, war nicht wiederzuerkennen. Unter seiner Kopfbedeckung, die ich ihn zwang abzunehmen, kam ein bis auf wenige Haarsträhnen kahler Kopf zum Vorschein; ebenso hatte er fast alle seiner Zähne verloren. Im ersten Moment dachte ich an Skorbut, aber erklärt dies auch Folgendes? Ha! Zwischen seinen Fingern, die er unablässig hinter seinem Rücken zu verstecken suchte, entdeckte ich Schwimmhäute! Er - oder sollte ich lieber sagen: es - starrte mich aus weit aufgerissenen, glotzenden Augen an und schien zu versuchen, mir etwas mitzuteilen. Allein verhinderten der quakende Tonfall und die mir fremden Worte, daß ich auch nur das geringste Bißchen davon verstehen konnte. Ich bin zutiefst erschüttert und ratlos. Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen. Ist dies eine Krankheit? Wenn ja, muß ich alles Erdenkliche unternehmen, um den Rest der Crew davor zu schützen. Und wenn nein - die Mannschaft hat mir unmißverständlich zu verstehen gegeben, daß sie dieses Monstrum in keinem Fall länger an Bord tolerieren wird. Ich fürchte, ich habe keine Wahl, wenn ich keine Meuterei riskieren will.
21. Juni:
Es ist getan. Ich fühle mich merkwürdig erleichtert und bin überzeugt, richtig gehandelt zu haben. Zwar hatte ich kurze Zeit Bedenken, als ich den doch irgendwie mitleiderregenden Ausdruck in den glotzenden Augen des Mannes - wenn ich es so nennen kann - sah, kurz bevor wir ihn, an ein Tau gebunden, ins Meer stießen, unter den Kiel zogen und anschließend das Tau kappten. Kein schöner Tod für einen Christenmenschen, aber wahrscheinlich ist dies auch keine Bezeichnung, die auf dieses Wesen zutraf. Jedenfalls ist es das wichtigste, daß jetzt wieder Ruhe bei der Mannschaft eingekehrt ist und alles seinen gewohnten Gang geht, da würde mir jeder andere Kapitän beipflichten. Trotzdem habe ich die Mannschaft ermahnt, über den Vorfall Stillschweigen zu bewahren; es ist besser so.
"Vielleicht wissen Sie ja wie man diesen Spuk beenden kann? Warum läßt mich dieser Vorfall nur nicht in Frieden? Was ist ES?!" Den letzen Satz laut schreiend schaut der jetzt stehende Kapitän in eure fassungslosen, ungläubigen Gesichter, in deren Augen sich Entsetzen und Angst spiegelt...
Am Abend lädt der Kapitän, der sich äußerst bedrückt und schweigsam gibt, zu einem gemeinsamen Dinner in seiner Kapitänskabine ein.
Während des Dinners, wo man auch auf die Ereignisse der Nacht zu sprechen kommt, fällt Wickham das Logbuch des Kapitäns auf. Da der jetzt angetrunkene Kapitän sichtlich verzweifelt angesichts der Unerklärbarkeit der bisherigen Vorkommnisse ist, will er sich offensichtlich einiges von der Seele reden, indem er den Passagieren Einblick in seine Aufzeichnungen gewährt. Zuvor läßt es sich von jedem einzeln versichern (durch einen Schwur auf die englische Krone), daß dieses Geheimnis an Bord der "Good Hope", oder viel eher der "Redemption" bleibt. Der Name des Schiffs wurde nämlich vor dem Auslaufen geändert. "Was offensichtlich mehr Unglück brachte als zu Erwarten war..." ergänzt Clifford.
Gespannt lesen die Reisenden nun also das in braunes Leder gebundene Logbuch des Kapitäns mit seinen handschriftlichen Eintragungen...
23. Mai:
Heute früh mit der Morgenflut ausgelaufen. Die "Redemption" ist gut in Schuß, wir haben sie im Hafen von Port Royal überholen lassen. Ein prachtvolles Schiff! Die Mannschaft besteht größtenteils aus bewährten, zuverlässigen Leuten; es gibt nur wenige Neuzugänge. Wir haben hauptsächlich Tabak, Rum und Baumwolle geladen. Wenn das Wetter keine Schwierigkeiten macht, werden wir in circa vier Wochen in London sein.
18. Juni:
Hier geht etwas Merkwürdiges vor. Die Mannschaft ist beunruhigt, und mir ist nicht klar warum. Eine äußerst mißliche Situation, wenn der Kapitän nicht weiß, was in den Köpfen seiner Crew vorgeht. Vorhin stellte ich einen der Matrosen zur Rede, aber es war nichts aus ihm herauszubekommen, außer einem wirren und unverständlichen Gefasel von einem "Gesicht". Ich werde hier wohl andere Saiten aufziehen müssen, wenn man glaubt, mir nicht Rede und Antwort stehen zu müssen.
20. Juni:
Jetzt ist es heraus. Heute war eine Delegation der Mannschaft bei mir, um mich über ein wahrhaft mysteriöses Geschehen auf diesem Schiff aufzuklären. Verdammtnocheins! Was für eine unheimliche Sache! Augenscheinlich hat während der letzten Wochen eine unerklärliche Verwandlung an einem der Matrosen stattgefunden. Als ich diesen eben in meine Kajüte zitieren ließ, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: der Mann, der im letzten Monat auf meinem Schiff angeheuert hatte, war nicht wiederzuerkennen. Unter seiner Kopfbedeckung, die ich ihn zwang abzunehmen, kam ein bis auf wenige Haarsträhnen kahler Kopf zum Vorschein; ebenso hatte er fast alle seiner Zähne verloren. Im ersten Moment dachte ich an Skorbut, aber erklärt dies auch Folgendes? Ha! Zwischen seinen Fingern, die er unablässig hinter seinem Rücken zu verstecken suchte, entdeckte ich Schwimmhäute! Er - oder sollte ich lieber sagen: es - starrte mich aus weit aufgerissenen, glotzenden Augen an und schien zu versuchen, mir etwas mitzuteilen. Allein verhinderten der quakende Tonfall und die mir fremden Worte, daß ich auch nur das geringste Bißchen davon verstehen konnte. Ich bin zutiefst erschüttert und ratlos. Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen. Ist dies eine Krankheit? Wenn ja, muß ich alles Erdenkliche unternehmen, um den Rest der Crew davor zu schützen. Und wenn nein - die Mannschaft hat mir unmißverständlich zu verstehen gegeben, daß sie dieses Monstrum in keinem Fall länger an Bord tolerieren wird. Ich fürchte, ich habe keine Wahl, wenn ich keine Meuterei riskieren will.
