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Ein Neuling überlegt...

Verfasst: Fr Nov 25, 2005 18:50
von Ursula
...*musik von raumschiff enterprise*... Spock zoomt ins Bild, hebt seine Augenbraue und sagt im gewohnt trockenen Ton "Faszinierend!"...

Genauso geht es mir bisher auch, wenn ich im Tuvalu mit am Tisch sitze: Ein Abenteuer beginnt, und schon legen meine "Mitstreiter" los... Manchmal bin ich so hingerissen von den Szenen, die sich da entwickeln, daß ich ganz vergesse, daß ich ja auch einen Char habe :D Ich sitze da und staune, und dann fällt mir irgendwann wieder ein, hups, mein Char sollte ja vielleicht auch mal was tun. :lol:

Zwischendurch laufen Szenen zwischen den Char's ab, völlig unabhängig vom eigentlichen Spielablauf, wie im wirklichen Leben eben. :D Dann gehts weiter im Spiel, hin und her, ich kucke fasziniert zu, und dann auf einmal, ohne daß ich recht merke wann das angefangen hat, bin ich auch mittendrin in der Action. :o Jetzt gesteht mal ehrlich: Wie macht ihr das??? Ah! :idea: Gebt's zu, wenn ich nicht hinkucke, hinter meinem Rücken, wirkt einer von euch einen Neuling-Integrier-Zauber Stufe 15 ! Sonst würde das doch trotz Erschwernis um 5 nicht klappen ! :lol: Hab ich's rausgekriegt, ja? :D

Was mich bei der Sache noch ein wenig nervt, ist, daß ich auf den Char-Bögen die Werte immer so ewig suchen muß und mit den Würfelsystemen noch nicht klarkomme. Damit bremse ich so viel. Wer von euch kennt einen "Blicks-auf-den-ersten-Blick"-Zauber? Keiner? Ooooch, schaaade! Naja, ich denke, da wachse ich schon noch rein... Hmmm.

Einerseits wäre es für mich interessant, mal die verschiedenen Sachen auszuprobieren, um herauszufinden, was mich am meisten anspricht. Andererseits überlege ich dann wieder, ob ich nicht für den Anfang doch besser bei einem einzigen System bleiben sollte (das wäre dann nach jetzigem Interesse D&D).

:arrow: Und deshalb jetzt mal meine Frage an euch (Neugierig bin ich ja gaaaar nicht, ich wills nur gerne wissen: :lol: :lol: Wie war denn da eure Vorgehensweise in der Anfangszeit, und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Was würdet ihr jetzt anders machen?

Letzte Frage (vorerst :twisted: ): denk ich zuviel drüber nach? :wink:

Verfasst: Fr Nov 25, 2005 19:00
von Christoph
Hm, ich hab 2 mal DSA gespielt und mir dann mein erstes eigenes Rollenspiel entwickelt. Hilft dir das weiter? Wahrscheinlich nicht. 8)

Nope, mal im Ernst. Auch wenn Rollenspiel ein Hobby ist, braucht es doch etwas Übung, bis man sich in all den Mechanismen zurecht finden kann. Probier aus, was dir Spaß macht und irgendwann macht es wahrscheinlich mal "Schnacks" und du bist vollkommen assimiliert. Freut mich aber für dich, dass du zu diesem einmaligen Hobby gefunden hast.

Verfasst: Fr Nov 25, 2005 19:05
von Haplo
hm, ich hab in der grauen Vorzeit, bevor der Große Palaver sich erhob um seine Jünger um sich zu scharen nur AD&D gespielt oder auch nur gekannt. Dann kam eine einjährige Durststrecke da AD&D als böses Hack&Slay Sytem verschrien war. Aber das beruht wohl auf der alten Fehde zwischen DSA und AD&D. Dann kamen auf einmal alle möglichen Systeme dazu, und die habe ich auch so ziemlich alle mal mitgemacht.

Verfasst: Fr Nov 25, 2005 19:47
von Ursula
Christoph hat geschrieben:Hm, ich hab 2 mal DSA gespielt und mir dann mein erstes eigenes Rollenspiel entwickelt.
8O Wow, genial! :wow: *verbeug*
Christoph hat geschrieben:Nope, mal im Ernst.


