Hach, man sollte einen Artikel nicht mit "hach" beginnen. Aber immer wieder kommt dieser Seufzer in mir hoch, wenn ich unser schönes Hobby betrachte. Ich will keine ausschweifenden Worte machen, sondern gleich und unverblümt auf den Punkt kommen.
1.) Rollenspiel ist ein Hobby.
2.) Rollenspiel ist ein Hobby mit einer kleinen Anhängerschaft.
Diese zwei Punkte allein sollten doch zu folgenden Annahmen führen:
1.) Mit Rollenspiel läßt sich kein Geld (von Taschengeld abgesehen, das in keiner angemessenen Relation zum Aufwand steht) verdienen.
2.) Ruhm, Ehre und Ansehen kann nur in so beschränktem Außmaß erworben werden, daß jegliche Diskussion darüber eigentlich müßig ist.
Denn:
Eines der größten Dinge die man in diesem Hobby bewerkstelligen kann, ist wohl ein eigenes Grundregelwerk herauszubringen. Aber hey, das Teil kaufen 500 Leute, vielleicht 1000, aber wie wenig ist das? Eine monatlich erscheinende PC-Spiele Zeitschrift hat eine Verkaufszahl von weit über 300.000 Stück, genauso wie Bestsellerromane. Oder denken wir an bestimmte Kritiker, die sich auf den Punkt stellen Rollenspielprodukte als Konsument zu bewerten. Und haufenweise Kritik, wie in der wiklichen Welt austeilen. Aber hey, das Teil wird von Liebhabern gekauft. Und zwar ausschließlich. Liebhaber, Sammler und ein paar wenige Spieler.
Warum ich das schreibe? Weil mir das ganze Geplärre um Ruhm, Ehre und Verdienstmöglichkeit tierisch auf den Senkel geht. Genauso wie die Kritik an Dingen um deren blose Existenz man schon froh sein muss. Wenn man in diesem Hobby etwas aktiv tut, dann spielt man nur. In einem sehr überschaubaren kleinen Rahmen.
Ein Verleger spielt Verleger, wenn er eine Verkaufszahl von 500 hat. Genauso wie ein Autor Autor spielt. Und ein Webmaster spielt Webmaster. Und ein Chefredakteur spielt Chefredakteur. Und ein Verein spielt eine gesetzlich geregelte Gemeinschaft von Menschen. Und ein Konsument spielt den Konsumenten. Es ist und bleibt ein Hobby. Vergesst dies bitte alle nie.
Fragt nicht, warum ich das schreibe. Aber vergesst es nicht. Wir spielen. Deshalb heißt es Hobby.
Rollenspiel - Ein Hobby
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Re: Rollenspiel - Ein Hobby
Oje, man sollte eine Antwort auf einen Forenbeitrag nicht mit 'Oje' beginnen, aber ...
Punkt 2.) ist schon schwammig, denn was heißt "kleine Anhängerschaft"? Klein im Vergleich zur Anzahl an aktiven und passiven Fußball-Spielern (was ja auch ein Hobby ist)? Oder klein im Vergleich zu Schach-Spielern? Oder klein im Vergleich zu Skat-Spielern? Oder klein im Vergleich zu Computer-Spiel-Spielern? - Klein ist immer relativ zu etwas anderem zu sehen, weshalb ich hier allein schon nicht zustimmen kann. Die Anhängerschaft von Rollenspielen in Deutschland und weltweit ist RIESIG. Zumindest in meinem persönlichen Vergleich, den ich mit 1979 ziehen kann, dem Jahr, in welchem ich mit Rollenspielen angefangen hatte. Damals gab es AUSSCHLIEßLICH im englischsprachigen Raum so etwas wie ein Rollenspiel-Szene, ein paar Rollenspiel-Verlage, die ersten Cons, etc. - In Deutschland gab es eine weiße Landkarte mit ein paar ganz kleinen Inselchen, wo man - per Mundpropaganda in Zeiten ohne allgemein verfügbares Internet! - mehr ahnte als wußte, daß dort auch Rollenspieler sein mögen. DAS nenne ich kleine Anhängerschaft im Vergleich zur heutigen Masse an DSA, Shadowrun, D&D, Vampire und LARP Rollenspielern, die man tatsächlich bundesweit ÜBERALL finden kann. - So klein ist die Anhängerschaft ja wohl doch nicht.
Ich betreibe auch schon seit fast so langer Zeit andere Hobbies. Philippinischer Waffenkampf gehört dazu. Ich war lange Jahre in Deutschlands größtem Verband diesbezüglich Mitglied. Der hatte zu seinen besten Zeiten knapp über 1000 Mitglieder bundesweit. Zur gleichen Zeit hatte der Deutsche Judo-Bund über 200.000 Mitglieder. Beides sind Hobbies. (Später mehr zu diesem Vergleich, wenn es um die zugehörige Industrie geht.)
Die großen UND die kleine Verlage gibt es aber noch - und es gibt sie schon eine ganze Weile. Fanpro ist aus einer der kleinen Rollenspiel-Inseln Anfang der Achtziger Jahre hervorgegangen und hier um zu bleiben. Pegasus, ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags], F&SF-Verlag (oh Gott, den gibt es ja schon EWIG, die produzieren jetzt fast solange Midgard, wie es Midgard gibt - immerhin an die 25 Jahre, und jetzt ja auch noch Perry Rhodan), ... Die machen das nicht für "Taschengeld abgesehen, das in keiner angemessenen Relation zum Aufwand steht". Auch wenn solche Verlagsbesitzer wie die von ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] gerne so tun, als würden sie am Hungertuch nagen, so zeigt ja ihr fleißiges Aufkaufen deutscher Lizenzen wie Warhammer, D&D und natürlich World of Darkness, Dork-Tower, etc. , sowie ihr Eigenprodukt Engel (dessen erste Auflage des Grundregelwerks ausverkauft ist - bestimmt mehr als nur 1000 verkaufte Exemplare, da sie ja allein von ihrem auf eine Auflage von 1000 Stück limitierten, noch kleinere Nischenmärkte im Rollenspiel-Sektor adressierenden Kleine Ängste alles restlos ausverkauft haben), daß es ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] finanziell gesund gehen muß. Fanpro natürlich auch. Und Pegasus.
Damit möchte ich Punkt 1.) mal entschieden widersprechen. Man KANN sehr wohl als professioneller Rollenspiel-Autor, als professioneller Rollenspiel-Verlag leben und finanziell im Positiven bleiben. Klar ist der Rollenspiel-Markt in Deutschland nicht so groß wie der Markt für Computerspiele. Aber bei Rollenspielen und bei Computerspielen gibt es immer die Verlage und die Autoren, die das trotz Konkurrenz, hart umkämpfter Marktsegmente und im Vergleich mit z.B. dem Markt für Hobbysportarten kleinen Marktvolumen des Rollenspielmarktes insgesamt, eben doch schaffen. - Und natürlich gibt es viele, die finanziell mit ihren Arbeiten nicht über die Runden kommen. Nicht jedem ist es geben als Autor so regelmäßig beständige Qualität abzuliefern, daß er Verlage für seine Bücher findet. Nicht jeder Verleger beherrscht sein betriebswirtschaftliches 1x1 gut genug. Das betrifft aber jeden, der sich mit egal was(!) selbständig machen will. - Ich habe das im IT-Freelancer-Bereich bei einem guten Freund mitbekommen, was der ALLES unternehmen mußte, um da einigermaßen über die Runden zukommen (immerhin kriegt er es auf die Reihe). Selbständig heißt immer noch "alles selbst machen, und das ständig".
Zur zweiten Annahme - das mit dem Ruhm und Ehre und so: Na, wer's braucht. Wer in einem Themengebiet nicht etwa Geld verdienen will, sondern es zu Ruhm, Ehre, Ansehen bringen will, der muß sich - wie ÜBERALL - als Hure der öffentlichen Meinung präsentieren. Die bekannten Namen im - nehmen wir mal nur das deutsche - Rollenspielumfeld sind z.B. Hadmar von Wieser, Dogio, Jürgen E. Franke, ... Die haben ihre Bekanntheit, ihren Ruf, ihren Ruhm nicht auf die Schnelle, sondern durch kontinuierliche Präsenz in ihrem Themenumfeld, durch "Tue Gutes und Rede darüber", durch mehr Bücher, Webseiten und Fanzines, in denen ihr Name steht erzielt, als das der durchschnittliche, das Rollenspiel-Hobby als Spieler, Spielleiter, Freizeit-Abenteuer-Autor erreichen kann. Wer nach Ruhm strebt, der kann ihn erreichen. Auch im Rollenspiel-Umfeld.
Aber eben durch "Heldentaten" im Rollenspielumfeld hat man diesen Ruhm auch nur bei Rollenspielern, nicht bei anderen Gruppen der Bevölkerung. So wie mir Fußball nichts gibt, ich keine Fußballer kenne und bei den Nachrichten während der Fußballergebnisse lieber zur Klingeltonwerbung auf MTV zappe, so wird der eingeschworene Bayern-Fan und Hobby-Kicker , wenn er nicht gerade zusätzlich auch noch Rollenspieler ist, kaum etwas mit Schiemichen anzufangen wissen (und wenn er typischer DSA- oder Shadowrun-Monokultur-Spieler ist, dann auch nicht). - So ist das mit dem Ruhm. Wer mehr Ruhm haben will, der soll halt eine Fantasy-Trilogie um einen Ring und kleine speckige Barfußläufer schreiben. Dann kennen ihn - spätestens nach der Film-Trilogie - mehr Leute als unseren aktuellen Außenminister (nein, nicht der Joschka - nie wieder der Joschka).
"Kritik wie in der wirklichen Welt" - hallo da drinnen im Elfenbeinturm! Wir arbeiten ganz wirklich für unsere Euronen. Diese müssen wir ganz wirklich für ein Rollenspielprodukt abdrücken. Und wenn dann in diesem ganz wirklichen Rollenspielprodukt etwas drin ist, oder etwas fehlt, was den Tausch Euros-gegen-Rollenspielbuch nicht mehr als fairen Tausch aussehen läßt, dann darf man doch wohl mal was anmerken. Wenn ich drei frische Brötchen kaufen gehe, dann will ich drei frische Brötchen und nicht einen Sack voll Gammelfleisch.
Du meinst, daß Rollenspiel NUR und AUSSCHLIEßLICH ein Hobby ist.
Ich meine, Rollenspiel ist eine aktive Tätigkeit, eine kreative Freizeitbeschäftigung, ein Hobby, eine Leidenschaft - und es ist auch eine Industrie, ein Markt, eine Möglichkeit ein Unternehmen Geld erwirtschaften zu lassen.
Wirf mal einen Blick in einen typischen Rollenspiel-Laden, in einen Rollenspiel-Online-Shop, in die Werbeanzeigen in einer Rollenspielzeitschrift. Was findest Du da?
Sind das alles die mit persönlichem Herzblut aus dem Leib geschriebenen kreativen Kinder passionierter Genies, die ihr Leben dem Rollenspiel gewidmet haben und deshalb unantastbar für jegliche Kritik sein müssen?
Weit gefehlt!
Da gibt es Schrott!
Zuhauf Müllprodukte, die einen Jammern lassen um die armen Bäume, die man für das viele Papier fällen mußte. Unoriginelle Inhalte, mies kopierte Regelsysteme, ab und an vielleicht noch ein tragischer Heartbreaker, aber öfter als diese einfach nur Abzocke. Ganz kraß auf dem in den USA dominierenden D20-Sektor. Was da nicht alles für D20 rauskommt! Und welch kleiner Anteil davon wirklich was taugt!