21. Juni:
Es ist getan. Ich fühle mich merkwürdig erleichtert und bin überzeugt, richtig gehandelt zu haben. Zwar hatte ich kurze Zeit Bedenken, als ich den doch irgendwie mitleiderregenden Ausdruck in den glotzenden Augen des Mannes - wenn ich es so nennen kann - sah, kurz bevor wir ihn, an ein Tau gebunden, ins Meer stießen, unter den Kiel zogen und anschließend das Tau kappten. Kein schöner Tod für einen Christenmenschen, aber wahrscheinlich ist dies auch keine Bezeichnung, die auf dieses Wesen zutraf. Jedenfalls ist es das wichtigste, daß jetzt wieder Ruhe bei der Mannschaft eingekehrt ist und alles seinen gewohnten Gang geht, da würde mir jeder andere Kapitän beipflichten. Trotzdem habe ich die Mannschaft ermahnt, über den Vorfall Stillschweigen zu bewahren; es ist besser so.
"Vielleicht wissen Sie ja wie man diesen Spuk beenden kann? Warum läßt mich dieser Vorfall nur nicht in Frieden? Was ist ES?!" Den letzen Satz laut schreiend schaut der jetzt stehende Kapitän in eure fassungslosen, ungläubigen Gesichter, in deren Augen sich Entsetzen und Angst spiegelt...
- Lhankor Mhy
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Wickham schiebt das Logbuch des Kapitäns, aus welchem er den anderen Mitreisenden vorgelesen hatte, von sich. In seinem Kopf ging das Gelesene immer noch um. 'Wie konnte der Kapitän einfach einen seiner Männer kielholen lassen? Das war genaugenommen Mord! Kann man Kapitän Clifford dann überhaupt noch trauen? Und wie weit kann man seiner Mannschaft vertrauen?' Der Traum seiner ersten Nacht an Bord kam ihm wieder in Erinnerung und machte ihn schaudern. 'Und wie haben meine anderen Mitreisenden dies alles aufgenommen?'
Er blickt in die Runde, sieht jeden einzelnen Passagier an. Die gute Schwester wirkte schon den ganzen Tag aufgelöst und seltsam wirr - daran hat sich wohl auch durch die Logbucheinträge nicht viel geändert. Die Dame Rose Roberts nahm das Ganze augenscheinlich viel gefaßter auf, als Wickham erwartet hatte. Ebenso der Medikus, Master Stratton, dessen penetrantes Herumräsonnieren derzeit - sehr zu Wickhams Erleichterung - vorerst unterblieb. Thomas hatte den Eintrag mit entschlossener Miene angehört und wirkt so, als ob er über die mißliche Situation nachgrübelte.
Während er die Reisegefährten mustert, zupft Wickham sich unbewußt an den Verbänden über seinen aufgerissenen Handflächen - den Aufschürfungen bekam die Behandlung durch den Medikus zu Wickhams Überraschung recht gut - 'naja, ein blindes Huhn, und so weiter... sagt man sich ja' dachte Wickham noch vor dem Dinner. Doch was ist das? 'Gute Güte, ich habe die Logbucheinträge verlesen, ohne diesen jungen Matrosen da drüben wahrzunehmen.' Wickham schießt diese Erkenntnis durch den Kopf und er fragt sich 'Wie lange der wohl bereits hier steht? - Hmm, wohl seit dem Dinner, bei dem er aufgetragen hatte. Ich sollte mir angewöhnen Domestiken nicht als Teil der Einrichtung wahrzunehmen. - Wenn wir hier heraus kommen werde ich versuchen das zu beherzigen.' Wickham spinnt die Überlegung weiter: 'Er wird wohl alles mitbekommen haben. Nun auch gut. Irgendwann muß es ja mal einer der Mannschaft erfahren - und dieser da macht jedenfalls keinen so ungewaschenen Eindruck wie die meisten anderen seiner Kollegen hier an Bord.'
Thomas, der das Stirnrunzeln seines Masters wahrgenommen hat, lehnt sich zu Wickham herüber und flüstert ihm zu "Master Wickham, der Matrose da drüben ist ein Landsmann von mir, George McConnel mit Namen. Er hat sich heute bei dem Notfall als zuverlässig erwiesen. Ich denke man kann ihm trauen." Durch Thomas' Einschätzung beruhigt lehnt sich Wickham zurück. Er atmet tief und hörbar ein, steht auf, wobei sein rückender Stuhl die gespannte Stille in der Kapitänskajüte schmerzlich zerreißt.
Wickham blickt in die Runde. Entschlossen. 'Dieser Irrsinn hat genau jetzt ein Ende' denkt er sich und hebt an zu sprechen:
"Miss Roberts, Schwester Ilsegart, Kapitän Clifford, Master Stratton, Seemann McConnel und natürlich mein guter Thomas. Wir haben nun vernommen, was sich vor wenigen Monaten auf diesem Schiff und unter fast der gleichen Besatzung zugetragen hat. Ich bin nicht so abergläubisch, daß ich allein wegen der Schiffsumbenennung ein Unglück heraufbeschworen sähe, doch sind in den eben verlesenen Logbucheinträgen schreckliche Dinge geschildert worden. Ich kann aus meinen eigenen Erfahrungen solche Zwangslagen, wie sie der gute Kapitän durchleiden mußte, durchaus zu einem gewissen Grade nachempfinden - Thomas, erinnere Dich an Neuss und Du weißt, was ich meine. - Doch einen Mann seiner eigenen Besatzung durch Kielholen zu Tode zu bringen ist eine extreme Maßnahme. Die Gründe dafür kommen mir bei Gott nicht stichhaltig vor. Da es dem guten Kapitän aber sehr ernst zu sein scheint, mit seiner Wahrnehmung unserer derzeitigen Lage und sich bei allen, wie ich zu erkennen meine, ein Gefühl der Bedrohung eingestellt hat, muß etwas getan werden. Wir haben alle bei der Krone Englands geschworen, nichts von dem hier Erfahrenen weiterzugeben. Doch wissen wir zwar nun ein wenig mehr über die tragische Geschichte, die sich auf diesem Schiff zugetragen hat, doch haben wir derzeit weniger historische wie eher akut dringliche Schwierigkeiten.
Ich finde, es ist an der Zeit - man möge mir die sportliche Ausdrucksweise verzeihen - es ist an der Zeit alle Karten auf den Tisch zu legen. Das Bieten ist vorbei. Nun muß ausgespielt werden. Unsere Situation ist eine der Not. Daher ist hier kein Zurückhalten von persönlichen Empfindlichkeiten mehr angezeigt, wenn es dieses Schiff mit uns Passagieren wirklich noch wohlbehalten bis nach Westindien schaffen soll.
In Anbetracht des Zustandes unseres guten Kapitäns Clifford nimmt mich mein von Gott gegebener Stand hier in die Pflicht die Untersuchung der Vorkommnisse und die Besserung unserer Lage voranzutreiben. - Kapitän Clifford, Ihr erlaubt mir doch hier an Bord, wo Ihr die Rechtsgewalt darstellt, in Eurem Namen dieser Aufgabe nachzukommen, oder?" Kapitän Clifford regt sich etwas, als er seinen Namen vernimmt, doch fällt er sogleich wieder schwer auf die Bank zurück, auf der er in vom Rausch gezeichneter Haltung liegt, und murmelt etwas Unverständliches. Danke, mein guter Kapitän! Nachdem nun alle vernommen haben, wie unser guter Kapitän Clifford mir die notwendige Autorität verliehen hat, können wir also mit seinem Segen fortfahren. Seemann McConnel! Du hast den Wunsch des Kapitäns vernommen! Daher wirst Du meine Liaison zur Mannschaft sein, bis wir diese akute Lage bereinigt haben. Hast Du diesen Auftrag verstanden?" Wickham schaut den jungen Seemann befehlsgewohnt und durchdringend an. Dieser scheint erst etwas zweifelnd, gibt sich selbst aber einen Ruck und sagt "Aye, Master Wickham. Bis der Käpt'n was anderes sagt, macht Ihr die Untersuchung. Habe ich's so recht verstanden? Wenn ja, dann soll's wohl so sein."
Wickhams Stimme hatte keinen Zweifel an seinem Willen gelassen, die Situation an Bord zu bereinigen. Während seine rechte Hand in seiner Rocktasche mit einem kleinen schwarzen Gegenstand spielt, den man vom Dinnertisch nicht wirklich gut sehen kann, fährt er fort: "Bevor wir zu den Ereignissen im Logbuch kommen, möchte ich kurz rekapitulieren, was uns bisher auf dieser Reise widerfuhr. Zum einen hatten wir anfangs einen weiteren Mitreisenden an Bord, der leider bereits vor dem Ablegen das Zeitliche segnete - der Herr möge seine Seele gnädig sein. Dieser Passagier, ein Schotte namens McDougan, hatte unter den wenigen Habseligkeiten, die von ihm noch nach dem Ablegen an Bord verblieben, jenes Objekt hier bei sich. Mit diesen Worten stellt Wickham die kleine schwarze Statuette mit dem großen Maul mitten auf den Dinnertisch. Ein paar Mitreisende, die diese Statuette noch nicht gesehen hatten, hängen mit ihren forschenden Blicken an dem unförmigen, grotesken schwarzen Holzkörper, der die Mitte des Zimmer mit seiner Schwärze zu dominieren scheint. Es ist allen so, als ob mit dem Aufstellen der Statuette das Licht in der Kajüte etwas schwächer und bedrückender geworden ist. Thomas nimmt entschlossen die Teerkappe des Kapitäns, die griffbereit an einem Haken an der Tür zur Kapitänskajüte hing, und stülpt sie über das unansehnliche Schnitzwerk, so daß es - sehr zur Erleichterung aller Anwesenden - aus der Sicht gelangte. Alle atmen hörbar erleichtert auf, und Wickham fährt fort:
Seit ich diese Statuette in Verwahrung nahm, habe ich nicht nur schlecht schlafen können, sondern hatte ich auch mehrfach ungute Alpträume. Ich bin nicht darauf aus, hier eine Erklärung geben zu wollen, sondern nur die Geschehnisse wiederzugeben, die sich seit Beginn unserer Reise mit diesem unglücklichen Schiff zugetragen haben. Daher wage ich - noch - keine Spekulationen über die Hintergründe meiner Alpträume. Doch war jeder Anwesende Zeuge am eigenen Leib, daß etwas Ungutes davon auszugehen scheint.
Kommen wir zum nächsten Vorfall: jeder wird sich noch daran erinnern können, wie übel es plötzlich stank, als der hiesige Rudergänger Isaak Swaine plötzlich in der Passagier-Kabine erschien. Dieser Geruch ließ einen nur an das Gegenteil von etwas Gesundem denken, oder erging es den geschätzten Anwesenden anders? Wickham wartet garnicht auf eine Antwort auf seine Frage, sondern fährt fort: "Es ist jedem noch präsent, so hoffe ich, daß wir danach ein nasses Erwachen hatten, nachdem wohl jemand das Fenster zur Kabine nächtens geöffnet hatte, was aber jeder der Passagiere - mich eingeschlossen - bestritt. Es war möglicherweise pure Koinzidenz, daß am Morgen dieses nassen Erwachens der "anrüchige" Isaak Swaine sichtlich übermüdet in der Mannschaftsmesse aufwachte. Andererseits: könnte er des Nachts vielleicht Dinge getan haben, die ihn am nächsten Morgen verausgabt und müde wirken ließen? Zum Beispiel etwas wie das Fenster zur Passagierkabine nachts zu öffnen?