Hopla, wer ist Ernst denn? Kenn ich den schon? :lol:
Christoph hat geschrieben:Freut mich aber für dich, dass du zu diesem einmaligen Hobby gefunden hast.


Zustimmung hoch sieben!! :D Mich freut's auch!

Verfasst: Sa Nov 26, 2005 9:12
von Eribanus
Zu meiner Anfangszeit hab ich nur AD&D gespielt, bin dann von meinen Münchner Freunden auf Rifts gebracht worden, und hab dann hier in Palaver die grosse Auswahl kennengelernt. Es ist sicher nicht verkehrt auch mal andere Systeme zu probieren, denn der Spass hängt nicht an den Regeln... aber den hast Du ja schon von allein entdeckt :wink:

Verfasst: Sa Nov 26, 2005 9:38
von Vera
Zu meiner Anfangszeit habe ich jahrelang nur DSA gespielt. Habe mich aber dann mit den anderen Regelsystemen auch sehr schwer getan.
Du mußt entscheiden wie tief Du in eine Welt einsteigen möchtest. Es gibt bei DSA (bei D&D vermutlich auch) unzählige Quellenbände in denen du neben den Spielabenden die Welt erkunden kannst.
Für mich sind die Donnerstagsrunden oft eher Spaß als ernsthaftes Spiel. Zum reinschnuppern in ein System. Meine eigentlichen, langen Kampgnen laufen außerhalb des Vereinstreffens. Denn sie würden den Rahmen einfach sprengen. Natürlich gibt es Ausnahmen und die Idee von Peter mit der "One Shot Dungeons Kampgne" ist genial.

Mein Tip: Wenns es Dir Donnerstags Spaß macht neue Systeme zu probieren, dann mach weiter. Denn in erster Linie sind wir alle dort um Spaß zu haben. Suche nebenher nach einem System in das Du tiefer einsteigen möchtest und leih Dir dafür Quellenbücher aus, oder gib Unmengen an Geld bei Ebay dafür aus und fang Deine eigene Rollenspielsammlung an.

Wann hast Du denn Geburtstag?

P.S.: Ich kapier die Regeln meistens auch erst nach der dritten Spielrunde in einem System. Auf Anhieb kann die eigentlich immer nur Björn auch nur weil der dieses T-Shirt hat und Mathe sudiert. :-)

Verfasst: Sa Nov 26, 2005 10:06
von Ursula
Vera hat geschrieben:Wann hast Du denn Geburtstag?
Erst wieder nächstes Jahr... :D
Vera hat geschrieben:...Björn auch nur weil der dieses T-Shirt hat und Mathe sudiert
Ah, Mathe, das ist immer nützlich... Hmmm, was kommt raus, wenn ElternAktiv plus neun Monate den 4.10. ergeben? *rechen, rechen* Ah, ja, eine seeeehr kalte Nacht mit viel mich-friert-so! :idea: Hey, jetzt kapier ich endlich, nach so vielen Jahren, warum ich nicht gern in die Kälte mag! :lol: Wozu Rollenspiel doch alles gut ist! :lol:

Verfasst: Sa Nov 26, 2005 15:41
von The Dodger
Vera hat geschrieben:P.S.: Ich kapier die Regeln meistens auch erst nach der dritten Spielrunde in einem System. Auf Anhieb kann die eigentlich immer nur Björn auch nur weil der dieses T-Shirt hat und Mathe studiert. :-)
Zu irgendwas muß es ja gut sein... :roll:

@ Topic:
Ganz am Anfang hab ich ein paar Jahre lang auch nur das System gespielt, mit dem ich eingestiegen bin (war Earthdawn), bis wir dann irgendwann noch auf Shadowrun gestoßen sind, und das dann noch gezockt haben. Ich denke, es ist anfangs leichter, wenn man sich auf eine Welt konzentriert und dort ein wenig tiefer einsteigt, bevor man alle möglichen Systeme abgrast, um auch mal tiefschürfenderes Rollenspiel zu erleben.
Wenn man dann mal einigermaßen drin ist, sollte man den Verein aber auch dazu nutzen, alles mögliche mal auszuprobieren. Da merkt man dann, wie viel Spaß man mit Settings haben kann, von denen man das vorher gar nicht erwartet hat...