Wird das alles wirklich nur von Sammlern gekauft? Diesen Plagiats-Schrott? - Wer sammelt denn so etwas?
Natürlich darf man das nicht nur kritisieren, man SOLL es sogar kritisieren, da nur durch offene Kritik die Produkte besser werden können. Nur wenn die Verlage merken, daß sie nicht einfach "Unser altes Rollenspiel - Version 2.0" schreiben können, und dann eine Mogelpackung abliefern können, dann wird sich ein wenig an der für den Kern des Rollenspiel-Hobbies wichtigsten Eigenschaft tun: der Qualität der Produkte für das AKTIVE ROLLENSPIELEN. Nicht um als Buchstütze herzuhalten. Nicht als Bilderbuch für Erwachsene. Sondern zum Spielen sind die Dinge da - zumindest werden sie als solche angeboten.
Wenn ich einen Bildband kaufe, dann erwarte ich darin Bilder. Wenn ich ein Kochbuch kaufe, dann erwarte ich darin - zumindest ein paar - brauchbare Rezepte. - Wenn ich ein Rollenspiel kaufe, dann erwarte ich mir darin Inhalte, die ich direkt oder indirekt für das aktive Spiel verwenden kann. Ist das nicht drin, oder ist das, was drin ist, qualitativ jenseits der geweckten Erwartungen, jenseits meiner eigenen Ansprüche und jenseits dessen, was ich als fairen Gegenwert für mein Geld erachte, dann werde ich mich lautstark darüber beklagen. Da SOLLEN sich die Machen dafür schämen, verdammt.
Es geht auch anders.
Es gibt auch kostenlose Rollenspiele.
Diese werden TATSÄCHLICH von Enthusiasten gemacht, die KEIN Geld dafür bekommen und zumeist noch nicht einmal Ruhm, weil diese kostenlosen Rollenspiele meist ein Schattendasein fristen. Fate,Fudge, Fuzion, Active Exploits, Risus, etc. - Wer heute in Zeiten des Internets ohne viel Geld Spielmaterial suchen will, der wird fündig. Bis zum Abwinken. Viele Verlage stellen ihre alten Produkte (z.B. AD&D 2nd Ed., Ars Magica 4. Ed, Witchcraft, etc.) kostenlos zur Verfügung. Das ist nett. Aber das machen nicht alle. Und die, die es machen, die wollen natürlich damit die Rollenspieler als zukünftige Kunden gewinnen.
Außer die ganz freien. Die Indies. Die auf The Forge solche Spiele wie Sorcerer, Dogs in the Vineyard, Enemy Gods, Universalis vorstellen. - Da bekommt tatsächlich der AUTOR von jedem Verkauf auch direkt das Geld. Dafür gibt es viele Produkte dort nur als Kauf-PDFs, als Print-on-Demand oder in Kleinstauflagen.
Gerade die Kauf-PDFs sind für diese Ein-Mann-Betriebe immer mit dem Risiko behaftet, daß sie beliebig über das Internet weiterverschoben werden. Daher können die Indies von ihren Rollenspielen nicht leben.
Hier magst Du mit Deiner Einschätzung der Motivation von Autoren (= Verlegern) richtig liegen. Hier "spielt" der Autor bei Eingang einer E-Mail-Bestellung den Verleger, den Verkauf, den Versand, die Buchhaltung. Aber das sind eben SONDER-Fälle. Eben Indies. - Nicht die wirtschaftlich arbeitenden Profi-Verlage.
Natürlich muß man in gewisser Weise dankbar sein, daß es Verlage gibt, die es manchen von einem selbst geschätzten Autoren ermöglichen, ihre Ideen zu publizieren (falls diese Autoren nicht gleich den Weg des Indie gehen).
Aber muß man wirklich für ALLES, für JEDEN SCHEIß dankbar sein? - Nein. Entschieden NEIN.
Wir müssen heute dankbar sein, daß wir ständig vergleichsweise billig Fleisch zu essen bekommen. Wir müssen die Viecher nicht selbst jagen und ausnehmen. Wir müssen sie nicht selbst aufziehen und dann schlachten. Wir können zum Supermarkt gehen und dort handlich und sauber und vor allem unblutig Fleisch kaufen. - Müssen wir deshalb gleich den Schlachthofbetreibern um den Hals fallen? Dürfen wir dann nicht bei Gammelfleisch aufschreien?
Klar, Rollenspiele braucht man nicht zum Leben. Fleisch auch nicht. - Rollenspiele machen nicht krank, wenn sie schlecht sind. OK.
Aber darf man nicht, wo Scheiße drin ist, auch mal sagen "He, hier ist Scheiße drin!"?
Ist wirklich jedes letzte D20-Supplement-zu-einem-Supplement-zu-einer-Prestigeklasse wirklich so notwendig für den Bestand des gesamten Rollenspiel-Hobbies?
Ich meine: NEIN.
Er spielt aber nicht den Verleger an sich, sondern er ist UNABHÄNGIG. Ein Indie. Dazu macht er sich die ganze Mühe überhaupt. Damit er die kreative Kontrolle über seine Ideen behalten kann - das ist nämlich etwas, was bei den großen Verlagen nicht so sicher ist (wie war das mit dem Ikarus-Projekt?).
Und wenn ich dann aber den Eindruck hätte, daß der Verleger, der Autor, daß alle an der Herstellung eines Produktes, für das sie meine Kohle und meine Lebenszeit für das Durchlesen haben wollen, das Ganze nur SPIELEN, statt es wirklich zu TUN, statt es zu KÖNNEN, dann würde ich diesen Lowperformern nicht mal Altpapier als Entlöhnung gönnen.
Wer meint, daß er in der Lage ist, ein Produkt, ein Hobby-Zubehör, ein Spielmaterial herzustellen, für das er einen Preis verlangt, der sollte besser nicht an Selbstüberschätzung und Unfähigkeit kranken. Der sollte da, wo er seine Worte hingepustet hat, bitteschön auch Taten, auch Ergebnisse, auch Inhalte folgen lassen.
Wenn er das nicht kann, dann sollte er sich überlegen, seine Ideen KOSTENLOS abzugeben, sie in Fanzines veröffentlichen zu lassen, sie auf seiner Webpräsenz zum Download anzubieten, etc. - Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Geschenkt kann immer noch zu interessanter weiterer Nutzung führen.
So ist der Regelmechanismus von InSpectres auf The Pool, einem kostenlosen Regel-Experiment, welches frei verfügbar ist, entstanden.
So ist Artesia -Adventures in the Known World auf der Basis von Fuzion, einem kostenlosen Regelsystem, produziert worden und (entgegen der Befürchtungen der rollenspielenden Fans der Artesia-Comics) nicht als D20-Fassung.
Wenn die kostenlose "Arbeitsprobe" gefällt, sind vielleicht auch Verlage interessiert, oder man hat - hier paßt es ja wieder - sich einen gewissen Ruf über die Zeit erworben, daß man gute Inhalte produziert. Dann ist einer professionelleren Beschäftigung zumindest ein erster Stein aus dem Weg geräumt.
Aber wer nur den Autoren spielt, der IST KEIN AUTOR, der tut bloß so. Und das führt zu verständlicher Entrüstung von Konsumenten, die eben leider nicht bloß so tun können, als würden sie für minderwertige Produkte bezahlen.
Warum schreibst Du das?
Hobby ist nicht gleichbedeutend damit, daß man nur so tut, als ob man etwas könnte. Hobby ist nur die Beschäftigung ohne es als Beruf auszuüben. Ein Hobby-Bogenbauer kann bessere Langbögen bauen als so mancher Profi, weil er sich mehr Zeit nehmen kann und nicht auf das Geld schauen muß. Nur wird er sich von seinen Bögen auch nicht so leicht trennen, wie jemand, der das professionell macht, um die Miete zahlen zu können.
Mal ein Zitat aus der Wikipedia:
Ein Hobby [Plural: Hobbys] (engl.: Liebhaberei, Steckenpferd) ist eine Freizeitbeschäftigung, die mit einer gewissen Leidenschaft und oftmals mit einem hohen Aufwand betrieben wird - nicht um einer Bezahlung willen, sondern eher aus Interesse und Freude an der Sache.
DESHALB ist Rollenspielen (auch) ein Hobby. Aber nicht für die professionellen Verlage, Autoren, Lektoren, Händler. Da KANN noch etwas von der Verbundenheit zum Hobby mitschwingen, doch ist fraglich, wie lange im Tagesgeschäft solch ein Enthusiasmus noch Bestand haben kann.
Wer Geld verlangt, der muß den Wert seiner Arbeit zwangsläufig ins Monetäre abbilden. Und damit wird der Wert nicht mehr ideell, sondern ganz konkret in Euro und Cent meßbar. Das ist die Crux der Eröffnung eines Rollenspielgeschäfts, einer Rollenspielunternehmung. - Wer da nur meint spielen zu können, der spielt in diesem harten Spiel der Betriebswirtschaft bald nur noch auf der Ersatzbank.
Punkt 1.) stimmt.Daniel hat geschrieben: 1.) Rollenspiel ist ein Hobby.
2.) Rollenspiel ist ein Hobby mit einer kleinen Anhängerschaft.
Punkt 2.) ist schon schwammig, denn was heißt "kleine Anhängerschaft"? Klein im Vergleich zur Anzahl an aktiven und passiven Fußball-Spielern (was ja auch ein Hobby ist)? Oder klein im Vergleich zu Schach-Spielern? Oder klein im Vergleich zu Skat-Spielern? Oder klein im Vergleich zu Computer-Spiel-Spielern? - Klein ist immer relativ zu etwas anderem zu sehen, weshalb ich hier allein schon nicht zustimmen kann. Die Anhängerschaft von Rollenspielen in Deutschland und weltweit ist RIESIG. Zumindest in meinem persönlichen Vergleich, den ich mit 1979 ziehen kann, dem Jahr, in welchem ich mit Rollenspielen angefangen hatte. Damals gab es AUSSCHLIEßLICH im englischsprachigen Raum so etwas wie ein Rollenspiel-Szene, ein paar Rollenspiel-Verlage, die ersten Cons, etc. - In Deutschland gab es eine weiße Landkarte mit ein paar ganz kleinen Inselchen, wo man - per Mundpropaganda in Zeiten ohne allgemein verfügbares Internet! - mehr ahnte als wußte, daß dort auch Rollenspieler sein mögen. DAS nenne ich kleine Anhängerschaft im Vergleich zur heutigen Masse an DSA, Shadowrun, D&D, Vampire und LARP Rollenspielern, die man tatsächlich bundesweit ÜBERALL finden kann. - So klein ist die Anhängerschaft ja wohl doch nicht.
Ich betreibe auch schon seit fast so langer Zeit andere Hobbies. Philippinischer Waffenkampf gehört dazu. Ich war lange Jahre in Deutschlands größtem Verband diesbezüglich Mitglied. Der hatte zu seinen besten Zeiten knapp über 1000 Mitglieder bundesweit. Zur gleichen Zeit hatte der Deutsche Judo-Bund über 200.000 Mitglieder. Beides sind Hobbies. (Später mehr zu diesem Vergleich, wenn es um die zugehörige Industrie geht.)
Wenn sich damit kein Geld verdienen ließe, dann wären sämtliche deutschen Rollenspielverlage rein steuerrechtlich gesehen sogenannte Liebhabereien und hätten mächtig finanziellen Ärger an der Backe. Eine GBR, eine GmbH als Verlag zu gründen ohne ein betriebswirtschaftlich positives Ergebnis zu erzielen führt zwangsläufig zur Schließung des Betriebes und sonstigen insolvenzrechtlichen Folgen.Daniel hat geschrieben:Diese zwei Punkte allein sollten doch zu folgenden Annahmen führen:
1.) Mit Rollenspiel läßt sich kein Geld (von Taschengeld abgesehen, das in keiner angemessenen Relation zum Aufwand steht) verdienen.
2.) Ruhm, Ehre und Ansehen kann nur in so beschränktem Außmaß erworben werden, daß jegliche Diskussion darüber eigentlich müßig ist.
Die großen UND die kleine Verlage gibt es aber noch - und es gibt sie schon eine ganze Weile. Fanpro ist aus einer der kleinen Rollenspiel-Inseln Anfang der Achtziger Jahre hervorgegangen und hier um zu bleiben. Pegasus, ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags], F&SF-Verlag (oh Gott, den gibt es ja schon EWIG, die produzieren jetzt fast solange Midgard, wie es Midgard gibt - immerhin an die 25 Jahre, und jetzt ja auch noch Perry Rhodan), ... Die machen das nicht für "Taschengeld abgesehen, das in keiner angemessenen Relation zum Aufwand steht". Auch wenn solche Verlagsbesitzer wie die von ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] gerne so tun, als würden sie am Hungertuch nagen, so zeigt ja ihr fleißiges Aufkaufen deutscher Lizenzen wie Warhammer, D&D und natürlich World of Darkness, Dork-Tower, etc. , sowie ihr Eigenprodukt Engel (dessen erste Auflage des Grundregelwerks ausverkauft ist - bestimmt mehr als nur 1000 verkaufte Exemplare, da sie ja allein von ihrem auf eine Auflage von 1000 Stück limitierten, noch kleinere Nischenmärkte im Rollenspiel-Sektor adressierenden Kleine Ängste alles restlos ausverkauft haben), daß es ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] finanziell gesund gehen muß. Fanpro natürlich auch. Und Pegasus.
Damit möchte ich Punkt 1.) mal entschieden widersprechen. Man KANN sehr wohl als professioneller Rollenspiel-Autor, als professioneller Rollenspiel-Verlag leben und finanziell im Positiven bleiben. Klar ist der Rollenspiel-Markt in Deutschland nicht so groß wie der Markt für Computerspiele. Aber bei Rollenspielen und bei Computerspielen gibt es immer die Verlage und die Autoren, die das trotz Konkurrenz, hart umkämpfter Marktsegmente und im Vergleich mit z.B. dem Markt für Hobbysportarten kleinen Marktvolumen des Rollenspielmarktes insgesamt, eben doch schaffen. - Und natürlich gibt es viele, die finanziell mit ihren Arbeiten nicht über die Runden kommen. Nicht jedem ist es geben als Autor so regelmäßig beständige Qualität abzuliefern, daß er Verlage für seine Bücher findet. Nicht jeder Verleger beherrscht sein betriebswirtschaftliches 1x1 gut genug. Das betrifft aber jeden, der sich mit egal was(!) selbständig machen will. - Ich habe das im IT-Freelancer-Bereich bei einem guten Freund mitbekommen, was der ALLES unternehmen mußte, um da einigermaßen über die Runden zukommen (immerhin kriegt er es auf die Reihe). Selbständig heißt immer noch "alles selbst machen, und das ständig".
Zur zweiten Annahme - das mit dem Ruhm und Ehre und so: Na, wer's braucht. Wer in einem Themengebiet nicht etwa Geld verdienen will, sondern es zu Ruhm, Ehre, Ansehen bringen will, der muß sich - wie ÜBERALL - als Hure der öffentlichen Meinung präsentieren. Die bekannten Namen im - nehmen wir mal nur das deutsche - Rollenspielumfeld sind z.B. Hadmar von Wieser, Dogio, Jürgen E. Franke, ... Die haben ihre Bekanntheit, ihren Ruf, ihren Ruhm nicht auf die Schnelle, sondern durch kontinuierliche Präsenz in ihrem Themenumfeld, durch "Tue Gutes und Rede darüber", durch mehr Bücher, Webseiten und Fanzines, in denen ihr Name steht erzielt, als das der durchschnittliche, das Rollenspiel-Hobby als Spieler, Spielleiter, Freizeit-Abenteuer-Autor erreichen kann. Wer nach Ruhm strebt, der kann ihn erreichen. Auch im Rollenspiel-Umfeld.
Aber eben durch "Heldentaten" im Rollenspielumfeld hat man diesen Ruhm auch nur bei Rollenspielern, nicht bei anderen Gruppen der Bevölkerung. So wie mir Fußball nichts gibt, ich keine Fußballer kenne und bei den Nachrichten während der Fußballergebnisse lieber zur Klingeltonwerbung auf MTV zappe, so wird der eingeschworene Bayern-Fan und Hobby-Kicker , wenn er nicht gerade zusätzlich auch noch Rollenspieler ist, kaum etwas mit Schiemichen anzufangen wissen (und wenn er typischer DSA- oder Shadowrun-Monokultur-Spieler ist, dann auch nicht). - So ist das mit dem Ruhm. Wer mehr Ruhm haben will, der soll halt eine Fantasy-Trilogie um einen Ring und kleine speckige Barfußläufer schreiben. Dann kennen ihn - spätestens nach der Film-Trilogie - mehr Leute als unseren aktuellen Außenminister (nein, nicht der Joschka - nie wieder der Joschka).
Oder eine der phantastischsten Spielwelten wie Greg Stafford mit Glorantha. Oder eine weitreichende Nachschlagequelle nach Rollenspielen zu pflegen wie Dogio mit dem DROSI. Oder ein Forum für Independend Rollenspiele zu bieten wie Ron Edwards mit The Forge. Oder einen Online-Shop mit FAIREN Preisen für Importspiele zu unterhalten wie Dragonworld. Oder einen Verein für Rollenspieler zu gründen.Daniel hat geschrieben:Denn:
Eines der größten Dinge die man in diesem Hobby bewerkstelligen kann, ist wohl ein eigenes Grundregelwerk herauszubringen.
Eine Auflage von 1000 Stück als Druckausgabe ist schon ziemlich gut. Da machen die Verlage einen guten Schnitt, selbst wenn die Produktion recht aufwendig war (vorausgesetzt sie konnten die Produktionskosten kalkulieren - etwas, daß manche Blauäugigen im Geschäft nicht drauf haben, weshalb sie an ihren Produkten untergehen). Z.B. KÄ wird sich trotz der knappen Auflage für ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] vollauf gelohnt haben. Engel noch viel mehr, sonst wäre ja nicht das Regelwerk überarbeitet und in 2. Auflage erschienen, weil sich die erste ja ausverkauft hatte. Auch DSA4 scheint sich ja trotz anfänglichen Gemäkels von Alt-Fans von DSA3 ganz gut zu verkaufen. Hier sind die Auflagen auch garantiert größer als bei Engel oder anderen Nischenprodukten. Immerhin ist DSA nicht umsonst der Bestseller in Deutschland unter den Rollenspielen.Daniel hat geschrieben: Aber hey, das Teil kaufen 500 Leute, vielleicht 1000, aber wie wenig ist das?
Hier vergleichst Du Äpfel mit Birnen. Das Marktvolumen für PC-Spiele und deren Beiprodukte wie PC-Spiele-Zeitschriften ist um einiges größer als das für Rollenspiele. Das für Bestsellerroman wie Harry Potter nochmal wesentlich größer. DESHALB kann es sich ein Verlag erlauben solche Stückzahlen produzieren zu lassen. Vergleiche das Markvolumen von Rollenspielen und damit die produzierten Stückzahlen mal lieber nicht mit Dingen, bei denen ein weitaus größeres Kaufinteresse in der Bevölkerung besteht. Kleinauflagen findet man z.B. regelmäßig bei den Faksimile-Ausgaben historischer Fechtbücher. Da bin ich ein treuer Kunde. Die werden auch von verglichen mit Großverlagen eher überschaubaren Verlagen in z.T. liebevoller Kleinarbeit hergestellt. Aber auch diese Verlag wollen und MÜSSEN überleben. Daher müssen sie hart kalkulieren, welche Mindestauflage mit welcher Ausstattung sie absetzen können müssen, um schwarze Zahlen zu schreiben. Das ist im Rollenspielsektor dasselbe.Daniel hat geschrieben: Eine monatlich erscheinende PC-Spiele Zeitschrift hat eine Verkaufszahl von weit über 300.000 Stück, genauso wie Bestsellerromane.
Was ist falsch daran etwas, das als Produkt VERKAUFT, also gegen gutes Geld abgegeben wird, mit den gleichen Kriterien zu bewerten, wie ein anderes Produkt?Daniel hat geschrieben: Oder denken wir an bestimmte Kritiker, die sich auf den Punkt stellen Rollenspielprodukte als Konsument zu bewerten. Und haufenweise Kritik, wie in der wiklichen Welt austeilen.
"Kritik wie in der wirklichen Welt" - hallo da drinnen im Elfenbeinturm! Wir arbeiten ganz wirklich für unsere Euronen. Diese müssen wir ganz wirklich für ein Rollenspielprodukt abdrücken. Und wenn dann in diesem ganz wirklichen Rollenspielprodukt etwas drin ist, oder etwas fehlt, was den Tausch Euros-gegen-Rollenspielbuch nicht mehr als fairen Tausch aussehen läßt, dann darf man doch wohl mal was anmerken. Wenn ich drei frische Brötchen kaufen gehe, dann will ich drei frische Brötchen und nicht einen Sack voll Gammelfleisch.
Ausschließlich? Da ist ein Weltbild und ein Menschenbild als Grundlage dieser Aussage vorhanden, welches Du sicherlich nicht von jedem anderen auf der Welt geteilt zu werden erwarten wirst. - Es geht hier nicht um das Hobby Rollenspielbücher-Sammeln, so wie Briefmarken-Sammeln oder Automodelle-Sammeln, sondern um das Hobby Rollenspiele insgesamt. Dazu gehört nur unter anderem, daß es ein Angebot an "Sammelbarem" gibt. Ich kenne ein paar Sammler von Rollenspiel-Sonderausgaben, Luxusausgaben, geringen Sonder- oder Vorab-Auflage für Messen etc. Klar, das gibt es in diesem Hobby. Aber ist das ein WESENTLICHER Anteil der Praktizierenden? Bei Briefmarken-Sammlern möchte ich das bejahen. Bei Rollenspielern geht es zum einen um das Spielen selbst. Das ist der Hauptanteil. Dazu gibt es jede Menge Beiprodukte (Zinnfiguren, Battlemats, Malprogramme für Karten wie Dundjinni, Charakter-Editoren wie MetaCreator, Romane zu Rollenspielwelten, Comics, Computerspiele, Zeichentrickserien, Soundtracks wie von Midnight Syndicate oder die Eberron Soundtracks, und natürlich auch Regelbücher und Quellenbände, sowie Abenteuerbände). Da kommen wir dem Problem, welches ich mit Deinen zwei Punkten ganz zu Anfang Deines Post sehe, auf die Spur:Daniel hat geschrieben:Aber hey, das Teil wird von Liebhabern gekauft. Und zwar ausschließlich. Liebhaber, Sammler und ein paar wenige Spieler.
Du meinst, daß Rollenspiel NUR und AUSSCHLIEßLICH ein Hobby ist.
Ich meine, Rollenspiel ist eine aktive Tätigkeit, eine kreative Freizeitbeschäftigung, ein Hobby, eine Leidenschaft - und es ist auch eine Industrie, ein Markt, eine Möglichkeit ein Unternehmen Geld erwirtschaften zu lassen.
Wirf mal einen Blick in einen typischen Rollenspiel-Laden, in einen Rollenspiel-Online-Shop, in die Werbeanzeigen in einer Rollenspielzeitschrift. Was findest Du da?
Sind das alles die mit persönlichem Herzblut aus dem Leib geschriebenen kreativen Kinder passionierter Genies, die ihr Leben dem Rollenspiel gewidmet haben und deshalb unantastbar für jegliche Kritik sein müssen?
Weit gefehlt!
Da gibt es Schrott!
Zuhauf Müllprodukte, die einen Jammern lassen um die armen Bäume, die man für das viele Papier fällen mußte. Unoriginelle Inhalte, mies kopierte Regelsysteme, ab und an vielleicht noch ein tragischer Heartbreaker, aber öfter als diese einfach nur Abzocke. Ganz kraß auf dem in den USA dominierenden D20-Sektor. Was da nicht alles für D20 rauskommt! Und welch kleiner Anteil davon wirklich was taugt!
Wird das alles wirklich nur von Sammlern gekauft? Diesen Plagiats-Schrott? - Wer sammelt denn so etwas?
Natürlich darf man das nicht nur kritisieren, man SOLL es sogar kritisieren, da nur durch offene Kritik die Produkte besser werden können. Nur wenn die Verlage merken, daß sie nicht einfach "Unser altes Rollenspiel - Version 2.0" schreiben können, und dann eine Mogelpackung abliefern können, dann wird sich ein wenig an der für den Kern des Rollenspiel-Hobbies wichtigsten Eigenschaft tun: der Qualität der Produkte für das AKTIVE ROLLENSPIELEN. Nicht um als Buchstütze herzuhalten. Nicht als Bilderbuch für Erwachsene. Sondern zum Spielen sind die Dinge da - zumindest werden sie als solche angeboten.
Wenn ich einen Bildband kaufe, dann erwarte ich darin Bilder. Wenn ich ein Kochbuch kaufe, dann erwarte ich darin - zumindest ein paar - brauchbare Rezepte. - Wenn ich ein Rollenspiel kaufe, dann erwarte ich mir darin Inhalte, die ich direkt oder indirekt für das aktive Spiel verwenden kann. Ist das nicht drin, oder ist das, was drin ist, qualitativ jenseits der geweckten Erwartungen, jenseits meiner eigenen Ansprüche und jenseits dessen, was ich als fairen Gegenwert für mein Geld erachte, dann werde ich mich lautstark darüber beklagen. Da SOLLEN sich die Machen dafür schämen, verdammt.
Es geht auch anders.
Es gibt auch kostenlose Rollenspiele.
Diese werden TATSÄCHLICH von Enthusiasten gemacht, die KEIN Geld dafür bekommen und zumeist noch nicht einmal Ruhm, weil diese kostenlosen Rollenspiele meist ein Schattendasein fristen. Fate,Fudge, Fuzion, Active Exploits, Risus, etc. - Wer heute in Zeiten des Internets ohne viel Geld Spielmaterial suchen will, der wird fündig. Bis zum Abwinken. Viele Verlage stellen ihre alten Produkte (z.B. AD&D 2nd Ed., Ars Magica 4. Ed, Witchcraft, etc.) kostenlos zur Verfügung. Das ist nett. Aber das machen nicht alle. Und die, die es machen, die wollen natürlich damit die Rollenspieler als zukünftige Kunden gewinnen.
Außer die ganz freien. Die Indies. Die auf The Forge solche Spiele wie Sorcerer, Dogs in the Vineyard, Enemy Gods, Universalis vorstellen. - Da bekommt tatsächlich der AUTOR von jedem Verkauf auch direkt das Geld. Dafür gibt es viele Produkte dort nur als Kauf-PDFs, als Print-on-Demand oder in Kleinstauflagen.
Gerade die Kauf-PDFs sind für diese Ein-Mann-Betriebe immer mit dem Risiko behaftet, daß sie beliebig über das Internet weiterverschoben werden. Daher können die Indies von ihren Rollenspielen nicht leben.
Hier magst Du mit Deiner Einschätzung der Motivation von Autoren (= Verlegern) richtig liegen. Hier "spielt" der Autor bei Eingang einer E-Mail-Bestellung den Verleger, den Verkauf, den Versand, die Buchhaltung. Aber das sind eben SONDER-Fälle. Eben Indies. - Nicht die wirtschaftlich arbeitenden Profi-Verlage.
Also das mit Ruhm und Ehre ist mir im Rollenspiel-Umfeld eh neu. Hier ist soviel Ruhm und Eher nicht zu erwerben. OK. Tweet, Tynes, Gygax, Peterson, Stafford, Edwards, ... Klar gibt es ein paar Namen, die man mit der Zeit kennt, wenn man sich mit Rollenspielen und vor allem(!) mit unterschiedlichen Rollenspielen (also nicht mit Monokultur) befaßt hat. Aber Ruhm? So würde ich das nicht nennen. - Hier haben wir keine Helden. Nur Nerds, die in manchen Bereichen ein wenig schlauer, ein wenig kreativer waren, als die üblichen Autoren.Daniel hat geschrieben:Warum ich das schreibe? Weil mir das ganze Geplärre um Ruhm, Ehre und Verdienstmöglichkeit tierisch auf den Senkel geht.
Ochör! - Diese Dankbarkeit auf den Knien robbend hatten wir in den Achtzigern nötig, weil es außer TSR's Produkten wie D&D einfach kaum noch irgendwie hier in Europa zu bekommende Rollenspiele gab. Wollte man Fantasy spielen, war man dankbar, daß es D&D und ein Langenscheidt-Wörterbuch gab (deutsche Übersetzungen? Fehlanzeige!). - Ein paar Jahre später gab es wenigstens mit Midgard und mit Abenteuer in Magira gleich zwei deutsche Rollenspiele. Noch ein paar Jahre später die DSA 1 Unsäglichkeit (zumindest für uns, die wir bis zum Erscheinen von DSA 1 schon viele andere, weitaus elaboriertere Rollenspiele gespielt hatten).Daniel hat geschrieben:Genauso wie die Kritik an Dingen um deren blose Existenz man schon froh sein muss.
Natürlich muß man in gewisser Weise dankbar sein, daß es Verlage gibt, die es manchen von einem selbst geschätzten Autoren ermöglichen, ihre Ideen zu publizieren (falls diese Autoren nicht gleich den Weg des Indie gehen).
Aber muß man wirklich für ALLES, für JEDEN SCHEIß dankbar sein? - Nein. Entschieden NEIN.
Wir müssen heute dankbar sein, daß wir ständig vergleichsweise billig Fleisch zu essen bekommen. Wir müssen die Viecher nicht selbst jagen und ausnehmen. Wir müssen sie nicht selbst aufziehen und dann schlachten. Wir können zum Supermarkt gehen und dort handlich und sauber und vor allem unblutig Fleisch kaufen. - Müssen wir deshalb gleich den Schlachthofbetreibern um den Hals fallen? Dürfen wir dann nicht bei Gammelfleisch aufschreien?
Klar, Rollenspiele braucht man nicht zum Leben. Fleisch auch nicht. - Rollenspiele machen nicht krank, wenn sie schlecht sind. OK.
Aber darf man nicht, wo Scheiße drin ist, auch mal sagen "He, hier ist Scheiße drin!"?
Ist wirklich jedes letzte D20-Supplement-zu-einem-Supplement-zu-einer-Prestigeklasse wirklich so notwendig für den Bestand des gesamten Rollenspiel-Hobbies?
Ich meine: NEIN.
Da schau Dir mal die Geschichte von Sorcerer an. Einem Rollenspiel, welches noch weitaus mehr ein Exot und ein Nischenprodukt ist, als Unknown Armies. - Der Autor hatte es offen im Internet entwickelt und anfangs ausschließlich als PDFs verkauft. Nachdem er über 1000 Stück abgesetzt hatte, hatte er genug Geld eingenommen das Risiko zu wagen einen echten Druck davon anfertigen zu lassen, kleinformatiges Hardcover, solide produziert, Inhaltsverzeichnis, Literaturliste, Index, geschmackvolle aber nicht zum Selbstzweck verkommende Illustrationen, und eine das Erlernen erleichternde Aufteilung der Inhalte. Das verkauft sich seit drei, vier Jahren so gut, daß er davon seine anderen, noch haarsträubenderen Rollenspielprodukte mitfinanziert und die Webpräsenz von The Forge aufrechterhalten kann.Daniel hat geschrieben:Wenn man in diesem Hobby etwas aktiv tut, dann spielt man nur. In einem sehr überschaubaren kleinen Rahmen.
Ein Verleger spielt Verleger, wenn er eine Verkaufszahl von 500 hat.
Er spielt aber nicht den Verleger an sich, sondern er ist UNABHÄNGIG. Ein Indie. Dazu macht er sich die ganze Mühe überhaupt. Damit er die kreative Kontrolle über seine Ideen behalten kann - das ist nämlich etwas, was bei den großen Verlagen nicht so sicher ist (wie war das mit dem Ikarus-Projekt?).
Wenn es meine Euros sind und nicht nur Spielgeld oder das Gute Selbstgedruckte (tm), dann SPIELE ich NICHT den Konsumenten, sondern ich kaufe tatsächlich etwas.Daniel hat geschrieben:<snip - alle spielen nur, keiner kann es wirklich - snip> Und ein Konsument spielt den Konsumenten.
Und wenn ich dann aber den Eindruck hätte, daß der Verleger, der Autor, daß alle an der Herstellung eines Produktes, für das sie meine Kohle und meine Lebenszeit für das Durchlesen haben wollen, das Ganze nur SPIELEN, statt es wirklich zu TUN, statt es zu KÖNNEN, dann würde ich diesen Lowperformern nicht mal Altpapier als Entlöhnung gönnen.
Wer meint, daß er in der Lage ist, ein Produkt, ein Hobby-Zubehör, ein Spielmaterial herzustellen, für das er einen Preis verlangt, der sollte besser nicht an Selbstüberschätzung und Unfähigkeit kranken. Der sollte da, wo er seine Worte hingepustet hat, bitteschön auch Taten, auch Ergebnisse, auch Inhalte folgen lassen.
Wenn er das nicht kann, dann sollte er sich überlegen, seine Ideen KOSTENLOS abzugeben, sie in Fanzines veröffentlichen zu lassen, sie auf seiner Webpräsenz zum Download anzubieten, etc. - Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Geschenkt kann immer noch zu interessanter weiterer Nutzung führen.
So ist der Regelmechanismus von InSpectres auf The Pool, einem kostenlosen Regel-Experiment, welches frei verfügbar ist, entstanden.
So ist Artesia -Adventures in the Known World auf der Basis von Fuzion, einem kostenlosen Regelsystem, produziert worden und (entgegen der Befürchtungen der rollenspielenden Fans der Artesia-Comics) nicht als D20-Fassung.
Wenn die kostenlose "Arbeitsprobe" gefällt, sind vielleicht auch Verlage interessiert, oder man hat - hier paßt es ja wieder - sich einen gewissen Ruf über die Zeit erworben, daß man gute Inhalte produziert. Dann ist einer professionelleren Beschäftigung zumindest ein erster Stein aus dem Weg geräumt.
Aber wer nur den Autoren spielt, der IST KEIN AUTOR, der tut bloß so. Und das führt zu verständlicher Entrüstung von Konsumenten, die eben leider nicht bloß so tun können, als würden sie für minderwertige Produkte bezahlen.
Ich glaube nicht, daß irgendjemand hier im Forum das je vergessen hätte. Ich kenne nicht alle Mitglieder, aber mir ist nicht bekannt, daß jemand hier das Rollenspiel als Hauptberuf betreiben würde. Die Gefahr besteht also kaum. - Rollenspiel oder Ski-Fahren oder Querflöte spielen sind alles Hobbies. Manche, wenige, haben den Willen und das notwendige Glück und die Befähigung dieses Hobby zum Beruf zu machen. Die meisten machen das nicht, wollen das nicht, und könnten das auch garnicht.Daniel hat geschrieben:Es ist und bleibt ein Hobby. Vergesst dies bitte alle nie.
Doch. Gerade nach den doch recht - hm- seltsamen Ausführungen Deinerseit frage ich das.Daniel hat geschrieben:Fragt nicht, warum ich das schreibe. Aber vergesst es nicht. Wir spielen. Deshalb heißt es Hobby.
Warum schreibst Du das?
Hobby ist nicht gleichbedeutend damit, daß man nur so tut, als ob man etwas könnte. Hobby ist nur die Beschäftigung ohne es als Beruf auszuüben. Ein Hobby-Bogenbauer kann bessere Langbögen bauen als so mancher Profi, weil er sich mehr Zeit nehmen kann und nicht auf das Geld schauen muß. Nur wird er sich von seinen Bögen auch nicht so leicht trennen, wie jemand, der das professionell macht, um die Miete zahlen zu können.
Mal ein Zitat aus der Wikipedia:
Ein Hobby [Plural: Hobbys] (engl.: Liebhaberei, Steckenpferd) ist eine Freizeitbeschäftigung, die mit einer gewissen Leidenschaft und oftmals mit einem hohen Aufwand betrieben wird - nicht um einer Bezahlung willen, sondern eher aus Interesse und Freude an der Sache.
DESHALB ist Rollenspielen (auch) ein Hobby. Aber nicht für die professionellen Verlage, Autoren, Lektoren, Händler. Da KANN noch etwas von der Verbundenheit zum Hobby mitschwingen, doch ist fraglich, wie lange im Tagesgeschäft solch ein Enthusiasmus noch Bestand haben kann.
Wer Geld verlangt, der muß den Wert seiner Arbeit zwangsläufig ins Monetäre abbilden. Und damit wird der Wert nicht mehr ideell, sondern ganz konkret in Euro und Cent meßbar. Das ist die Crux der Eröffnung eines Rollenspielgeschäfts, einer Rollenspielunternehmung. - Wer da nur meint spielen zu können, der spielt in diesem harten Spiel der Betriebswirtschaft bald nur noch auf der Ersatzbank.
- Daniel
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Du sprichst immer wieder von profitablen und professionellen Verlagen. Wie viele der Verlage mit einer Beschäftigung von mehr als 5-6 Vollzeitmitarbeitern und einer anständigen Entlohnung gibt es denn so in Deutschland? Sind es 5?
Du sprichst von Rollenspiel(-only)-Händlern, die damit ihr Brot verdienen. Wieviele sind das in Deutschland, die ebenfalls die obigen Kriterien erfüllen? Sind es 5?
Wieviele Rollenspiel-Autoren verdienen ihr Geld ausschließlich durch das Schreiben von Rollenspiel-Publikationen?
Eine Printauflage eines GRW von 500 Stück auf den Markt zu werfen (500 x ca. 20 EUR Produktionskosten) erfordert eine Investition von ca. 10.000 EUR, was sich manche Privatmenschen für ihr liebstes Hobby leisten können. Bei einem sehr schlecht laufenden Produkt werden jedoch fast garantiert 100 Stck. a 35 EUR verkauft, wobei sich der Verlust dann nur noch auf 6.500 EUR beläuft.
Ich empfinde eben all diese Größenordnungen als Spiel.
Recht hast du damit, daß man natürlich Kritik üben können soll. Natürlich bezahlt man echtes Geld, und hat dafür eine echte Erwartungshaltung, und sollte sich, um diese Erwartungshaltung nicht ungebührlich enttäuschen zu müssen, bei Kritikern über das Produkt informieren. Aber der Nutzen der evtl. sogar konstruktiven Kritik für den Herausgeber dieses Produkts ist sehr fraglich. Im Besonderen, wenn es sich um eine wie oben ausgeführte Printpublikation handelt, die eher nach einem einmaligen Projekt statt nach einem Produkt aussieht.
Und hier steht es doch, wie du selber anführst:
Versteht mich nicht falsch, ich bitte euch. Ich will durch die Einordnung unseres Hobbys in die Kategorie "Spiel" nicht unser wunderschönes Hobby herabsetzen. Ich will nur Größenwahn vermeiden, und Nerds zu einer zumindest kurzzeitig angenommene anderen Perspektive bewegen.
Du sprichst von Rollenspiel(-only)-Händlern, die damit ihr Brot verdienen. Wieviele sind das in Deutschland, die ebenfalls die obigen Kriterien erfüllen? Sind es 5?
Wieviele Rollenspiel-Autoren verdienen ihr Geld ausschließlich durch das Schreiben von Rollenspiel-Publikationen?
Eine Printauflage eines GRW von 500 Stück auf den Markt zu werfen (500 x ca. 20 EUR Produktionskosten) erfordert eine Investition von ca. 10.000 EUR, was sich manche Privatmenschen für ihr liebstes Hobby leisten können. Bei einem sehr schlecht laufenden Produkt werden jedoch fast garantiert 100 Stck. a 35 EUR verkauft, wobei sich der Verlust dann nur noch auf 6.500 EUR beläuft.
Ich empfinde eben all diese Größenordnungen als Spiel.
Recht hast du damit, daß man natürlich Kritik üben können soll. Natürlich bezahlt man echtes Geld, und hat dafür eine echte Erwartungshaltung, und sollte sich, um diese Erwartungshaltung nicht ungebührlich enttäuschen zu müssen, bei Kritikern über das Produkt informieren. Aber der Nutzen der evtl. sogar konstruktiven Kritik für den Herausgeber dieses Produkts ist sehr fraglich. Im Besonderen, wenn es sich um eine wie oben ausgeführte Printpublikation handelt, die eher nach einem einmaligen Projekt statt nach einem Produkt aussieht.
Weil ich meine Meinung und Haltung gegenüber unserem Hobby darstellen möchte. Und aus weiteren privaten und persönlichen Motivationen. Ich bin mir bewußt, daß dieses geschriebene eine äußerst subjektive Sicht der Dinge ist, und sicherlich Gegner und Befürworter hat. Aber manchem im Fandom würde es gut tun sich das geschriebene zu Herzen zu nehmen.Warum schreibst Du das?
Und hier steht es doch, wie du selber anführst:
Rollenspiel ist hauptsächlich (von den 5 Verlagen, den 5 Autoren und den 5 Händlern abgesehen) ein Hobby und kein Brotverdienst für jedermann, das mit der gleichen Verbissenheit wie das tägliche Brotverdienen ausgeübt werden muss. Wer darin mehr sieht, und tatsächliche (=finanzielle und bekanntheitsmäßig große Kreise ziehende) Aufstiegsmöglichkeiten sieht, gibt sich m.M einer Illusion hin.Ein Hobby [Plural: Hobbys] (engl.: Liebhaberei, Steckenpferd) ist eine Freizeitbeschäftigung, die mit einer gewissen Leidenschaft und oftmals mit einem hohen Aufwand betrieben wird - nicht um einer Bezahlung willen, sondern eher aus Interesse und Freude an der Sache.
Versteht mich nicht falsch, ich bitte euch. Ich will durch die Einordnung unseres Hobbys in die Kategorie "Spiel" nicht unser wunderschönes Hobby herabsetzen. Ich will nur Größenwahn vermeiden, und Nerds zu einer zumindest kurzzeitig angenommene anderen Perspektive bewegen.
Was bleibt ist Rot und Blau.
- Christoph
- Illuminatus regens
- Beiträge: 2231
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- Realname: Christoph Maser
- Wohnort: NERDlingen
Re: Rollenspiel - Ein Hobby
Klein, gemessen an der Daddelszene, den Brettspielern und dem Fanclubs für div. Fernsehserien. Groß, gemessen an Liebhabereien ala Kampfsport-Zwergen, Kugelfisch-Köchen und dergleichen. Doch groß ist die Szene sicher nicht.
Zweites Standbein, neben dem Vertrieb, sind die Brettspiellizensen. Man sehe sich mal die Verkaufszahlen für Munchkin und Chez Geek an, so wie für die "Rückkehr der Helden"-Brettspiele. Traumhaft.
Cthulhu schreibt inzwischen seit 2 Jahren übrigens erst schwarze Zahlen. Das ist auch schon alles.
Kommen wir zu ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags]: Die kaufen, um zu überleben. Es gilt in jeder Branche, dass man größer werden muss, um in schlechten Zeiten zu überleben. Das Warhammer RPG stieß ja auch auf Verwirrung in der Szene. Zuletzt noch ein kleines Rechenbeispiel für Engel.
1000 GRW wurden verkauft im Zeitraum von 3 Jahren. Pro GRW mussten 35 Euro abgedrückt werden. der Verlag bekommt davon 55%, 45% gehen an den Handel, d.h. pro Buch bleiben dem Verlag knapp 20 Euro. Diese 20 Euro splittern sich so auf: 6,00 Euro für den Druck (Dazu kommen die Karten, die dem Buch beiliegen), ca 2,5 Euro für Mannewitz, der damals noch nicht so bekannt war, aber sicher für Layout und Zeichnung damals 2,5k bekommen hat. Texte wurden selber geschrieben, dauerte aber wohl 1000 Arbeitsstunden. Dazu kommen Lager- und Versandkosten und Werbung von 0,50 Cent pro Buch, außerdem noch ca 0,50 Cent für die Reziexemplare und Spenden an Tombolen. Sagen wir also, dass die pro Buch 10 Euro bekommen haben, es aber selber schreiben mussten. Das rechnet sich überhaupt rein gar nicht, zumal das Kapital für 3 Jahre gebunden war. Es reucht wohl zum leben für zwei Personen. Dazu muss noch vermerkt werden, dass ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] auch wegen mangelnder Initiative die DnD Lizenzen verloren haben.
Also, ich teile Daniel Meinung. Es reicht für wenige Mann zum Leben.
[...]
Daniel hat offenbar frustriert, etwas verallgemeinert. Es gibt leider für jedes deiner Gegenbeispiele, mindestens eins, dass Daniels These belegt. Ich sehe das auch nicht so deprimierend, sondern realistisch. RPG ist kein Elfenbeinturm mehr, sondern ein Wirtschaftsmittel und wie jedes Hobby, auch eine Profilierungsplattform.
Hier möchte ich dir widersprechen, Frank. Fanpro hat 2 feste Mitarbeiter und sonst nur Freelancer, die je nach Bekanntheitsgrad bezahlt werden. Bezahlung ist gemessen an anderen Verlagsgruppen wie Zeitschriften oder dergleichen unterdurchschnittlich. Dazu nachher mehr. Somit gilt Fanpro noch nicht mal mal mittelständischer Betrieb. Pegasus hat zwar 8 feste Mitarbeiter, ist aber kein Rollenspielverlag mehr. Die haben nur noch die Cthulhu-Lizenzen. Midgard p.e. ist ausgelagert. Pegasus hat nur noch den Vertrieb. Das gilt auch für Perry Rhodan, wo die Rechte an Franke liegen. Pegasus übernimmt nur den Vertrieb. Das ist es auch, was Pegasus am Leben hält. Neben dem Fantasy Encounter im Norden ist Pegasus der Zulieferer für deutsche Läden. Die haben die Vertriebslizenzen für alles, Produktionslizenzen jedoch nur noch Cthulhu.Lhankor Mhy hat geschrieben:Wenn sich damit kein Geld verdienen ließe, dann wären sämtliche deutschen Rollenspielverlage rein steuerrechtlich gesehen sogenannte Liebhabereien und hätten mächtig finanziellen Ärger an der Backe. Eine GBR, eine GmbH als Verlag zu gründen ohne ein betriebswirtschaftlich positives Ergebnis zu erzielen führt zwangsläufig zur Schließung des Betriebes und sonstigen insolvenzrechtlichen Folgen.
Die großen UND die kleine Verlage gibt es aber noch - und es gibt sie schon eine ganze Weile. Fanpro ist aus einer der kleinen Rollenspiel-Inseln Anfang der Achtziger Jahre hervorgegangen und hier um zu bleiben. Pegasus, ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags], F&SF-Verlag (oh Gott, den gibt es ja schon EWIG, die produzieren jetzt fast solange Midgard, wie es Midgard gibt - immerhin an die 25 Jahre, und jetzt ja auch noch Perry Rhodan), ... Die machen das nicht für "Taschengeld abgesehen, das in keiner angemessenen Relation zum Aufwand steht". Auch wenn solche Verlagsbesitzer wie die von ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] gerne so tun, als würden sie am Hungertuch nagen, so zeigt ja ihr fleißiges Aufkaufen deutscher Lizenzen wie Warhammer, D&D und natürlich World of Darkness, Dork-Tower, etc. , sowie ihr Eigenprodukt Engel (dessen erste Auflage des Grundregelwerks ausverkauft ist - bestimmt mehr als nur 1000 verkaufte Exemplare, da sie ja allein von ihrem auf eine Auflage von 1000 Stück limitierten, noch kleinere Nischenmärkte im Rollenspiel-Sektor adressierenden Kleine Ängste alles restlos ausverkauft haben), daß es ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] finanziell gesund gehen muß. Fanpro natürlich auch. Und Pegasus.
Damit möchte ich Punkt 1.) mal entschieden widersprechen. Man KANN sehr wohl als professioneller Rollenspiel-Autor, als professioneller Rollenspiel-Verlag leben und finanziell im Positiven bleiben. Klar ist der Rollenspiel-Markt in Deutschland nicht so groß wie der Markt für Computerspiele. Aber bei Rollenspielen und bei Computerspielen gibt es immer die Verlage und die Autoren, die das trotz Konkurrenz, hart umkämpfter Marktsegmente und im Vergleich mit z.B. dem Markt für Hobbysportarten kleinen Marktvolumen des Rollenspielmarktes insgesamt, eben doch schaffen. - Und natürlich gibt es viele, die finanziell mit ihren Arbeiten nicht über die Runden kommen. Nicht jedem ist es geben als Autor so regelmäßig beständige Qualität abzuliefern, daß er Verlage für seine Bücher findet. Nicht jeder Verleger beherrscht sein betriebswirtschaftliches 1x1 gut genug. Das betrifft aber jeden, der sich mit egal was(!) selbständig machen will. - Ich habe das im IT-Freelancer-Bereich bei einem guten Freund mitbekommen, was der ALLES unternehmen mußte, um da einigermaßen über die Runden zukommen (immerhin kriegt er es auf die Reihe). Selbständig heißt immer noch "alles selbst machen, und das ständig".
Zweites Standbein, neben dem Vertrieb, sind die Brettspiellizensen. Man sehe sich mal die Verkaufszahlen für Munchkin und Chez Geek an, so wie für die "Rückkehr der Helden"-Brettspiele. Traumhaft.
Cthulhu schreibt inzwischen seit 2 Jahren übrigens erst schwarze Zahlen. Das ist auch schon alles.
Kommen wir zu ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags]: Die kaufen, um zu überleben. Es gilt in jeder Branche, dass man größer werden muss, um in schlechten Zeiten zu überleben. Das Warhammer RPG stieß ja auch auf Verwirrung in der Szene. Zuletzt noch ein kleines Rechenbeispiel für Engel.
1000 GRW wurden verkauft im Zeitraum von 3 Jahren. Pro GRW mussten 35 Euro abgedrückt werden. der Verlag bekommt davon 55%, 45% gehen an den Handel, d.h. pro Buch bleiben dem Verlag knapp 20 Euro. Diese 20 Euro splittern sich so auf: 6,00 Euro für den Druck (Dazu kommen die Karten, die dem Buch beiliegen), ca 2,5 Euro für Mannewitz, der damals noch nicht so bekannt war, aber sicher für Layout und Zeichnung damals 2,5k bekommen hat. Texte wurden selber geschrieben, dauerte aber wohl 1000 Arbeitsstunden. Dazu kommen Lager- und Versandkosten und Werbung von 0,50 Cent pro Buch, außerdem noch ca 0,50 Cent für die Reziexemplare und Spenden an Tombolen. Sagen wir also, dass die pro Buch 10 Euro bekommen haben, es aber selber schreiben mussten. Das rechnet sich überhaupt rein gar nicht, zumal das Kapital für 3 Jahre gebunden war. Es reucht wohl zum leben für zwei Personen. Dazu muss noch vermerkt werden, dass ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] auch wegen mangelnder Initiative die DnD Lizenzen verloren haben.
Also, ich teile Daniel Meinung. Es reicht für wenige Mann zum Leben.
Leider Teile ich Daniels Auffassung, dass es einige Leute gibt, die gerne ihr Ego poliert sehen in dieser Szene. Ich bin sehr vielen begegnet und vielleicht bin ich auch einer.Zur zweiten Annahme - das mit dem Ruhm und Ehre und so: Na, wer's braucht. Wer in einem Themengebiet nicht etwa Geld verdienen will, sondern es zu Ruhm, Ehre, Ansehen bringen will, der muß sich - wie ÜBERALL - als Hure der öffentlichen Meinung präsentieren. Die bekannten Namen im - nehmen wir mal nur das deutsche - Rollenspielumfeld sind z.B. Hadmar von Wieser, Dogio, Jürgen E. Franke, ... Die haben ihre Bekanntheit, ihren Ruf, ihren Ruhm nicht auf die Schnelle, sondern durch kontinuierliche Präsenz in ihrem Themenumfeld, durch "Tue Gutes und Rede darüber", durch mehr Bücher, Webseiten und Fanzines, in denen ihr Name steht erzielt, als das der durchschnittliche, das Rollenspiel-Hobby als Spieler, Spielleiter, Freizeit-Abenteuer-Autor erreichen kann. Wer nach Ruhm strebt, der kann ihn erreichen. Auch im Rollenspiel-Umfeld.
Aber eben durch "Heldentaten" im Rollenspielumfeld hat man diesen Ruhm auch nur bei Rollenspielern, nicht bei anderen Gruppen der Bevölkerung. So wie mir Fußball nichts gibt, ich keine Fußballer kenne und bei den Nachrichten während der Fußballergebnisse lieber zur Klingeltonwerbung auf MTV zappe, so wird der eingeschworene Bayern-Fan und Hobby-Kicker , wenn er nicht gerade zusätzlich auch noch Rollenspieler ist, kaum etwas mit Schiemichen anzufangen wissen (und wenn er typischer DSA- oder Shadowrun-Monokultur-Spieler ist, dann auch nicht). - So ist das mit dem Ruhm. Wer mehr Ruhm haben will, der soll halt eine Fantasy-Trilogie um einen Ring und kleine speckige Barfußläufer schreiben. Dann kennen ihn - spätestens nach der Film-Trilogie - mehr Leute als unseren aktuellen Außenminister (nein, nicht der Joschka - nie wieder der Joschka).
Ja, wer will, der kann. Aber inzwischen ist das schwerer als noch vor 5 Jahren. Die Szene differenziert sich aus. Qualität ist sekundär, da man ein Forum und entsprechende Menge an Schreiern braucht, um "berühmt" zu werden. Es geht nicht mehr wirklich um Leistung, sondern um die geschickte Selbstpräsenz. Schriftstellerei ist auch nicht mehr ein Garant, für Fame
Glorantha würde ich, auch nach dem juristischen Geplänkel der letzten Jahre, in die GRW Ecke packen. Sonst hast du Recht mit den Internetplattformen, aber die gibt es inzwischen wie Sand am Meer, ebenso wie Läden, die langsam sterben.Frank hat geschrieben: Oder eine der phantastischsten Spielwelten wie Greg Stafford mit Glorantha. Oder eine weitreichende Nachschlagequelle nach Rollenspielen zu pflegen wie Dogio mit dem DROSI. Oder ein Forum für Independend Rollenspiele zu bieten wie Ron Edwards mit The Forge. Oder einen Online-Shop mit FAIREN Preisen für Importspiele zu unterhalten wie Dragonworld. Oder einen Verein für Rollenspieler zu gründen.
Siehe meine Rechnung oben. Es wirft Gewinn ab, um bei Fanpro und bei ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] zwei Personen zu ernähren, ebenso wirft es einen geringen 4Stelligen Obulus für den Autor ab, der aber Monate an so einer Publikation arbeitet. Lohnen ist mMn etwas anderes.Frank hat geschrieben:Eine Auflage von 1000 Stück als Druckausgabe ist schon ziemlich gut. Da machen die Verlage einen guten Schnitt, selbst wenn die Produktion recht aufwendig war (vorausgesetzt sie konnten die Produktionskosten kalkulieren - etwas, daß manche Blauäugigen im Geschäft nicht drauf haben, weshalb sie an ihren Produkten untergehen). Z.B. KÄ wird sich trotz der knappen Auflage für ***** und ******* [Name eines besser nicht zu nennenden Rollenspielverlags] vollauf gelohnt haben. Engel noch viel mehr, sonst wäre ja nicht das Regelwerk überarbeitet und in 2. Auflage erschienen, weil sich die erste ja ausverkauft hatte. Auch DSA4 scheint sich ja trotz anfänglichen Gemäkels von Alt-Fans von DSA3 ganz gut zu verkaufen. Hier sind die Auflagen auch garantiert größer als bei Engel oder anderen Nischenprodukten. Immerhin ist DSA nicht umsonst der Bestseller in Deutschland unter den Rollenspielen.
Ich finde diesen Vergleich vollkommen legitim. Daniel hat vorher einen Vergleich aufgestellt mit dem anderen Hobbymedium Games. Jetzt zieht er erneut die Parallele.Frank hat geschrieben:Hier vergleichst Du Äpfel mit Birnen. Das Marktvolumen für PC-Spiele und deren Beiprodukte wie PC-Spiele-Zeitschriften ist um einiges größer als das für Rollenspiele. Das für Bestsellerroman wie Harry Potter nochmal wesentlich größer. DESHALB kann es sich ein Verlag erlauben solche Stückzahlen produzieren zu lassen. Vergleiche das Markvolumen von Rollenspielen und damit die produzierten Stückzahlen mal lieber nicht mit Dingen, bei denen ein weitaus größeres Kaufinteresse in der Bevölkerung besteht. Kleinauflagen findet man z.B. regelmäßig bei den Faksimile-Ausgaben historischer Fechtbücher. Da bin ich ein treuer Kunde. Die werden auch von verglichen mit Großverlagen eher überschaubaren Verlagen in z.T. liebevoller Kleinarbeit hergestellt. Aber auch diese Verlag wollen und MÜSSEN überleben. Daher müssen sie hart kalkulieren, welche Mindestauflage mit welcher Ausstattung sie absetzen können müssen, um schwarze Zahlen zu schreiben. Das ist im Rollenspielsektor dasselbe.
Da stimme ich Frank zu. Rezis müssen stets fair bleiben, jedoch darf man auch bestimmte Kriterien anlegen, wenn man 35 Euro für ein Buch abdrückt.Frank hat geschrieben:Was ist falsch daran etwas, das als Produkt VERKAUFT, also gegen gutes Geld abgegeben wird, mit den gleichen Kriterien zu bewerten, wie ein anderes Produkt?
"Kritik wie in der wirklichen Welt" - hallo da drinnen im Elfenbeinturm! Wir arbeiten ganz wirklich für unsere Euronen. Diese müssen wir ganz wirklich für ein Rollenspielprodukt abdrücken. Und wenn dann in diesem ganz wirklichen Rollenspielprodukt etwas drin ist, oder etwas fehlt, was den Tausch Euros-gegen-Rollenspielbuch nicht mehr als fairen Tausch aussehen läßt, dann darf man doch wohl mal was anmerken. Wenn ich drei frische Brötchen kaufen gehe, dann will ich drei frische Brötchen und nicht einen Sack voll Gammelfleisch.
[...]
]Frank hat geschrieben:Also das mit Ruhm und Ehre ist mir im Rollenspiel-Umfeld eh neu. Hier ist soviel Ruhm und Ehe nicht zu erwerben. OK. Tweet, Tynes, Gygax, Peterson, Stafford, Edwards, ... Klar gibt es ein paar Namen, die man mit der Zeit kennt, wenn man sich mit Rollenspielen und vor allem(!) mit unterschiedlichen Rollenspielen (also nicht mit Monokultur) befaßt hat. Aber Ruhm? So würde ich das nicht nennen. - Hier haben wir keine Helden. Nur Nerds, die in manchen Bereichen ein wenig schlauer, ein wenig kreativer waren, als die üblichen Autoren.
[...]
Daniel hat offenbar frustriert, etwas verallgemeinert. Es gibt leider für jedes deiner Gegenbeispiele, mindestens eins, dass Daniels These belegt. Ich sehe das auch nicht so deprimierend, sondern realistisch. RPG ist kein Elfenbeinturm mehr, sondern ein Wirtschaftsmittel und wie jedes Hobby, auch eine Profilierungsplattform.
Halbwissen macht frech!
Lasst Rollenspieler die Welt retten - Wir haben in sowas praktische Erfahrung.
“That's one of the remarkable things about life. It's never so bad that it can't get worse.”
-Calvin-
Lasst Rollenspieler die Welt retten - Wir haben in sowas praktische Erfahrung.
“That's one of the remarkable things about life. It's never so bad that it can't get worse.”
-Calvin-
Ein paar Kommentare:
FUZION ist seit mindestens 2 Jahren rein kommerziell (Hero Games verwendet es fürs kombinierte Hero-Interlock-System, GoldRushGames benutzen es und so es R.Talsorian noch gibt dann vielleicht auch mal ein Cyberpunk Update, kostenlos gibt's nicht mal mehr die PDFs).
Nicht so wichtig.
Wichtiger erscheint mir, wie sich einige der "Verlage" tatsächlich "über Wasser" halten.
Christoph hat's für FanPro ja schon aufgezeigt. Und ein mächtiges Standbein für die ist eben auch der Großhandel und das schon sehr lange, waren sie doch einer der ersten Händler, die mit diesen obskuren Importen gewagt haben, Geschäfte zu machen.
War auch zunächst viel Idealismus, der jedoch eine zunächst "boomende" kleine Nische eröffnet hat, die sich nicht zuletzt dank der Sammelkartenspiele halten konnte.
Bei Pegasus kommt hinzu, dass die für ihre Lagerhaltung und Ladenmiete vermutlich einen nominellen Obolus an die Familie Finkernagel (Eltern von Andreas finkernagel, dem Chef von Pegasus) abführen müssen, die in dem Gewerbebau ein erfolgreiches Handwerksunternehmen und ein Bistro betreiben, in dem fast das ganze Friedberger Gewerbegebiet mittags Essen geht (etwas überspitzt)...
Und schaut Euch an, wo auch da ein Augenmerk liegt - DVDs, Comics und anderer Merchandize, der zunächst nichts mit RSPs zu tun hat, außer dass sich die Vorlieben überdecken.
Es gibt andere kleine Verlage, die relativ solide da stehen, weil die Unternehmen der Eltern lustige aber durchwegs legale Steuerabschreibungsexperimente damit machen.
Und die meisten "echten Promis" der Szene (in Deutschland) haben Butter-und Brot-Jobs in den unterschiedlichsten Branchen (John Tynes arbeitet übrigens hauptberuflich als Designer und Redakteur für einen recht namhaften Software Konzern und Mike Pondsmith von Cyberpunk gar für Microsoft... auch die hat der Alltag eingeholt).
Und was den Ruhm angeht - ach, lasst doch bitte die Finger davon. Da ist mir gerade wieder was sehr Peinliches über den Weg gelaufen.
Schreibt also so viele Regelwerke wie ihr wollt, verkauft sie mit Tantiemen-Rechten an einen Verlag oder stellt sie ins Netz der Netze zur freien Verwendung.
Aber Hauptsache ist doch, dass der Spaß am Hobby bleibt, oder?
Gruß
H.
FUZION ist seit mindestens 2 Jahren rein kommerziell (Hero Games verwendet es fürs kombinierte Hero-Interlock-System, GoldRushGames benutzen es und so es R.Talsorian noch gibt dann vielleicht auch mal ein Cyberpunk Update, kostenlos gibt's nicht mal mehr die PDFs).
Nicht so wichtig.
Wichtiger erscheint mir, wie sich einige der "Verlage" tatsächlich "über Wasser" halten.
Christoph hat's für FanPro ja schon aufgezeigt. Und ein mächtiges Standbein für die ist eben auch der Großhandel und das schon sehr lange, waren sie doch einer der ersten Händler, die mit diesen obskuren Importen gewagt haben, Geschäfte zu machen.
War auch zunächst viel Idealismus, der jedoch eine zunächst "boomende" kleine Nische eröffnet hat, die sich nicht zuletzt dank der Sammelkartenspiele halten konnte.
Bei Pegasus kommt hinzu, dass die für ihre Lagerhaltung und Ladenmiete vermutlich einen nominellen Obolus an die Familie Finkernagel (Eltern von Andreas finkernagel, dem Chef von Pegasus) abführen müssen, die in dem Gewerbebau ein erfolgreiches Handwerksunternehmen und ein Bistro betreiben, in dem fast das ganze Friedberger Gewerbegebiet mittags Essen geht (etwas überspitzt)...
Und schaut Euch an, wo auch da ein Augenmerk liegt - DVDs, Comics und anderer Merchandize, der zunächst nichts mit RSPs zu tun hat, außer dass sich die Vorlieben überdecken.
Es gibt andere kleine Verlage, die relativ solide da stehen, weil die Unternehmen der Eltern lustige aber durchwegs legale Steuerabschreibungsexperimente damit machen.
Und die meisten "echten Promis" der Szene (in Deutschland) haben Butter-und Brot-Jobs in den unterschiedlichsten Branchen (John Tynes arbeitet übrigens hauptberuflich als Designer und Redakteur für einen recht namhaften Software Konzern und Mike Pondsmith von Cyberpunk gar für Microsoft... auch die hat der Alltag eingeholt).
Und was den Ruhm angeht - ach, lasst doch bitte die Finger davon. Da ist mir gerade wieder was sehr Peinliches über den Weg gelaufen.
Schreibt also so viele Regelwerke wie ihr wollt, verkauft sie mit Tantiemen-Rechten an einen Verlag oder stellt sie ins Netz der Netze zur freien Verwendung.
Aber Hauptsache ist doch, dass der Spaß am Hobby bleibt, oder?
Gruß
H.
Duct tape is like the force. It has a light side, a dark side, and it holds the universe together!
Insanity is overrated!
Insanity is overrated!
- Lhankor Mhy
- Illuminatus regens
- Beiträge: 2636
- Registriert: Di Jan 14, 2003 23:58
- Realname: Frank
- Wohnort: Ulm
- Kontaktdaten:
Also ich habe gerade mal zur Probe bei R.Talsorian in der Rubrik "Free Stuff" das kostenlose Fuzion 5.02 heruntergeladen.Sage hat geschrieben:Ein paar Kommentare:
FUZION ist seit mindestens 2 Jahren rein kommerziell (Hero Games verwendet es fürs kombinierte Hero-Interlock-System, GoldRushGames benutzen es und so es R.Talsorian noch gibt dann vielleicht auch mal ein Cyberpunk Update, kostenlos gibt's nicht mal mehr die PDFs).
@Sage: Definiere "rein kommerziell".
Bezüglich Wege zum Ruhm im Rollenspiel:
Da bin ich aber neugierig. Erzähl doch mal...Sage hat geschrieben:Da ist mir gerade wieder was sehr Peinliches über den Weg gelaufen.
Ehrlich gesagt, ich spiele ja nun schon ein paar Jährchen Rollenspiele, aber mir ist bislang noch nie untergekommen, daß jemand Rollenspielautor, Rollenspielverleger, Rollenspielvertreiber wird, um berühmt zu werden. Da gibt es in Zeiten von "Deutschland sucht den Superstar" andere, leichtere, verführerischere Wege.
Eine gewisse Bekanntheit haben manche sehr produktive Autoren (Schreibe Gutes Und Rede Ständig Darüber) mit den Jahren erreicht. Aber eine Berühmtheit wie Tolkien für die Fantasy-Literatur werden die NIE erreichen, weil dazu das Augenmerk der Öffentlichkeit zu gering ist (und Tolkien würde ohne die Hippies aus den späten Sechziger Jahren heutzutage auch kein Schwein kennen).
Ich kenne den Brett- und Karten-Spiel-Autor Rainer Knizia noch von der Uni Ulm her. Ich habe selbst ein paar seiner Entwicklungen getestet und kenne einige seiner sonstigen regelmäßigen Testspieler gut genug, daß ich den Entwicklungsprozess von solchen Spielen und den Ablauf, bis eines dieser Spiele eventuell auf den Markt kommt, ein wenig einschätzen kann. - Er hat auch angefangen als Wi-Ma bei einer Bank zu arbeiten (da hatte er schon haufenweise Postspiele an der Uni entwickelt und in erfolgreicher Breite laufen lassen - wir hatten sogar mehrere Postspiel&Rollenspiel-Cons damals in Ulm durchgezogen). Erst nach mehreren mit entsprechender Publizität verbundenen Nominierungen und Gewinnen des Spiel des Jahres war er bekannt genug, daß er seinen bisherigen Job an den Nagel hängen konnte und sich ausschließlich von seinen Spieleentwicklungen ernähren konnte. Und das bei einem weitaus größerem Marktvolumen in Deutschland für Erwachsenen-Brett- bzw. Kartenspiele als wir es hier für Rollenspiele haben.
Gut Ding will Weile haben.
Wer von seiner Leidenschaft für eine Sache leben können will, der muß den Weg ALLER Selbständigen gehen. Er muß als Freelancer, als Nebenberufler sich einen Kundenstamm, einen Bekanntheitsgrad, einen guten Namen aufbauen. Dann kann er eventuell, d.h. wenn er die betriebswirtschaftlichen Grundlagen der Selbständigkeit beherrscht, davon leben.
Wer das nicht kann, der macht pleite, oder braucht halt einen anderen Job zum Mieteverdienen (oder reiche Eltern etc.).
Aber das ist mit Computer-Klitschen, mit Graphik-Design-Leuten, mit Eventmanagern, mit Künstlern jeglicher Richtung, mit Autoren jeglicher Richtung und eigentlich mit allen Selbständigen so. Da gibt es immer die Härten des Wirtschaftens. Deshalb ist Rollenspiel, genauer Rollenspielprodukte herstellen, für die meisten eine reine Freizeitbeschäftigung. Wie auch die meisten als reine Freizeitbeschäftigung ihre Homepage oder ihr Forum (so sie das eine und/oder das andere überhaupt haben) pflegen und nicht gleich zu professionellen Internet Service Providern und Web Design Agenturen werden.
Nur wenige Unternehmen können motivierten Rollenspiel-Kreativen (denn neben Autoren gehören ja da auch noch Leute, die Würfel, Karten, Zinnfiguren, sonstige Beiprodukte dieses umfangreichen Gebiets entwickeln oder für Bilder, Landkarten und andere Illustrationen sorgen) eine finanzielle "Aufwandsentschädigung" bieten. Manche nicht einmal das.
Daher gibt es soviele Freelancer, die ihren eigenen Kreativdrang statt ihn kostenlos aber eventuell etwas weniger professionell im Web zugänglich zu machen, eben lieber "offiziell" veröffentlicht sehen wollen. Es ist natürlich schon ein erhebendes Gefühl seinen Namen in einem Buch veröffentlicht zu sehen, für das Leute auch noch bereit sind Geld zu bezahlen, auch wenn man selbst nur ein "Taschengeld" (zumindest bei Beginn der Autorenlaufbahn) dafür bekommen hat.
Viele heute professionellen Rollenspielautoren haben als reine Fan-Autoren angefangen. Gerade letztes Jahr habe ich das aktiv bei Pinnacle mitverfolgen können, wie ein SEHR, wirklich AUßERORDENTLICH motivierter Brite sich auf deren Foren so eingeführt hatte, daß sie seine Arbeitsproben angenommen hatten und er nun sogar der Alleinverantwortliche für eine ganze Produktlinie ist(das geht bei einem 5 Mann Verlag wie Pinnacle recht schnell
Aber man schaue sich mal an, wie die Kreativabteilungen in Werbeindustrie, bei den Zeitschriften, bei Spielsachen so vorgehen. Da wird - nein da MUSS ständig neues (oder zumindest neu und vermarktbar wirkendes) Material abgeliefert werden. Ich kenne einen aus dem Training, der ein paar Jahre Werbebranche hinter sich hat. Das läßt einen ausbrennen. - Solche Geschichten habe ich vor Jahrzehnten von TSR-Autoren gehört, die von heute auf morgen von ihrer Lieblings-Spielwelt auf eine andere, mehr Profit versprechende Produktpalette angesetzt wurden, und damit klar kommen mußten. Oder sie haben eben mies gearbeitet und sind geflogen (immerhin ist das USA - hire&fire). Bei WotC war das ja wohl ähnlich. Und ähnlich frustrierend, auch wenn sie mit ihren Sammelkarten noch ein gutes finanzielles Standbein hatten.
Überhaupt: Unternehmen (ja auch kleine) tun gut daran bei einem sehr kleinen Marktvolumen sich mehr als ein Standbein anzuschaffen. Z.B. durch Onlineshops, durch andere Spiele, durch Roman- und Comic-Verkäufe, durch Dienstleistungen, durch Tabletops, durch Sammelkarten, durch was auch immer. Das ist völlig normal. Das macht JEDES Unternehmen in kleinen Märkten so um wirtschaftlich überleben zu können. Und wenn es nicht mehr reicht durch Diversifikation am Leben zu bleiben, dann läßt man sich von einem großen wie Hasbro schlucken und bleibt als eine kleine Unterabteilung dieses Großen bestehen. So ist es eben. Kein Grund darüber irgendwie emotional zu werden. Nothing to see. Move along.
Pegasus vertrieb im vergangenen Jahr das FUZION Corebook (Print) für um die € 6- 8 , die Grundregeln gab's online zuletzt (hab leider den Link nicht parat) neben einigen Plug-Ins für $6+ each, das würde ich kommerziell nennen.
Frank, ich habe nicht die Zeit, täglich jeden Link zu verfolgen und da ich die 5.xxer Regeln bereits seit geraumer Zeit habe und sich hinsichtlich von CP bei R.Talsorian so lange nichts getan hat, (ich hab 2001 meine letze Kampagne eingestellt und zuletzt in 2003 nach Updates gesucht) war das nicht hoch auf der Prioritäten-Liste.
Was die Peinlichkeiten angeht, ist diese aktuelle Sache vertraulich und die werde ich nicht breit treten - es gab allerdings Gelegenheiten (2004) wo sich die fragliche Person IMO öffentlich als ziemlich publicitygeil entlarvt hat - war damals auch in allen Magazinen und Online-Interviews präsent.
Allerdings hat sich beispielsweise André Wiesler nicht unbedingt zum Sympathen entwickelt.
Ich habe auch nicht gesagt, dass die Leute das tun, um Ruhm zu ernten, ich beobachte vielmehr, dass ihnen dieser vermeintliche Ruhm (gosh - definieren wir uns immer noch über die erschlagenen Feinde, geraubten Schätze und Proklamationen zu Herrschern über müffelige Königreiche?) unangenehm zu Kopf steigt.
Das finde ich auch in meinem eigenen Freundeskreis, betroffenen Menschen kann man jedoch stets leicht wieder einfangen (noch).
Für mich ist diese Diskussion müßig, da es mir beim Spielen um eine gute Story und Spaß gemeinsam mit Freunden geht.
Ich wollte nur meinen Zweifel äußern, der bei Deiner Schilderung der Zustände auf dem Markt aufkam.
Ich kenne die Situation auch noch ein wenig aus der Musikszene, wo mindestens ebenso viele kreative Menschen oft eher enthusiastisch als wirschaftlich erfolgreich eine gewisse Zielgruppe (die oft schon deutlich größer ist als die der Rollenspieler) zufriedenstellen.
Die Skalen von denen wir hier sprechen sind deutlich unterschiedlich.
Allein die Tatsache, dass wir auch nach gut 25 Jahren RSP in Deutschland nicht wirklich repräsentativ sagen können, wieviele Rollenspieler es hier
gibt, gibt mir einen Hinweis darauf, dass es immer noch um einen Nischenmarkt handelt.
Diese Nische mag größer geworden sein (mag kriegt die meisten Sachen auch bei Amazon), substanziell wie die Musik- oder die PC/Konsolenspiel-Industrie ist sie nicht.
Aber zugegeben, ich hab auch mal davon geträumt, das Hobby zum Beruf zu machen, hab Welten zusammen geschraubt und (schlechte) Regeln ausgetüftelt.
Aber dann kam bei mir die erste große Krise (Studiumende) und dann die zweite (Verein MR - nicht wahr, Christoph?) und mir ist klar geworden, dass meine Sicht auf die Dinge entweder zu streng oder nicht absurd (oder avantgardistisch?) genug ist.
Und ein weiteres DSA oder D&D braucht keiner wirklich.
Es gibt Menschen, Freunde oder gute Bekannte, die ich für meine Ideen interessieren kann (wenn's gut läuft ernte ich sogar Lob oder eine drängelnde Anfrage nach dem nächsten Termin) und für die bastele ich meine Welten oder interpretiere sie neu, wie Ihr ja hier im Forum sehen könnt.
Es gibt noch die eine oder andere Idee, die ich irgendwann mal platzieren möchte, aber das ist - wie Frank ja durchaus korrekt festgestellt hat - manchmal harte Arbeit. Und das braucht Durchhaltevermögen und die Überzeugung, dass die Idee interessant ist...mal sehen, was kommt.
Frank, ich habe nicht die Zeit, täglich jeden Link zu verfolgen und da ich die 5.xxer Regeln bereits seit geraumer Zeit habe und sich hinsichtlich von CP bei R.Talsorian so lange nichts getan hat, (ich hab 2001 meine letze Kampagne eingestellt und zuletzt in 2003 nach Updates gesucht) war das nicht hoch auf der Prioritäten-Liste.
Was die Peinlichkeiten angeht, ist diese aktuelle Sache vertraulich und die werde ich nicht breit treten - es gab allerdings Gelegenheiten (2004) wo sich die fragliche Person IMO öffentlich als ziemlich publicitygeil entlarvt hat - war damals auch in allen Magazinen und Online-Interviews präsent.
Allerdings hat sich beispielsweise André Wiesler nicht unbedingt zum Sympathen entwickelt.
Ich habe auch nicht gesagt, dass die Leute das tun, um Ruhm zu ernten, ich beobachte vielmehr, dass ihnen dieser vermeintliche Ruhm (gosh - definieren wir uns immer noch über die erschlagenen Feinde, geraubten Schätze und Proklamationen zu Herrschern über müffelige Königreiche?) unangenehm zu Kopf steigt.
Das finde ich auch in meinem eigenen Freundeskreis, betroffenen Menschen kann man jedoch stets leicht wieder einfangen (noch).
Für mich ist diese Diskussion müßig, da es mir beim Spielen um eine gute Story und Spaß gemeinsam mit Freunden geht.
Ich wollte nur meinen Zweifel äußern, der bei Deiner Schilderung der Zustände auf dem Markt aufkam.
Ich kenne die Situation auch noch ein wenig aus der Musikszene, wo mindestens ebenso viele kreative Menschen oft eher enthusiastisch als wirschaftlich erfolgreich eine gewisse Zielgruppe (die oft schon deutlich größer ist als die der Rollenspieler) zufriedenstellen.
Die Skalen von denen wir hier sprechen sind deutlich unterschiedlich.
Allein die Tatsache, dass wir auch nach gut 25 Jahren RSP in Deutschland nicht wirklich repräsentativ sagen können, wieviele Rollenspieler es hier
gibt, gibt mir einen Hinweis darauf, dass es immer noch um einen Nischenmarkt handelt.
Diese Nische mag größer geworden sein (mag kriegt die meisten Sachen auch bei Amazon), substanziell wie die Musik- oder die PC/Konsolenspiel-Industrie ist sie nicht.
Aber zugegeben, ich hab auch mal davon geträumt, das Hobby zum Beruf zu machen, hab Welten zusammen geschraubt und (schlechte) Regeln ausgetüftelt.
Aber dann kam bei mir die erste große Krise (Studiumende) und dann die zweite (Verein MR - nicht wahr, Christoph?) und mir ist klar geworden, dass meine Sicht auf die Dinge entweder zu streng oder nicht absurd (oder avantgardistisch?) genug ist.
Und ein weiteres DSA oder D&D braucht keiner wirklich.
Es gibt Menschen, Freunde oder gute Bekannte, die ich für meine Ideen interessieren kann (wenn's gut läuft ernte ich sogar Lob oder eine drängelnde Anfrage nach dem nächsten Termin) und für die bastele ich meine Welten oder interpretiere sie neu, wie Ihr ja hier im Forum sehen könnt.
Es gibt noch die eine oder andere Idee, die ich irgendwann mal platzieren möchte, aber das ist - wie Frank ja durchaus korrekt festgestellt hat - manchmal harte Arbeit. Und das braucht Durchhaltevermögen und die Überzeugung, dass die Idee interessant ist...mal sehen, was kommt.
Duct tape is like the force. It has a light side, a dark side, and it holds the universe together!
Insanity is overrated!
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