Wickham fragt Seemann McConnel "Guter Mann, weißt Du, wie lange der Rudergänger bereits an Bord ist? War er bereits Teil der Mannschaft, als der Vorfall im Logbuch eintrat? Und wie lange bist Du bereits hier angeheuert?" McConnel antwortet direkt und ohne Umschweife: "Master Wickham, der Rudergänger gehört zur ursprünglichen Besatzung. Er ist schon lange an Bord. Ich habe eigentlich auf der "Good Hope" angeheuert. Das unsere Lady mal "Redemption" hieß, wußte ich auch nicht. Es bringt kein Glück ein Schiff umzubenennen. Bei Gott nicht!" Er bekreuzigt sich nach seinen Worten und setzt sich auf eine Bank.
"Aber, es ging ja weiter..." fährt Wickham fort. "Vorletzte Nacht wurden wir alle geweckt durch ein Vorkommnis an besagtem Fenster, welches zuvor unerklärlicherweise offenstand. Dieses Fenster wurde von dem Schiffszimmermann Seamus Quinn am Tage gesichert und befestigt, auf daß es sich nicht von selbst öffnen konnte. Und trotzdem stand es wieder offen - und nicht nur das! Da ich selbst während des Vorfalls in Morpheus Armen war, könnte bitte Thomas die Situation noch einmal allen vor Augen rufen.
Thomas denkt nur ungern an das Ereignis, reisst sich aber zusammen und erzählt Wickham und den anderen knapp was während der betreffenden Nacht vorgefallen war: "Letzte Nacht hörte ich aus dem Nebenraum einen Schrei, der von Mrs. Roberts zu kommen schien. Die Tür sprang auf und ich sah durch die geöffnete Türe hindurch ein gar seltsames Geschöpf, eine kahle Fratze eines Mannes wohl. Diese starrte mich durch das geöffnete Fenster an. Sie muss Mrs. Roberts doch sehr erschreckt haben. Ich sprang auf und schloss das Fenster wieder, als auch schon Kapitän Clifford im Raume stand mitsamt Bootsmann Sid Barnett, der erstaunlich frühzeitig eintraf. Der Kapitän jedenfalls wirkte so, als ob er aus dem Schlafe gerissen sei, der Bootsmann jedoch hatte wohl entweder Dienst in der Nacht oder einen anderen Grund zu der Zeit bereits vollständig angekleidet in der Nähe des Geschehens zu sein. Ich erstattete dem Kapitän Bericht, Master Wickham, da Ihr selbst tief geschlafen habt und ich eure selige Ruhe nicht stören wollte." "Danke Thomas, für Deinen kurzen Bericht - das letzte Detail hättest Du übrigens durchaus weglassen können." setzt Wickham hinzu und fährt fort:
"Ich selbst stellte am Tage Kapitän Clifford ein paar Fragen wegen dieser Begebenheit. Jedoch zeigte sich Kapitän Clifford nicht sehr auskunftsfreudig. Bedenken wir bitte, daß die Schilderung von Thomas der Beschreibung im Logbuch frappierend ähnelt, so ist für mich zumindest schwer verständlich, daß der Kapitän nicht früher ernstzunehmende Maßnahmen ergriffen hat. Er hätte die Gefahr - wenn es denn eine ist - doch schon kennen müssen. Und hier kommt mein persönlicher Zweifel: es wurde ein unglücklicher Seemann durch Kielholen getötet, nachdem es die gesamte Mannschaft aufgrund der Änderungen an seinem Aussehen mit der Angst zu tun bekam. Da der Kapitän so etwas also schon einmal erlebt hatte, wollte er vielleicht eine Meuterei vermeiden und hat deshalb nicht offensichtliche Schritte eingeleitet. Dies ist nur verständlich. Was ich jedoch nicht verstehe ist: Was ist, wenn diese Änderungen nicht etwas gefährliches sind, sondern nur ein persönliches Unglück wie manch ein Aussatz, welcher nicht ansteckend ist, doch den Betroffenen für immer entstellen mag? Und was, wenn es eine Krankheit ist die TATSÄCHLICH ANSTECKEND ist? Kann dann jeder an Bord befallen werden? Ist sichergestellt, daß mit dem Entfernen des ursprünglich betroffenen Seemanns wirklich keine Ansteckungsgefahr mehr besteht? Hier ist sicherlich ein Fragengebiet, in dem die Expertise von Master Stratton gefragt ist. Ihr, werter Master Stratton, werdet sogleich Gelegenheit erhalten, Euch zu meinen und zu Euren eigenen Vermutungen zu äußern. Ich bitte Euch nur, meine Ausführungen noch kurz zu Ende anzuhören, bevor die Reihe an Euch ist." Master Stratton will schon etwas entgegnen, wie seine kämpferische Miene verrät, doch entschließt er sich in letzter Sekunde anders und schenkt sich, weiter zuhörend, ein Glas Port ein.
"Kommen wir nun zum Zusammenstoß letzte Nacht. Hier hat sicher jeder viel genug erfahren, so daß jedem klar sein dürfte, daß die Kollision, die unser Schiff mit etwas hatte, die Seetüchtigkeit für den Rest der Reise deutlich gesenkt hat. Hier müssen seemännische Entscheidungen getroffen werden, ob und wo wir einen sicheren Hafen für Reparaturen anlaufen können, oder ob es dem Schiff tatsächlich noch zuzutrauen ist, bis nach Westindien sicher und wohlbehalten zu reisen. Für mich als Laien sieht dies nicht so sicher und vertrauenserweckend aus, wie es wünschenswert wäre. Hier ist sicher eine Entscheidung des Kapitäns gefordert - sobald er wieder nüchtern ist, sollten wir dies mit ihm besprechen.
Was mich jedoch wundert ist, daß es erst dieses Zusammenstoßes bedurfte, daß Kapitän Clifford es für nötig befand, uns einzuweihen in die Vorgänge auf der alten "Redemption". Der offenen Fragen sind viele: Warum hat man das Seil beim Kielholen gekappt, statt den Leichnam zum Beweis und Beleg des Handelns des Kapitäns zu bergen und ihn (wie oftmals üblich) in einem Faß mit in den nächsten Hafen zu transportieren? Vielleicht hätte eine weniger drastische Maßnahme auch ausgereicht wie ihn in Eisen zu legen, bis man Land erreicht hatte? Wer war eigentlich der Seemann, der ertränkt wurde? Hatte er Verwandte? Ist vielleicht ein Verwandter von ihm mit an Bord? Vielleicht ist diese Krankheit eine, die in der Familie liegt? - Eine Vermutung meinerseits: der Rudergänger Isaak Swaine riecht nicht nur so seltsam kränklich, er hat sich in meinen Augen auch seltsam verhalten.
Als Eingeweihte in die Vorgänge der "Redemption" ist es unser Obliegen nun baldigst Nachforschungen anzustellen und auch den Kapitän und die Offiziere befragen. Die Mannschaften sollten jedoch nicht offen befragt werden, da dies eine Meuterei auslösen könnte. Nachforschungen bei den Mannschaften sehe ich als Aufgabe für Seemann McConnel. Mit den Offizieren sollte reden, wer bisher einen guten Kontakt zu diesen hatte - also insbesondere Thomas. Ich werde den Kapitän nach seiner Ausnüchterung mit Nachdruck um mehr Informationen bitten.
Eventuell spielt die schwarze Statuette, deren unguter Anblick jedem noch gegenwärtig sein dürfte, hier auch eine Rolle. Sie kann zwar nicht bei der im Logbuch angegebenen Reise mit dem unguten Vorfall beteiligt gewesen sein, da ja McDougan sie erst an Borg gebracht hatte, außer: sie gehörte einem Matrosen der Redemption, der sie zufällig an McDougan verkauft hatte. Ich weiß nur nicht, wie man dies herausbekommen soll. Vielleicht ist es das Beste, wir orientieren uns an den Vorschlägen von Schwester Ilsegart und werfen das gottlose Übel über Bord. Ich wollte nur jedem hier noch die Gelegenheit geben, sich dazu eine Meinung zu bilden, bevor wir etwas tun, das nicht wieder zurückgenommen werden kann.
Was mich zur Zeit aber noch vielmehr beunruhigt ist die Frage: mit was sind wir nun wirklich kollidiert? Wer hat was gesehen? Ich bitte alle Anwesenden hier und jetzt alle Erkenntnisse und Gesichte offenzulegen, da es nicht mehr um uns als Individuen geht, sondern um alle Seelen an Bord dieses Schiffes! Wenn es ein Wal war, wird er wohl nicht wiederkommen. Wenn es etwas anderes war, was ich kaum zu denken wage, so besteht Gefahr, daß die schwere Kollision der letzten Nacht sich wiederholen könnte. Daher müssen wir Wachen aufstellen, die See auch nachts beobachten und mit Laternen ausleuchten. Wir müssen die Geschütze in Einsatzposition bringen und eine generelle Wachsamkeit bis zum Morgen pflegen. Meine Damen und meine Herren, an Schlaf ist diese Nacht nicht zu denken. Jeder muß seinen Beitrag tun, damit wir alle gerettet werden, oder was ist Eure Meinung dazu? Ich bitte alle, sich hier schnell zu äußern, damit wir noch Zeit genug für Handlungen haben und nicht von einer weiteren Kollision überrascht werden. Eile ist geboten."
Er blickt in die Runde, sieht jeden einzelnen Passagier an. Die gute Schwester wirkte schon den ganzen Tag aufgelöst und seltsam wirr - daran hat sich wohl auch durch die Logbucheinträge nicht viel geändert. Die Dame Rose Roberts nahm das Ganze augenscheinlich viel gefaßter auf, als Wickham erwartet hatte. Ebenso der Medikus, Master Stratton, dessen penetrantes Herumräsonnieren derzeit - sehr zu Wickhams Erleichterung - vorerst unterblieb. Thomas hatte den Eintrag mit entschlossener Miene angehört und wirkt so, als ob er über die mißliche Situation nachgrübelte.
Während er die Reisegefährten mustert, zupft Wickham sich unbewußt an den Verbänden über seinen aufgerissenen Handflächen - den Aufschürfungen bekam die Behandlung durch den Medikus zu Wickhams Überraschung recht gut - 'naja, ein blindes Huhn, und so weiter... sagt man sich ja' dachte Wickham noch vor dem Dinner. Doch was ist das? 'Gute Güte, ich habe die Logbucheinträge verlesen, ohne diesen jungen Matrosen da drüben wahrzunehmen.' Wickham schießt diese Erkenntnis durch den Kopf und er fragt sich 'Wie lange der wohl bereits hier steht? - Hmm, wohl seit dem Dinner, bei dem er aufgetragen hatte. Ich sollte mir angewöhnen Domestiken nicht als Teil der Einrichtung wahrzunehmen. - Wenn wir hier heraus kommen werde ich versuchen das zu beherzigen.' Wickham spinnt die Überlegung weiter: 'Er wird wohl alles mitbekommen haben. Nun auch gut. Irgendwann muß es ja mal einer der Mannschaft erfahren - und dieser da macht jedenfalls keinen so ungewaschenen Eindruck wie die meisten anderen seiner Kollegen hier an Bord.'
Thomas, der das Stirnrunzeln seines Masters wahrgenommen hat, lehnt sich zu Wickham herüber und flüstert ihm zu "Master Wickham, der Matrose da drüben ist ein Landsmann von mir, George McConnel mit Namen. Er hat sich heute bei dem Notfall als zuverlässig erwiesen. Ich denke man kann ihm trauen." Durch Thomas' Einschätzung beruhigt lehnt sich Wickham zurück. Er atmet tief und hörbar ein, steht auf, wobei sein rückender Stuhl die gespannte Stille in der Kapitänskajüte schmerzlich zerreißt.