Verfasst: Sa Nov 26, 2005 16:22
von Dennis
Am Anfang (lange ist es her) habe ich D&d gespielt. Quasi den Opa von dem jetzigen D&D. Danach sind wir (meine Jungs und Ich) auf AD&D umgestiegen. Habe im Laufe der Jahre einiges ausprobiert (DSA, Midgard, Star Wars, etc) und hier im Verein dann einieges neues kennen gelernt. Ich muss Vera zustimmen. Ich sehe die Donnerstage auch eher als Spass an, um auch mal neues auszuprobieren. Richtig ernste Kampagnen (außer der Spinnenkönigin) lassen sich meist wirklich nur im Privaten machen (da sind wir ja grad dran ;-)). Ich brauche zum Teil auch lange bis ich die Regeln gecheckt habe (so 3-4 mal), aber Regeln sind beim Spielen eigentlich zweitrangig. Eigentlich geht es um Rollenspiel und nicht um Würfeln. Und mit der zeit kann man dann auch einfach 'Wusch' machen und dann ist man drin. Übung macht den Meister. Und nicht nachdenken, machen. Um so mehr man ndachdenkt um so mehr verkopft man sich. Ist meine Meinung.

Verfasst: Sa Nov 26, 2005 18:47
von Knut
Bei mir wars im Urlaub mit meinem damals besten Kumpel...wir haben mit einem uns bis Dato unbekannten das Zimmer geteilt und am Abend meinte er:" Hey kennt ihr DSA?" wir hatten keine Ahnung aber so fing alles an....
Nach ner langen Pause (Die Gruppe ging zugrunde ums kurz zu sagen) zeigte mir jemand Earthdawn und die alte Spielsucht ist wieder erwacht! So kam ich dann auch zum Verein! Über DSA hab ich das meiste an Regeln vergessen durch die lange Pause aber Earthdawn bekom ich immer mehr raus!
Und die Donnerstage (sobald ich wieder mehr Luft und Geld für den Treibstoff hab) nehm ich auch am liebsten um neue System zu probieren und Spass zu haben! Und ich denke das es dir keiner übel nimmt wenn du 3x das Gleiche fragst um durch zu steigen oder etwas länger brauchst die richtgen Würfel zu finden. es ist immernoch ein spiel!
Ich find es optimal wenn man sich ein System raussucht und versucht sich in das gut ein zu arbeiten um es irgendwan wenn man soweit ist selbst zu leiten und nebenher ein bischen herum Probiert!

Denk weniger darüber nach sondern tu eher worauf du lust hast dann ist dir der Langzeitspass sicher denke ich. Gieb dich mehr Gedanken hin wie ist das System etwas für mich? Will ich es öfter spielen? Wenn ja, wie stellt sich dein Chara seine Zukunft vor und wie er diese erreichen will und ob das letzte Abenteuer daran etwas geändert hat.

Verfasst: So Nov 27, 2005 9:09
von Eribanus
Hei Ursula, hast Du eigentlich schon einen eigenen Charakter gemacht? Der erste is was besonderes, ich hab meinen noch... irgendwo...

Verfasst: So Nov 27, 2005 12:09
von Dennis
Ja..wir haben mir ihr schon einen gemacht. Hab meinen ersten auch noch. Wenn ich darauf meien Schrift sehe muss ich immer schmunzeln. Wie schön man mit 11 Jahren noch geschrieben hat.

Verfasst: So Nov 27, 2005 13:18
von Vera
Jaja, Szuma die Schelmin liegt hier auch noch irgendwo rum. Sie hatte eine Eichhörnchenzuchtstation. :-)

Verfasst: So Nov 27, 2005 13:21
von Daniel
Ursula hat geschrieben:Wie war denn da eure Vorgehensweise in der Anfangszeit, und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Was würdet ihr jetzt anders machen?
Vorab: Anders machen würde ich natürlich nichts. Sonst hätte ich es anders gemacht...

