Vielleicht sollte man zuerst die Frage klären, ob Exoten-Systeme, die man eventuell nur ein einziges Mal spielend ausprobiert und dann verschimmeln läßt, weil sie halt doch nicht sooo toll waren, anschaffen sollte, oder ob - siehe DSA3 - solide Grundausstattung, die auch regelmäßigen Einsatz erfahren wird, angeschafft werden sollte.
Als Grundausstattung könnte man (ohne jeglichen Vollständigkeitsanspruch) mal folgende nennen:
- DSA (z.Zt. ja eher DSA4 als DSA3)
- D&D (DER Klassiker, seit Chainmail-Zeiten nicht totzukriegen und in USofA synonym mit Rollenspiel - außerdem gibt es viele, viele interessante Spielwelten dafür - auch exotischere wie Dark Sun oder Planescape. Und nach d20-Fantasy = D&D gibt es ja auch noch d20 Modern und d20 Future - z.B. für die wiederbelebte TSR-Sci-Fi-Adaption Star Frontiers, was ich früher sehr gerne gespielt habe. - Und dann wären da noch die Milliarden d20-Adaptionen wie Cthulhu, Star Wars, Star Gate, Babylon 5, Gamma World, Conan, Jeremiah, ... bis abzählbar unendlich)
- Shadowrun (auch wenn hier im Verein kaum gespielt, ist es doch nach DSA DER Verkaufs-Schlager am deutschen Rollenspielmarkt).
- World of Darkness (Old World of Darkness ist/war ein Rollenspielmeilenstein, die New World of Darkness wird das zwar nicht werden, wird aber - wie alles von White Wolf bzw. ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] in Massen gekauft werden)
- Midgard (sehr schöne Welt und klares System, ich schlage das auch nur vor, weil ich schon einige Leute mit Midgard zum Rollenspiel gebracht habe. Da ich in einem Adventsgewinnspiel bei den Blutschwerten Myrkgard, den Weltenband zur "bösen Schwesterwelt" Midgards gewonnen habe und derzeit garnichts anderes mehr lesen mag: wem Midgard zu brav, bieder und beschaulich ist, der kann mit Myrkgard das etwas andere Midgard erleben, böse, brutal und bekömmlich (Was, die ESSEN die Elfen da?)
)
- Cthulhu (Natürlich! Das darf eigentlich nirgendwo fehlen, oder?)
- InSpectres (Auch oft gespielt und sehr beliebt - somit eigentlich Standard, oder?)
- GURPS (ein verbreitetes generisches System - vielleicht sogar DAS meist verbreitete generische Rollenspielsystem auf dem Markt)
Traveller (egal ob in der GURPS-Variante, der D20-Version oder als "Classic" - ein ECHTES Science-Fiction-Rollenspiel ohne überkandidelte ES-Geschichten darf es schon mal sein).
Diese und sicherlich noch so einige weitere (ich habe ja gesagt, kein Anspruch auf Vollständigkeit - in meinem Alter kann ich nicht mehr an alles denken

) sind, wenn man so will, Standard-Rollenspiele und man sollte sie eigentlich immer griffbereit haben. Die meisten davon sind für Einsteiger geeignet und haben hohen Wiederspielwert.
Auch wenn ich selbst auf manch ein Exoten-System abfahre, so muß ich doch sagen, daß die meisten Exoten von mir auch nur gelesen, aber dann doch oft nicht gespielt werden - die Hürden sind klar: immer wieder ein völlig neues z.T. nicht leichtgewichtiges Regelsystem lernen, oder sich auf neue Spielarten einlassen (wie z.B. Enemy Gods, wo man einen Helden UND einen Gott - also zwei "Charaktere" spielt), oder eben komplexe Hintergrundwelteninformationen erst einmal zu verdauen, bevor man auch nur einen irgendwie stimmigen Charakter basteln kann.
Dann kommen noch manche "Eye Candy"-Rollenspiele dazu, wie z.B. Degenesis, von dem ich vor dem Lesen auch mehr Begeisterung empfunden hatte. Aber tolle Bilder mit nackten Leibern voller Piercings und coole Seitenlayouts machen einen schwülstigen Text ohne Aufhänger für mich als Spieler oder Spielleiter leider nicht besser. Im Vergleich: der Engel-Text war für mich das Begeisternde, nicht die Aufmachung, bei der ich sogar eben die Skepsis hatte, daß es hier auch nur eine Außen Hui, Innen Pfui Mogelpackung sei. War es aber bei Engel nicht.
Das soll nicht heißen, daß ich nicht hin und wieder den Versuch wagen möchte hier im Verein experimentierfreudige Spieler zu finden, die Enemy Gods, All Flesh must be eaten, Cats, Dragon, 50 Fathoms, Necessary Evil, HeroWars, Firefly, Everway, Over the Edge und viele andere mehr ausprobieren wollen. Aber man kann da nicht so darauf bauen, daß sich eine regelmäßige Schar finden wird (auch wenn ich z.B. den HeroWars/HeroQuest-Vorgänger RuneQuest in mehreren viele Jahre lang wöchentlich laufenden Kampagne gespielt habe und dabei noch viele Leute an der Uni zum Rollenspiel gewinnen konnte. Das kann auch bei nicht so marktmächtigen Systemen mal passieren, nur ist das dann eben eine Ausnahme - zumal der Welthintergrund für RuneQuest bzw. HeroQuest, die Welt Glorantha, so ANDERS ist, daß man sich auch als Spieler schon ziemlich einlesen sollte, um keine Knallcharge darzustellen.).
Wie auch immer:
Coole Exoten oder solide Standardsysteme, oder eine (gesunde?) Mischung - was darfs sein?