Wickham blickt in die Runde. Entschlossen. 'Dieser Irrsinn hat genau jetzt ein Ende' denkt er sich und hebt an zu sprechen:
"Miss Roberts, Schwester Ilsegart, Kapitän Clifford, Master Stratton, Seemann McConnel und natürlich mein guter Thomas. Wir haben nun vernommen, was sich vor wenigen Monaten auf diesem Schiff und unter fast der gleichen Besatzung zugetragen hat. Ich bin nicht so abergläubisch, daß ich allein wegen der Schiffsumbenennung ein Unglück heraufbeschworen sähe, doch sind in den eben verlesenen Logbucheinträgen schreckliche Dinge geschildert worden. Ich kann aus meinen eigenen Erfahrungen solche Zwangslagen, wie sie der gute Kapitän durchleiden mußte, durchaus zu einem gewissen Grade nachempfinden - Thomas, erinnere Dich an Neuss und Du weißt, was ich meine. - Doch einen Mann seiner eigenen Besatzung durch Kielholen zu Tode zu bringen ist eine extreme Maßnahme. Die Gründe dafür kommen mir bei Gott nicht stichhaltig vor. Da es dem guten Kapitän aber sehr ernst zu sein scheint, mit seiner Wahrnehmung unserer derzeitigen Lage und sich bei allen, wie ich zu erkennen meine, ein Gefühl der Bedrohung eingestellt hat, muß etwas getan werden. Wir haben alle bei der Krone Englands geschworen, nichts von dem hier Erfahrenen weiterzugeben. Doch wissen wir zwar nun ein wenig mehr über die tragische Geschichte, die sich auf diesem Schiff zugetragen hat, doch haben wir derzeit weniger historische wie eher akut dringliche Schwierigkeiten.
Ich finde, es ist an der Zeit - man möge mir die sportliche Ausdrucksweise verzeihen - es ist an der Zeit alle Karten auf den Tisch zu legen. Das Bieten ist vorbei. Nun muß ausgespielt werden. Unsere Situation ist eine der Not. Daher ist hier kein Zurückhalten von persönlichen Empfindlichkeiten mehr angezeigt, wenn es dieses Schiff mit uns Passagieren wirklich noch wohlbehalten bis nach Westindien schaffen soll.
In Anbetracht des Zustandes unseres guten Kapitäns Clifford nimmt mich mein von Gott gegebener Stand hier in die Pflicht die Untersuchung der Vorkommnisse und die Besserung unserer Lage voranzutreiben. - Kapitän Clifford, Ihr erlaubt mir doch hier an Bord, wo Ihr die Rechtsgewalt darstellt, in Eurem Namen dieser Aufgabe nachzukommen, oder?" Kapitän Clifford regt sich etwas, als er seinen Namen vernimmt, doch fällt er sogleich wieder schwer auf die Bank zurück, auf der er in vom Rausch gezeichneter Haltung liegt, und murmelt etwas Unverständliches. Danke, mein guter Kapitän! Nachdem nun alle vernommen haben, wie unser guter Kapitän Clifford mir die notwendige Autorität verliehen hat, können wir also mit seinem Segen fortfahren. Seemann McConnel! Du hast den Wunsch des Kapitäns vernommen! Daher wirst Du meine Liaison zur Mannschaft sein, bis wir diese akute Lage bereinigt haben. Hast Du diesen Auftrag verstanden?" Wickham schaut den jungen Seemann befehlsgewohnt und durchdringend an. Dieser scheint erst etwas zweifelnd, gibt sich selbst aber einen Ruck und sagt "Aye, Master Wickham. Bis der Käpt'n was anderes sagt, macht Ihr die Untersuchung. Habe ich's so recht verstanden? Wenn ja, dann soll's wohl so sein."
Wickhams Stimme hatte keinen Zweifel an seinem Willen gelassen, die Situation an Bord zu bereinigen. Während seine rechte Hand in seiner Rocktasche mit einem kleinen schwarzen Gegenstand spielt, den man vom Dinnertisch nicht wirklich gut sehen kann, fährt er fort: "Bevor wir zu den Ereignissen im Logbuch kommen, möchte ich kurz rekapitulieren, was uns bisher auf dieser Reise widerfuhr. Zum einen hatten wir anfangs einen weiteren Mitreisenden an Bord, der leider bereits vor dem Ablegen das Zeitliche segnete - der Herr möge seine Seele gnädig sein. Dieser Passagier, ein Schotte namens McDougan, hatte unter den wenigen Habseligkeiten, die von ihm noch nach dem Ablegen an Bord verblieben, jenes Objekt hier bei sich. Mit diesen Worten stellt Wickham die kleine schwarze Statuette mit dem großen Maul mitten auf den Dinnertisch. Ein paar Mitreisende, die diese Statuette noch nicht gesehen hatten, hängen mit ihren forschenden Blicken an dem unförmigen, grotesken schwarzen Holzkörper, der die Mitte des Zimmer mit seiner Schwärze zu dominieren scheint. Es ist allen so, als ob mit dem Aufstellen der Statuette das Licht in der Kajüte etwas schwächer und bedrückender geworden ist. Thomas nimmt entschlossen die Teerkappe des Kapitäns, die griffbereit an einem Haken an der Tür zur Kapitänskajüte hing, und stülpt sie über das unansehnliche Schnitzwerk, so daß es - sehr zur Erleichterung aller Anwesenden - aus der Sicht gelangte. Alle atmen hörbar erleichtert auf, und Wickham fährt fort:
Seit ich diese Statuette in Verwahrung nahm, habe ich nicht nur schlecht schlafen können, sondern hatte ich auch mehrfach ungute Alpträume. Ich bin nicht darauf aus, hier eine Erklärung geben zu wollen, sondern nur die Geschehnisse wiederzugeben, die sich seit Beginn unserer Reise mit diesem unglücklichen Schiff zugetragen haben. Daher wage ich - noch - keine Spekulationen über die Hintergründe meiner Alpträume. Doch war jeder Anwesende Zeuge am eigenen Leib, daß etwas Ungutes davon auszugehen scheint.
Kommen wir zum nächsten Vorfall: jeder wird sich noch daran erinnern können, wie übel es plötzlich stank, als der hiesige Rudergänger Isaak Swaine plötzlich in der Passagier-Kabine erschien. Dieser Geruch ließ einen nur an das Gegenteil von etwas Gesundem denken, oder erging es den geschätzten Anwesenden anders? Wickham wartet garnicht auf eine Antwort auf seine Frage, sondern fährt fort: "Es ist jedem noch präsent, so hoffe ich, daß wir danach ein nasses Erwachen hatten, nachdem wohl jemand das Fenster zur Kabine nächtens geöffnet hatte, was aber jeder der Passagiere - mich eingeschlossen - bestritt. Es war möglicherweise pure Koinzidenz, daß am Morgen dieses nassen Erwachens der "anrüchige" Isaak Swaine sichtlich übermüdet in der Mannschaftsmesse aufwachte. Andererseits: könnte er des Nachts vielleicht Dinge getan haben, die ihn am nächsten Morgen verausgabt und müde wirken ließen? Zum Beispiel etwas wie das Fenster zur Passagierkabine nachts zu öffnen?
Wickham fragt Seemann McConnel "Guter Mann, weißt Du, wie lange der Rudergänger bereits an Bord ist? War er bereits Teil der Mannschaft, als der Vorfall im Logbuch eintrat? Und wie lange bist Du bereits hier angeheuert?" McConnel antwortet direkt und ohne Umschweife: "Master Wickham, der Rudergänger gehört zur ursprünglichen Besatzung. Er ist schon lange an Bord. Ich habe eigentlich auf der "Good Hope" angeheuert. Das unsere Lady mal "Redemption" hieß, wußte ich auch nicht. Es bringt kein Glück ein Schiff umzubenennen. Bei Gott nicht!" Er bekreuzigt sich nach seinen Worten und setzt sich auf eine Bank.
"Aber, es ging ja weiter..." fährt Wickham fort. "Vorletzte Nacht wurden wir alle geweckt durch ein Vorkommnis an besagtem Fenster, welches zuvor unerklärlicherweise offenstand. Dieses Fenster wurde von dem Schiffszimmermann Seamus Quinn am Tage gesichert und befestigt, auf daß es sich nicht von selbst öffnen konnte. Und trotzdem stand es wieder offen - und nicht nur das! Da ich selbst während des Vorfalls in Morpheus Armen war, könnte bitte Thomas die Situation noch einmal allen vor Augen rufen.
Thomas denkt nur ungern an das Ereignis, reisst sich aber zusammen und erzählt Wickham und den anderen knapp was während der betreffenden Nacht vorgefallen war: "Letzte Nacht hörte ich aus dem Nebenraum einen Schrei, der von Mrs. Roberts zu kommen schien. Die Tür sprang auf und ich sah durch die geöffnete Türe hindurch ein gar seltsames Geschöpf, eine kahle Fratze eines Mannes wohl. Diese starrte mich durch das geöffnete Fenster an. Sie muss Mrs. Roberts doch sehr erschreckt haben. Ich sprang auf und schloss das Fenster wieder, als auch schon Kapitän Clifford im Raume stand mitsamt Bootsmann Sid Barnett, der erstaunlich frühzeitig eintraf. Der Kapitän jedenfalls wirkte so, als ob er aus dem Schlafe gerissen sei, der Bootsmann jedoch hatte wohl entweder Dienst in der Nacht oder einen anderen Grund zu der Zeit bereits vollständig angekleidet in der Nähe des Geschehens zu sein. Ich erstattete dem Kapitän Bericht, Master Wickham, da Ihr selbst tief geschlafen habt und ich eure selige Ruhe nicht stören wollte." "Danke Thomas, für Deinen kurzen Bericht - das letzte Detail hättest Du übrigens durchaus weglassen können." setzt Wickham hinzu und fährt fort:
"Ich selbst stellte am Tage Kapitän Clifford ein paar Fragen wegen dieser Begebenheit. Jedoch zeigte sich Kapitän Clifford nicht sehr auskunftsfreudig. Bedenken wir bitte, daß die Schilderung von Thomas der Beschreibung im Logbuch frappierend ähnelt, so ist für mich zumindest schwer verständlich, daß der Kapitän nicht früher ernstzunehmende Maßnahmen ergriffen hat. Er hätte die Gefahr - wenn es denn eine ist - doch schon kennen müssen. Und hier kommt mein persönlicher Zweifel: es wurde ein unglücklicher Seemann durch Kielholen getötet, nachdem es die gesamte Mannschaft aufgrund der Änderungen an seinem Aussehen mit der Angst zu tun bekam. Da der Kapitän so etwas also schon einmal erlebt hatte, wollte er vielleicht eine Meuterei vermeiden und hat deshalb nicht offensichtliche Schritte eingeleitet. Dies ist nur verständlich. Was ich jedoch nicht verstehe ist: Was ist, wenn diese Änderungen nicht etwas gefährliches sind, sondern nur ein persönliches Unglück wie manch ein Aussatz, welcher nicht ansteckend ist, doch den Betroffenen für immer entstellen mag? Und was, wenn es eine Krankheit ist die TATSÄCHLICH ANSTECKEND ist? Kann dann jeder an Bord befallen werden? Ist sichergestellt, daß mit dem Entfernen des ursprünglich betroffenen Seemanns wirklich keine Ansteckungsgefahr mehr besteht? Hier ist sicherlich ein Fragengebiet, in dem die Expertise von Master Stratton gefragt ist. Ihr, werter Master Stratton, werdet sogleich Gelegenheit erhalten, Euch zu meinen und zu Euren eigenen Vermutungen zu äußern. Ich bitte Euch nur, meine Ausführungen noch kurz zu Ende anzuhören, bevor die Reihe an Euch ist." Master Stratton will schon etwas entgegnen, wie seine kämpferische Miene verrät, doch entschließt er sich in letzter Sekunde anders und schenkt sich, weiter zuhörend, ein Glas Port ein.
"Kommen wir nun zum Zusammenstoß letzte Nacht. Hier hat sicher jeder viel genug erfahren, so daß jedem klar sein dürfte, daß die Kollision, die unser Schiff mit etwas hatte, die Seetüchtigkeit für den Rest der Reise deutlich gesenkt hat. Hier müssen seemännische Entscheidungen getroffen werden, ob und wo wir einen sicheren Hafen für Reparaturen anlaufen können, oder ob es dem Schiff tatsächlich noch zuzutrauen ist, bis nach Westindien sicher und wohlbehalten zu reisen. Für mich als Laien sieht dies nicht so sicher und vertrauenserweckend aus, wie es wünschenswert wäre. Hier ist sicher eine Entscheidung des Kapitäns gefordert - sobald er wieder nüchtern ist, sollten wir dies mit ihm besprechen.
Was mich jedoch wundert ist, daß es erst dieses Zusammenstoßes bedurfte, daß Kapitän Clifford es für nötig befand, uns einzuweihen in die Vorgänge auf der alten "Redemption". Der offenen Fragen sind viele: Warum hat man das Seil beim Kielholen gekappt, statt den Leichnam zum Beweis und Beleg des Handelns des Kapitäns zu bergen und ihn (wie oftmals üblich) in einem Faß mit in den nächsten Hafen zu transportieren? Vielleicht hätte eine weniger drastische Maßnahme auch ausgereicht wie ihn in Eisen zu legen, bis man Land erreicht hatte? Wer war eigentlich der Seemann, der ertränkt wurde? Hatte er Verwandte? Ist vielleicht ein Verwandter von ihm mit an Bord? Vielleicht ist diese Krankheit eine, die in der Familie liegt? - Eine Vermutung meinerseits: der Rudergänger Isaak Swaine riecht nicht nur so seltsam kränklich, er hat sich in meinen Augen auch seltsam verhalten.
Als Eingeweihte in die Vorgänge der "Redemption" ist es unser Obliegen nun baldigst Nachforschungen anzustellen und auch den Kapitän und die Offiziere befragen. Die Mannschaften sollten jedoch nicht offen befragt werden, da dies eine Meuterei auslösen könnte. Nachforschungen bei den Mannschaften sehe ich als Aufgabe für Seemann McConnel. Mit den Offizieren sollte reden, wer bisher einen guten Kontakt zu diesen hatte - also insbesondere Thomas. Ich werde den Kapitän nach seiner Ausnüchterung mit Nachdruck um mehr Informationen bitten.
Eventuell spielt die schwarze Statuette, deren unguter Anblick jedem noch gegenwärtig sein dürfte, hier auch eine Rolle. Sie kann zwar nicht bei der im Logbuch angegebenen Reise mit dem unguten Vorfall beteiligt gewesen sein, da ja McDougan sie erst an Borg gebracht hatte, außer: sie gehörte einem Matrosen der Redemption, der sie zufällig an McDougan verkauft hatte. Ich weiß nur nicht, wie man dies herausbekommen soll. Vielleicht ist es das Beste, wir orientieren uns an den Vorschlägen von Schwester Ilsegart und werfen das gottlose Übel über Bord. Ich wollte nur jedem hier noch die Gelegenheit geben, sich dazu eine Meinung zu bilden, bevor wir etwas tun, das nicht wieder zurückgenommen werden kann.
Was mich zur Zeit aber noch vielmehr beunruhigt ist die Frage: mit was sind wir nun wirklich kollidiert? Wer hat was gesehen? Ich bitte alle Anwesenden hier und jetzt alle Erkenntnisse und Gesichte offenzulegen, da es nicht mehr um uns als Individuen geht, sondern um alle Seelen an Bord dieses Schiffes! Wenn es ein Wal war, wird er wohl nicht wiederkommen. Wenn es etwas anderes war, was ich kaum zu denken wage, so besteht Gefahr, daß die schwere Kollision der letzten Nacht sich wiederholen könnte. Daher müssen wir Wachen aufstellen, die See auch nachts beobachten und mit Laternen ausleuchten. Wir müssen die Geschütze in Einsatzposition bringen und eine generelle Wachsamkeit bis zum Morgen pflegen. Meine Damen und meine Herren, an Schlaf ist diese Nacht nicht zu denken. Jeder muß seinen Beitrag tun, damit wir alle gerettet werden, oder was ist Eure Meinung dazu? Ich bitte alle, sich hier schnell zu äußern, damit wir noch Zeit genug für Handlungen haben und nicht von einer weiteren Kollision überrascht werden. Eile ist geboten."
Rose sitzt am Tisch und hört den ausschweifenden Worten Wickhams zu...eine Untersuchung? Diese ungeheure Statuette verbreitete tatsächlich eine Art....nun...ungutes Gefühl. Aber war das wirklich der Ursprung dieses nächtlichen Zwischenfalls? So wirklich wollte sie nicht daran glauben. Andererseits konnte es nicht schaden dieses häßliche Ding loszuwerden. Sie hebt den Kopf und schaut Wickham in die Augen als sie sagt: " Ich denke wir könnten die Statue in´s Meer werfen, wenn sich die Anwesenden dann besser fühlen, jedoch wehrt sich meine christliche Erziehung dagegen, einem solch heidnischem Ding eine Art Macht zuzutrauen. Wenn Ihr also denkt, den Menschen auf diesem Schiff ist geholfen, wenn wir es loswerden, worauf wartet Ihr noch? Wir haben nichts zu verlieren!"
Rose erhebt sich. Nimmt die Serviette auf Ihrem Schoß und greift nach der Statue......Wickham steht auf, doch sie ist schneller. Mit raschen Bewegungen wickelt sie die Statue in die Serviette und wendet sich zur Tür....
Rose erhebt sich. Nimmt die Serviette auf Ihrem Schoß und greift nach der Statue......Wickham steht auf, doch sie ist schneller. Mit raschen Bewegungen wickelt sie die Statue in die Serviette und wendet sich zur Tür....
"Ihr seht einen Mann mit aufgerissenen Augen die Treppe raufstürmen..."
"Oh, mein Gott! Sie haben ihm die Augen aufgerissen!!!!"
"Oh, mein Gott! Sie haben ihm die Augen aufgerissen!!!!"