Meine Geschichte:
1986 / 1987 in Ulm im Hertie
Ja was ist denn das für eine coole Schachtel in der Spielwarenabteilung? Da wird versprochen: "Wir tragen euch ins Reich der Fantasie!" ("Das schwarze Auge" war der Name des Spiels, Verlag war Schmidt-Spiele), und auf der Box sind Drachen, Elfen, Jungfrauen und Helden in einer mittelalterlichen Welt zu sehen. So etwas habe ich noch nie gesehen, lese mir die Rückentexte durch und verstehe kein Wort. Nach vielen erneuten Einkaufsessions, in denen ich mich immer in der Spielwarenabteilung vergnüge, beschließe ich das "Wunder-Spiel" zu kaufen, mitsamt zwei, drei "Abenteuern", die man offensichtlich zum spielen benötigt. Für mich unfassbar ist, daß sich dieses Spiel durch das Spielen von Abenteuern "verbraucht", und auch bei einer wahnsinnig lang erscheinenden Spielzeit von 8+ Stunden sehr teuer ist (20 DM je Abenteuer).

1986 / 1987 nach dem Kauf, daheim
Hmm... Meine Mutter will, daß ich ihr das Spiel zeige... Ich verstehe das Spiel aber nicht wirklich, und kann es ihr nur grob umschreiben, und lasse sie verwundert zurück. Himmel, wo soll ich 5 Spieler für etwas finden, was ich selbst, als Vielspieler, nicht verstehe...

1987, daheim mit Freunden
Ein paar Schulkameraden wurden überredet, das neuartige Spiel auszuprobieren, und das Abklappern von "Allgemeinen Informationen", "Speziellen Informationen" und "Meisterinformationen" macht uns allen genauso Spaß wie die durch Würfel geführten Kämpfe. Nach dem Durchspielen der gekauften Abenteuer verläuft sich das ganze aber im Sande.

1990, daheim mit teils anderen Freunden
Wir probieren nochmals unser Glück, mit denselben Abenteuern, an die sich keiner mehr erinnern konnte, teilweise mit anderer Besetzung. Aber auch das verläuft sich wieder.

1995, BWK-Ulm
Beim Dienst am I-Punkt hatte ich nächtlich genügend Zeit, mir das zwar in meinem Besitz befindliche, aber noch nie gelesene Magiewerk von DSA durchzulesen. Ich war fasziniert, wenn nicht bezaubert, von dieser Welt, die sich mir auf einmal auftat. Eine Tiefe in einer Fantasie-Welt, die mich ausfüllte, und in ihren Bann zog.

1995, daheim, in neuer Besetzung
Meine Frau, die Sams, Schneider und Schlegel fanden ebenfalls (z. T. wieder) Gefallen, am Spiel in einer Fantasywelt, und aus dem "Revival" wurde schnell eine Institution. Erst jetzt wird Rollenspiel zu richtigem Rollenspiel, und mit lange geführten Charakteren wächst die Identifikation mit diesen und die Vertrautheit mit der Welt (und den Regeln) nimmt stetig zu.

1996 - 2001
Regelmäßge DSA-Spielrunden wurden aus verschiedenen Gründen immer unregelmäßiger. Die Gedanken an einen Verein wurden ca. 2000 bereits formuliert, aber eher zum Spaß, und mit dem Hintergedanken die imensen Bierkosten absetzen zu können.

ab 2002
Erste Besuche von Conventions vergrößerten den rollenspielerischen Blickwinkel, und öffneten die Augen für viele andere interessante Systeme. Die Möglichkeit sich in Vereinen zu organisieren, erschien als eine der einzigen Möglichkeiten, Rollenspiel trotz Orts- und Freundeskreiswechsel betreiben zu können. Deshalb begannen Vera, Andreas und ich mit den nötigen Vorbereitungen zur Gründung eines e.V.

2002- 2005
Eine Vielfalt an Systemen und Spielleitern führt zu einem sog. Wettstreit der Systeme, und die Zeit reicht bei weitem nicht mehr, in jede Publikation hineinzuschnuppern. Aber diese Auswahl ist schön!

Verfasst: So Nov 27, 2005 15:39
von Ursula
Hey, das ist ja hochinteressant, wie unterschiedlich sich das alles bei euch entwickelt hat - nur eins ist gleich geblieben: Jetzt sind alle im gleichen Verein und haben viel Spaß!! :D

Und ich? Hab wohl genau sofort den großen Glücksgriff getan? :lol: