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Verfasst: Di Jan 28, 2003 21:13
von Daniel
In der Kabine, in die ihr geführt werdet, befindet sich ein Mann mit rotem Haar und sitzt auf einer der 4 Doppelstockkajüten. Die Dame kommt ebenfalls in die Kabine um ihre Reisegefährten zu begrüßen.
Der rothaarige spricht mit schottischem Akzent:
"Gestatten, daß ich mich vorstelle, mein Name ist Henry Mc Dougan..."
Verfasst: Di Jan 28, 2003 21:29
von The Dodger
Im ersten Moment ist Gareth verblüfft, dass es sich nicht um Einzel- oder wenigstens Zweierkabinen handelt, die er aus unerfindlichen Gründen erwartet hat, sondern um eine Großraumkabine. Jedoch findet er sich mit der Situation sehr schnell ab, denn er hat nie sonderlich wert auf Luxus gelegt und liebt normalerweise den Kontakt zu Leuten. Er sieht sich nach seinem Gepäck um und findet es auf dem unteren Bett der Doppelstockkajüte, auf deren oberem der Mann sitzt, der sich als Henry Mc Dougan vorgestellt hat. Er geht darauf zu, nimmt seine Taschen vom Bett und schiebt sie unter das selbige. Anschließend streckt er dem Rothaarigen die Hand entgegen.
Sehr erfreut, mein Name ist Gareth Stratton und ich bin meines Zeichens ein Medicus. Da wie wir ich sehe uns eine dieser netten Doppelstockkajüten teilen, möchte ich ihnen eine schöne Überfahrt wünschen und hoffe, dass wir gut miteinander auskommen werden.
Während der letzten Worte lächelt er müde, nimmt dann sein allgegenwärtiges Köfferchen und geht Richtung Tür. Als ihn Thomas daraufhin fragend anschaut, entgegnet Gareth ihm mit einem Grinsen:
Ich will sehen, ob ich diese Hose noch retten kann. Verdammte Blutflecken.
Da er dabei auf Thomas achtet und nicht auf den Weg, stößt er versehentlich gegen die junge Dame.
Excusez-moi, Mademoiselle! haucht er ihr entgegen. Als er ihr daraufhin tief in die Augen schaut, sieht er darin wie vorhin noch Angst und Neugierde, jedoch auch Verwirrung. Sein Verdacht, dass sie nicht zum Bildungsbürgertum gehörte, schien sich zu bestätigen. Sprecht ihr kein Französisch? Verzeiht, ich wollte mich nur bei euch entschuldigen.
Mit einem fröhlichen Pfeifen zwängt er sich an ihr vorbei und verlässt die Kabine...
Verfasst: Di Jan 28, 2003 22:31
von Lhankor Mhy
Wie gewohnt hat Wickham die lästigen Verhandlungen um das Entgeld für die Reise von Thomas erledigen lassen. Das Schiff ist zwar das nächste, das nach Westindien ausläuft, macht aber ansonsten in jeder Beziehung einen seiner Stellung unangemessenen Eindruck. 'Ach, was wären denn Reisen ohne etwas Unbequemlichkeit', seufzt Wickham innerlich, 'Wie sollte man sonst die Damen in den Salons zum Erröten bringen mit Berichten von Entbehrung und Abenteuern, die solch eine weite Reise unweigerlich mitsichbringen wird.' So schickt er sich denn in die paar Quadratfuß Boden, der ihm die nächste Zeit das Festland ersetzen soll.
Als er jedoch die Unterbringung, welche für die Fahrgäste gedacht war, vor sich sieht, wird er erst bleich wie Kalk, dann rot wie ein Krebs in kochendem Wasser. Und dann steht er auch schon vor Kapitän Clifford. "Ja, die entbehrungsgewohnte Englische Seefahrt ist schon jetzt für mich sehr beeindruckend. Nun kann ich besser nachvollziehen, was mein guter Vertrauter , Kapitän Wentworth, immer über das Leben auf See erzählt hat. - Im übrigen dürftet Ihr Euch wohl auch noch an Kapitän Wentworth erinnern. Er hat mit Euch zusammen die Gewürzroute bereist, als Ihr und er noch Kadetten waren. Er empfahl mir Euer Schiff und - besonders nachdrücklich - Euch als dessen Kapitän und trug mir auf Euch seine Grüße auszurichten."
Kapitän Clifford ist etwas verwundert über die Rede Wickhams, jedoch ist der gute alte Wentworth ihm seit langem ein geschätzter Kapitän, mit dem zur See gefahren zu sein, man durchaus stolz sein kann. Jedoch, wie es die Unwägbarkeiten der Seefahrt so mitsichbringen, kann es sein, daß man sich auf Jahre immer wieder verpaßt - mal ist der eine auf See, mal der andere und so hat er den Kontakt nicht pflegen können. "Nun, Master Wickham, Eure Nachricht erfreut mich sehr und ich bin Euch für die Überbringung sehr verbunden. Habt Dank und möget Ihr die Überfahrt genießen können." Kapitän Clifford will sich gerade etwas zur Seite bewegen, um ein paar Matrosen besser im Blick zu haben, die beim Stauen sind, als sich Wickham wieder in sein Blickfeld drängt. "Werter Kapitän Clifford, Ihr seid mir als jemand empfohlen worden, der sensibel genug ist, die guten alten Englischen Werte so hoch zu halten, wie es einem jeden Ehrenmanne bekommt. Darum werdet Ihr auch unmöglich mit einer Lage vorliebnehmen können, in der die Grundwerte unserer Gesellschaft in geradezu revolutionärer Art mißachtet werden." Kapitän Clifford sieht Wickham etwas verwundert an, 'Was mögen diese Worte nur bedeuten' scheint auf sein wettergegerbtes Gesicht geschrieben zu stehen.
Wickham sagt mit niedergeschlagener Miene: "Euch dürfte nicht entgangen sein, daß die Unterkunft für Eure Fahrtgäste eine ganz und gar unenglische Vermischung der Stände erzwingt. Dies mag auf manchen Eurer Fahrten nicht zutage treten, jedoch ist es auf dieser Fahrt offenbar. Wollt ihr, daß ein Sproß einer der ältesten Familien aus Derbyshire sich in Gemeinschaft mit Abkömmlingen von schlechter Geburt aufhält? Soll sich Betreffender vor seinen Unteren ankleiden lassen? Das kann nicht sein! Dies ist nicht zu ertragen!" Dem Käpitän wird es bei diesen Worten etwas unwohl im Bauch - eigentlich ist er ja seefest, aber dieser Wickham macht ihn schwindeln.
"Ihr als DIE Respektsperson schlechthin an Bord wollt doch sicherlich nicht an den Grundfesten unserer Nation rütteln, nicht wahr? Nein, das wollt Ihr nicht. Wie könnt Ihr also diese mißliche Lage zum Guten wenden, fragt Ihr Euch. Wickham blickt ihm offen in die Augen: "Nun, das ist ganz einfach: Ihr laßt einfach einen Eurer Maate mit dem Anderen die Reise zusammen in einer Kabine verbringen - sie werden ja ohnehin die meiste Zeit an Bord zu arbeiten haben. Und die so glücklicherweise freigewordene Kabine überlaßt Ihr mir und meinem Leibdiener für einen kleinen Aufschlag zur Überfahrt von sagen wir 20 von Hundert auf den Preis, den wir bereits gezahlt haben. Und, laßt für den Maat, der bereitwillig Eurem Befehl folgt noch einmal die Hälfte des Aufschlages zur Seite setzen. Dafür wird Eure Treue zu den Werten des Vaterlandes nicht befleckt sein und meiner Wenigkeit wird es möglich sein unter Zuhilfenahme meiner angeborenen Bescheidenheit das Mindestmaß an Standesmäßigkeit zu bewahren, ohne daß kein Engländer den Boden der Mutter England verlassen sollte."
Der Kapitän schluckt schwer und überlegt ...
Verfasst: Mi Jan 29, 2003 13:40
von The Dodger
Als Gareth vom vergeblichen Versuch zurückkehrt, seine Hose von den Blutflecken zu reinigen, bekommt er beinahe das ganze Gespräch mit, denn auf dem kleinen Schiff ist die Diskussion zwischen Wickham und Kapitän Clifford kaum zu überhören, vor allem, da Ersterer in seiner Wut etwas lauter spricht, als er es eigentlich will. Gareth hat etwas derartiges erwartet, es war offensichtlich, dass ein Mann von Adel nicht in jener engen Kabine mit fünf anderen Leuten Quartier beziehen würde, schon gar nicht, bei den hier vorhandenen Standesunterschieden. Gareth bezweifelt zwar, dass es anders gewesen wäre, wären sie alle von Adel gewesen, aber was spielt das schon für eine Rolle. Wahrscheinlich hätte dann jeder so ein Theater aufgeführt und eine eigene Kabine für sich beansprucht. Bei dem Gedanken an das dabei entstehende Chaos muss Gareth wieder lächeln.
Ihm gefällt die „Good Hope“, sie ist zwar nur ein kleines Schiff, aber sehr ordentlich, die Besatzung macht einen guten Eindruck auf ihn und er freut sich auf eine interessante Überfahrt mit den Mitreisenden in seiner Kabine. Soll Wickham doch seine eigene Kabine haben, das macht wahrscheinlich vieles einfacher. denkt er sich im Stillen. Auf diese Weise kann ich später jedenfalls leicht ungestört mit ihm reden.
Munteren Schrittes tritt er an Wickham und den zögernden Clifford heran. Mit beruhigender Stimme sagt er zu dem Kapitän: Werter Kapitän, Lt. Wickham hat recht, ein Mann von Adel gehört nicht in eine Kabine mit dem niederen Volk. Sein Vorschlag hört sich doch äußerst vernünftig an, und die Entschädigung für alle Beteiligten ist mehr als großzügig. So zögert nicht länger, sondern macht euch daran, die neue Unterkunft für Lt. Wickham vorzubereiten, denn je schneller die Sache erledigt ist, desto schneller kann das Geschehen an Bord wieder seinen gewohnten Gang annehmen, meint ihr nicht?
Clifford sieht Gareth kurz verwundert an, nickt dann aber Wickham zu und macht sich daran, seinen 2. Maat aufzusuchen.
Wickham wirft Gareth einen genervten und fragenden Blick zu, bevor er jedoch etwas sagen kann, entgegnet ihm Gareth: Entschuldigt vielmals meine Einmischung, doch ich war der Ansicht, dass ein paar ruhige Worte die Angelegenheit einfacher und schneller regeln würden, als ein hitziger Kopf. Mit einer kurzen Verbeugung, geht Gareth wieder Richtung der Passagierkabine.
Verfasst: Mi Jan 29, 2003 15:45
von Lhankor Mhy
Noch während Kapitän Clifford Wickhams durchaus vernünftigen Vorschlag recht durchdenken kann, kommt der Medicus, Master Stratton, an Deck und gesellt sich, nachdem er anfangs mit Eifer an seiner besudelten Hose herumgeschrubbt hat, unaufgefordert zu den beiden.
Wickham ist durchaus irritiert über das unzivile Auftreten, mit dem er sich in eine Unterhandlung von Gentlemen in ernsten Angelegenheiten mischt. Die Impertinenz des Medicus macht Wickham - und dies ist eine wahre Seltenheit - beinahe sprachlos. Er schaut den Medicus finster an, als dieser, nachdem der Kapitän etwas Unverständliches murmelnd unter Deck gegangen ist, sich in sein Blickfeld drängt und eine Art Entschuldigung formulierend auf selbstgerechte Art seine Einmischung rechtfertigt und dabei die Dreistigkeit besitzt in demselben Atemzug Wickham einen "hitzigen Kopf" zu unterstellen.
'ICH ein Hitzkopf! Unerträgliche Person!', denkt sich Wickham, der während des gesamten Gesprächs mit dem Kapitän eine gelassene innere Ausgeglichenheit an den Tag gelegt hatte. 'Sollte hier jemand spitzere Ohren haben, als sie ihm Gutes tun können?' fragt sich Wickham gerade, als der Kapitän mit dem Schiffszimmermann im Schlepp wieder auf Deck kommt und zu ihm sagt: "Master Wickham, Ihr seht, daß ich nichts unversucht lasse, die Grundfesten unserer stolzen Nation nicht ins Wanken zu bringen. Daher kann ich mit Stolz vermelden, daß es mir gelungen ist eine standesgemäß separate Unterkunft für Euch zu finden. Mein Zimmermann hier wird den Raum neben der Gruppenunterkunft nach Euren Vorgaben - und soweit dies mit Bordmitteln möglich ist - zu einer eigenen Kabine umbauen. Verfügt über ihn wie Ihr wünscht, doch nicht länger als bis Mittag, denn er ist für Anderes unentbehrlich. Ich denke, dies dürfte Eure Überfahrt angemessener ermöglichen und über die Vergütung werde ich dann mit Eurem Diener reden."
Wickham ist darüber hocherfreut und sagt: "Ihr habt wohl getan, guter Kapitän! Ihr seid wahrlich ein Mann, der in Notlagen die Übersicht bewahren kann!" Er gibt dem Zimmermann einen Wink ihm zu folgen und macht sich auf den Weg zur beschriebenen Kabine, nicht ohne vorher Thomas aufzugreifen, der schon wieder die Nähe der Nonne gesucht hat. 'Guter Thomas, hat er ein so starkes religiöses Bedürfnis, das er mit dieser Katholikin so viel Konversation machen muß, wo sie doch so entschieden eine indiskutable Partie für einen Mann von seinem Format ist. Sein Vater hätte ihm sicher eher die eine Witwe des Tuchhändler in Brighton gegönnt, wenn er nicht so zimperlich wegen deren Alter gewesen wäre.'
Verfasst: Mi Jan 29, 2003 16:29
von The Dodger
Während er zu der Gruppenkabine geht, denkt Gareth über das gerade Geschehene nach. Irgendwie spürt, ja weiß er, dass er Wickham verärgert hat. Bei dem Gedanken muss er wieder grinsen. Die guten alten Englischen Werte.murmelt er vor sich hin, dass ich nicht lache! Gareth hat nie sonderlich viel vom Englischen Feudalismus und Ständebewusstsein gehalten und nutzt gern jede Gelegenheit, ein wenig dagegen zu sticheln, jedoch nie so weit, als dass es ihn in größere Schwierigkeiten bringen würde. Wickham wird sich schon wieder einkriegen – früher oder später. Die Überfahrt wird seine Arroganz wohl auch ein wenig mildern. denkt sich Gareth, als er die Kabine wieder betritt.
Verfasst: Mi Jan 29, 2003 17:52
von Dor Kalach
Thomas sieht sich in der Kabine genauer um.
Der Medicus scheint ein Stockbett mit einem rotharigen Fremden zu teilen, und die beiden Weiber scheinen dasselbe mit einem anderen Bett zu tun.
Er wendet sich den beiden Frauen zu und geht in ihre Richtung.
Die Jüngere ist ihm vorher gar nicht so direkt aufgefallen. Wann kam sie denn, und woher?
Sie scheint recht hübsch zu sein, mit edleren Kleidern bekleidet, in denen sie sich allerdings nicht recht wohl zu fühlen scheint. Ihr Blick huscht immer wieder ängstlich durch den Raum und zur Tür.
Erwartet sie noch jemanden? Ihren Liebhaber gar?
Langsam lässt Thomas seine Blicke über ihre, durch die Kleider kaschierte, aber dennnoch erkennbare Figur gleiten. Ja, sie gefiel ihm.
Plötzlich wähnt er Schwester Ilsegards Blick und wendet sich ihr zu.
"Ihr kommt aus einem Franziskanerkloster in Südengland?
Es freut mich doch, wenigstens von einer Katholikin auf dieser 'Reise' begleitet zu werden, und noch dazu von einer, die in Glaubensdingen bewanderter ist als manch anderer."
Da taucht auch schon Master Geoffrey auf und winkt ihm zu ihm zu folgen.
Verfasst: Mi Jan 29, 2003 18:24
von Lhankor Mhy
"Thomas, mein Guter, verzeih mein abruptes Einfordern Deiner Aufmerksamkeit, jedoch gab mir der gute Kapitän seinen Schiffszimmermann und einen Raum hier gleich nebenan zur Verfügung. Der gute Handwerker steht uns leider nur bis Mittag zu Diensten und muß somit gleich ans Werk gehen können." sagt Wickham, während er Thomas zur Wand neben dem Gruppenzimmer führt.
"Also, hier könnte eine Türe hinein. Die Türe darinnen zur Speisekammer sollte besser gut verrammelt werden, da sonst die Mäuse zur Plage werden. Ich stelle mir das in etwa so vor ..."
Wortreich beschreibt Wickham seine Wünsche. Vor Thomas geistigem Auge bildet sich so langsam ein Bild dessen, was sein Herr gerne als Kabine sehen würde.
"Also Thomas, ich werde mich nicht ohne Not dem Lärm und Schmutz des christlichen Handwerks aussetzen und gehe an Deck um etwas in mich zu gehen. Da Du die notwendigen Verbesserungen an der Unterbringungsqualität in diesem Schiff nun genauso gut kennst wie ich, ist es wohl besser, wenn Du dem guten Handwerksmann etwas auf die fähigen Hände schaust. Leite ihn nur recht an, denn bis Mittag ist nicht viel Zeit!" Mit seinem guten Tagwerk bisher sehr zufrieden gibt Wickham Thomas einen Wink zum Abschied und geht an Deck (wo er zunächst einmal ein paar Seeleuten bei der Arbeit im Weg steht).
Die erhoffte frische Luft findet Wickham an Deck jedoch nicht, da schwitzende Leiber geschäftig irgendwelche seemännischen Handreichungen leisten, während von der Seeseite her ein fischig-modriger Geruch die Nase weniger betäubt denn sie beleidigt.
Verfasst: Mi Jan 29, 2003 22:21
von Vera
Schwester Ilsegart sucht das Bett in der hintersten, dunkelsten Ecke aus. Sie fürchtet sich. Sie fürchtet sich vor der langen Seereise, vor den fremden Menschen hier und vor allem vor Westindien.
Sie zieht aus ihrer ärmlichen Reisetasche ein goldenes Kruzifix und hängt es an einen Nagel über ihr Bett.
Ob Mr. Thomas wohl so freundlich wäre und mir noch einen Nagel in die Wand schlagen könnte, fragt sie sich, dann könnte ich noch die Heiligenbilder vom Hl. St. Nikolaus und das des Hl. Christopherus aufhängen.
Gerade wollte sie aufstehen und Mr. Thomas um diesen Gefallen beten, aber da war auch schon wieder dieser seltsame Sir Wickham und befahl Thomas ihm eine eigene Kabine herzurichten. Die Welt außerhalb des Klosters ist schon um ein vielfaches komplizierter als diese schöne, ruhige Welt hinter den dicken Mauern. Wie sehr vermisst Schwester Ilsegart die Tage mit den festen und immer gleichen Abläufen. Ora-et-labora, beten und arbeiten. Doch sie hatte sich entschieden.
Etwas schüchtern schaut sie die Anwesenden in dem Passagierschlafzimmer an. Was sie wohl alle nach Westindien treibt?
Schwester Ilsegart schaut zu dem Schotte mit der schönen Stimme "Grüß Euch Gott, Henry Mc Dougan, mein Name ist Schwester Ilsegart, möge der heilige Christopherus uns alle auf unserer langen Reise beschützen."
Verfasst: Mi Jan 29, 2003 22:44
von Dor Kalach
Thomas erklärt dem Zimmermann, was sein Herr denn gerne für Änderungen an der Kabine hätte.
Seamus Quinn heisst der gute Mann, ist 32 und scheint ein Fable für alte Seemanslieder zu haben, denn er singt (oder besser gröhlt) sie wärend seiner Arbeit in grausiger Lautstärke, was mehr nervtötend wirkt als die Schnapsfahne, die er um sich herum trägt.
Ja, er scheint dem Rum nicht abgeneigt zu sein, der Gute, aber an Borxd fällt es ja nicht auf wenn einer schwankt.
Quinn macht sich murrend an die Arbeit und arbeitet schnell und mehr oder minder sorgfältig, lediglich Schnitzen scheint er gut zu beherrschen, und es wirkt als ob er dies auch gerne tut. Thomas weist ihn mehrmals zurecht, er solle doch ordentlich und sauber arbeiten. Die Barrikade der Tür zur Speisekammer liess er sogar nochmals einreissen und neu errichten, da sie ihm nicht dicht genug erschien.
Die Kabine ist zwar schmal, doch bietet sie mittlerweile doch geringfügigen Komfort, sofern man auf diesem Schiff überhaupt von Komfort reden kann. Ein schmaler Bettkasten mit Strohmatratze, ein kleines Wandboard für Kerze, Geldbörse und ähnliches sowie zwei Nägel in der Wand als Kleiderhaken.
"Guter Mann, habt Dank für Eure Mühe, die Euch hier so lange von Eurer Arbeit abhielt, doch könnt ihr nicht noch 2 dieser Bretter hier an der Wand befestigen, als Regal zur Ablage diverser Kleidung?"
Murrend tut der Seemann wie verlangt, packt sein Zeug zusammen und macht sich auf die Socken, nicht allerdings ohne sich vorher um seine Bezahlung zu kümmern, was Thomas selbstverständlich erledigt.
Nun gilt es nur noch etwas sauber zu machen und die Koffer des Herrn Geoffrey auszupacken.
Verfasst: Mi Jan 29, 2003 22:58
von The Dodger
Kurz nachdem Gareth die Kabine betreten hat, verlässt Thomas diese, um seinem Meister die eigene Kabine einzurichten. Gareth geht sich zu seiner Kajüte unter derjenigen des Schotten, der sich nicht bewegt zu haben schien, seit er die Kabine zum ersten Mal betreten hat. Fröhlich pfeifend kramt Gareth in einer seiner Taschen, holt ein ziemlich mitgenommen aussehendes Buch heraus, legt sich damit in die Kajüte und beginnt halbherzig darin zu blättern, denn er konzentriert sich kaum auf das Buch, sondern beobachtet viel mehr, was die anderen Passagiere tun. So sieht er zu, wie die Schwester ihr Kruzifix an die Wand hängt, und die junge Dame, deren Namen er immer noch nicht kennt, ein paar Sachen auspackt und anschließend ratlos dasteht. Der Schotte befindet sich nicht in seinem Blickfeld, doch auch er scheint sich damit zu begnügen, dazusitzen und zu beobachten, jedenfalls rührt er sich nicht. Nach einigen Momenten völliger Stille wendet sich die Nonne von ihrem Kruzifix ab und fängt verlegen ein Gespräch mit Mc Dougan an. Nun ja, wenn sich die beiden jetzt unterhalten, so will ich sie in Frieden lassen. Gareth klappt sein Buch zusammen, klemmt es sich unter den Arm, und geht, nachdem er sich mühsam aus seiner Kajüte gezwängt hat, die paar Schritte zu der jungen Dame hinüber, die noch immer einen verlorenen Eindruck macht.
Wertes Fräulein, darf ich mich vorstellen, mein Name ist Gareth Stratton. stellt er sich ihr vor, wobei er eine leichte Verbeugung vollführt. Kann ich euch in irgendeiner Art und Weise behilflich sein? Ihr macht nicht den Eindruck, als wärt ihr bereits oft allein gereist.
Verfasst: Do Jan 30, 2003 2:07
von Lhankor Mhy
"Ohhhh, ist das wenig erquicklich!" seufzt Wickham halblaut vor sich hin. Eine geraume Weile hat er inmitten der zweifelhaften Ausdünstungen hart arbeitender Matrosen versucht ein Fleckchen an Deck zu finden, an dem er nicht ungehobelt darauf hingewiesen wurde, daß er gerade im Weg stünde. Als dann Kapitän Clifford in wenigen Schritten Entfernung auftauchte, wollte Wickham gerade zu ihm hinüber eilen, um ein wenig intelligente Konversation zwischen Gentlemen zu machen. Jedoch mußte der Kapitän wohl sehr eilig an anderer Stelle des Schiffes Anweisungen geben, wie man aus der Geschwindigkeit, mit der er davoneilte, entnehmen konnte.
Das Sägen, Klopfen und Hämmern aus der Richtung seiner zukünftigen Kabine hatte ohnehin schon eine kurze Weile nachgelassen, und nun, da Wickham den Schiffszimmermann vorbeitrotten sieht, denkt er 'So ist es recht, guter Thomas. Es ist noch lang nicht Mittagszeit und die Kabine ist schon fertig! Nun, da will ich Dir für eine Weile nicht weiter in deine Unternehmungen romantischer Natur hineinreden - ich denke, daß dies ein guter Weg ist, meine Verbundenheit für Deine Tüchtigkeit auszudrücken.'
Wickham geht zu der neu eingebauten Türe, die noch nach frischbearbeitetem Holz riecht und tritt ohne zu zögern ein. Etwas überrascht schaut Thomas von den diversen geöffneten Reisetruhen und Taschen auf, die er gerade auszupacken oder für die Seereise passender einzuräumen geschäftig ist. "Master Geoffrey, trifft dies Eure Vorstellung?" fragt Thomas. Wickham schaut sich kritisch um, bemerkt an der einen oder anderen Stelle ein wenig schlampige Arbeit, aber das Gesamtbild ist so erfreulich wie man es sich unter den Umständen an Bord nur wünschen könnte. "Guter Thomas, Du hast Dich beinahe selbst übertroffen. Sogar Regale hast Du eingebaut! Wie aufmerksam von Dir, muß ich schon sagen."
Wickham übersieht seine Bagage und fragt: "Sag, hast Du einen Überblick wieviel die Trageburschen in den unbeobachteten Minuten haben in ihre eigenen Taschen verschwinden lassen? Insbesondere gilt meine Frage einerseits meinen Flaschen, die hoffentlich noch vollzählig sind, denn was sollte einem hier die lange Weile verkürzen helfen? Andererseits gilt meine Frage, wie Du wohl ahnen kannst, dem Kästchen."
Thomas überschlägt in Gedanken seine Eindrücke von der Vollständigkeit des Gepäcks und sagt:"Soweit ich die Sachen bisher durchsehen konnte fehlen nur Kleinigkeiten - dummerweise die guten Knöpfe eurer hellen Jagdjacke und ein ganzes Bündel Seidentücher - gut daß Ihr noch mehr davon mitgenommen habt. Die Flaschen sind soweit noch ganz, aber ob alle mitgekommen sind, muß ich erst prüfen. Und Euer Kästchen, ja das habe ich natürlich keinen Augenblick vergessen! Es befindet sich hier in dieser Reisetruhe gleich unter den Hüten. Der Schlüssel ist noch bei Euch, denke ich?" "Ja", sagt Wickham und klopft sich auf eine Stelle am Leib, die ihm wohlvertraut als Aufbewahrungsort des betreffenden Schlüssels ist, "Du kennst mich zu gut, um daran zu zweifeln. Mir ist der Inhalt des Kästchens und seine sichere Verwahrung ein ernstes Anliegen. Wir nehmen damit etwas mit in die Neue Welt, das es dort sicherlich noch nicht gibt - zumindest nicht in dieser Art. Ich hoffe nur, das es die Fahrt übersteht." Thomas kann sich ein leichtes Lächeln kaum verkneifen, welches sein Zweifel an der Ernsthaftigkeit der letzten Bemerkung ausgelöst hat. "Darf ich erfahren, warum Du so wissend lächelst, Thomas? Ach, ich kann es mir ohnehin schon denken, frecher Kerl! Die Worte seines Herrn anzuzweifeln!", sagt Wickham mit gespielter Verärgerung. Seine Hand findet beinahe automatisch die Stelle, wo sich der Schlüssel befindet und verweilt dort einen Moment zu lang. Er besinnt sich jedoch eines anderen und sagt: "Nun, Thomas, wo wir gerade dabei sind uns einen Überblick über die Befindlichkeiten zu verschaffen, sag, hast Du noch etwas anderes Auffälliges bei Deiner Bestandsaufnahme gefunden. Wenn ja, dann laß es mich nun hören..."
Thomas antwortet nicht sofort, sondern zögert für einen Moment. Stille, durchbrochen von den Geräuschen der Geschäftigkeit an Bord, durchzieht den kleinen Raum. Thomas sieht zur Türe hinüber, sein Atem geht kaum. Wickham weiß, was er da sieht und schweigt stille und hält die Luft an. Thomas Gesicht war etwas angespannt, doch nun entspannt es sich wieder und Wickham, erleichtert, holt erst einmal tief Atem. "Nun, Master Geoffrey, Besonderes habe ich nicht zu vermelden", sagt Thomas. "Ich habe Eure Bücher alle zusammengesucht und hier in das Regal gestellt. Es sind ja nicht viele und Ihr kennt die meisten ja bereits gut. Wenn ich mich nicht irre, so solltet Ihr für etwas Abwechslung in der Lektüre mal mit anderen Reisenden sprechen. Ich bin mir sicher, daß Ihr dort etwas Lesestoff finden werdet. Tja, und was ich sonst noch so beim Herumkramen gefunden habe - nun, da muß ich erst mal überlegen..."
Verfasst: Do Jan 30, 2003 21:11
von Daniel
Die Möwen kreischen, als man Seamus Quinn, den Schiffszimmermann laut fluchen hört: "Colin, du unnützes schwaches Bürschchen, schau zu, daß du das Segel noch heute in die Hand nimmst, und schau nicht nur den Möwen hinterher und träum' von deinem Mädchen, während andere die Arbeit tun! Nimm dir ein Beispiel am stillen Tom! Der tut seiner Tage Arbeit und sagt keinen Mucks dazu!" Der junge Matrose, der wie es scheint nur einen Augenblick Luft geholt hat und sich des Lebens freuen wollte schrickt bei der Stimme zusammen, und geht rasch zu einem der Segel.
In die 'Passagierkabine' dringt ein fürterlicher Gestank.
Verwesung? Tod?
Bevor die Passagiere auch nur recht nach Atem ringen können, schaut der Rudergänger in die Kabine. Ein kurzer Blick, und er dreht sich wieder um. "Landratten" vermeinen die Anwesenden gehört zu haben, aber darauf schwören würde keiner. Ihm folgt einer der Matrosen und ruft:"Isaak, hast du den Lagerraum schon wieder verschloßen? Wir haben noch eine Eillieferung von 2 Fäßern bekommen..."---"Ja, Jim... ich geh dir kurz zur Hand."Und der dichte Schwall von nach Abwäßern, Kloake und Säure riechendem Schweiß dringt erneut in die Kabine. Henry Mc Dougan als auch der gute Thomas müßen sich schnell überlegen, wie sie mit der aufkommenden Übelkeit umgehen wollen...
Verfasst: Do Jan 30, 2003 22:44
von Tradain
Der junge Mann, der sich mir vorstellt kommt mir komisch vor. Er hat sich schon außerhalb des Schiffes keinerlei Mühe gegeben, seine Neugier zu verbergen.
"Ja, Ihr habt recht" ich lache verlegen und senke den Blick"Ich befinde mich zum ersten Mal allein auf Reisen. Vielleicht könnt Ihr mir sagen wo meine Kiste hingebracht wurde? Sie sollte heute früh angekommen sein. Wisst Ihr zufällig wann das Schiff genau ablegt?"
Ich schaue mich um. Ein durchdringender Geruch dringt mir in die Nase, aber er ist noch erträglich. Als ich aber sehe, wie einer nach dem anderen der Reisegesellschaft sich tiefgrün verfärbt, halte ich mein weißes Taschentuch vor Nase und Mund, um mein Lächeln zu verbergen.
Verfasst: Fr Jan 31, 2003 1:43
von Dor Kalach
Thomas bemerkt einen üblen stechenden Geruch in der Nase, der ihm gar nicht zusagt. Sein Magen krampft sich zusammen und er verdreht die Augen.
Geoffrey sieht, wei Thomas plötzlich bleich wird.
Auch er richt einen ekelerregenden GEruch, der ihm so zuwieder ist, dass er sich sofort wieder auf die Suche nach dem Kapitän macht, um sich zu beschweren.
Thomas stürzt durch die Neue Tür, Streift den Türbalken udn stolpert nach draussen. Er versucht die Treppe an Deck zu erklimmen und sich dort in die frische Luft zu stellen...