http://www.mittelalterwaffen.com/
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Re: http://www.mittelalterwaffen.com/
Was wolltest DU denn dort bestellen?Andreas hat geschrieben:Hi
Ich habe vor bei dem Shop http://www.mittelalterwaffen.com zu bestellen. Will jemand was?
Falls Dir an übungstauglichen Waffen gelegen ist, könnte ich Dir wesentlich bessere Adressen geben. Das, was dort im Online-Shop an "Hardware" ausgestellt ist, ist leider durch die Bank wenig bis nicht empfehlenswert (bezieht sich nur auf die Waffen, der Keuschheitsgürtel ist ja vielleicht so in Ordnung - da fehlt mir die praktische Notwendigkeit und somit die Erfahrung; bei Waffen hingegen darf man mir durchaus Fragen stellen...).
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Sehr richtig. Aber wir sind ja Rollenspieler und können uns die teile ja einfach Vorstellen. Ist vor allem billiger.The Dodger hat geschrieben:Ich für meinen Teil brauche nichts... die Sachen da sind nichts für den schmalen Geldbeutel...
"Und ich vermache meinen 1972er Gran Torino in Freundschaft an Thao Vang Lor. "
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Andreas
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Re: http://www.mittelalterwaffen.com/
Dann lass mal rüberwachsen. Ich würde mir gerne ein Schwert zulegen.Lhankor Mhy hat geschrieben: Was wolltest DU denn dort bestellen?
Falls Dir an übungstauglichen Waffen gelegen ist, könnte ich Dir wesentlich bessere Adressen geben. Das, was dort im Online-Shop an "Hardware" ausgestellt ist, ist leider durch die Bank wenig bis nicht empfehlenswert (bezieht sich nur auf die Waffen, der Keuschheitsgürtel ist ja vielleicht so in Ordnung - da fehlt mir die praktische Notwendigkeit und somit die Erfahrung; bei Waffen hingegen darf man mir durchaus Fragen stellen...).
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Re: http://www.mittelalterwaffen.com/
Da ist zuerst immer die Frage zu stellen (und zu beantworten): Was willst Du damit machen?Andreas hat geschrieben:Ich würde mir gerne ein Schwert zulegen.
Hier mal ein paar Beispiele, wofür man sich ein Schwert anschaffen könnte:
- Ernstkämpfe mit scharfer Klinge (scheidet wohl eher aus), hier ist der Wille und die Technik in jeder Beziehung "ernst". Es wird Verletzte geben. Sehr wahrscheinlich Tote und Verstümmelte. Es gibt wesentlich unkompliziertere Arten des Ablebens, bei Bedarf gibt es auch dafür Tips :) .
- Theaterkämpfe mit Choreographie, d.h. genauestens abgesprochenen Aktionen, damit es auch garantiert keine Verletzten gibt (immerhin ist ein ausgebildeter Stuntman oder ein Schauspieler recht teuer und Ausfallzeiten können sich beide nicht leisten). Ziel: eine dramatische Szene durch kämpferische Darstellung zu unterstützen. Realistische Technikausführung wird immer hinter den darstellerischen Aspekt zurücktreten (Parade-Negativbeispiele: Highlander-Fernsehserie, Matrix, Kill Bill - kampftechnisch gesehen alles gequirlte Scheiße, aber z.T. trotzdem unterhaltsam; Gegenbeispiel: exzellente Kampfszenen mit korrekter Ausführung und guter Darstellung der Effekte der Techniken gibt es in Die Duellisten (Stark, einfach stark), Wudang - Die Tochter des Meisters (ein Wushu-Film noch aus der Zeit bevor die Computer*kotz*tricks alle echten Kampfkünstler in den Eastern arbeitslos machten; die Darsteller dieses 1983 gedrehten Films waren allesamt Experten in ihren Waffen, insbesondere im Wudang-Schwert - genial!), Die Drei Musketiere (der zweiteilige Film mit Michael York als D'Artagnan, Regisseur war Richard Lester), Macbeth (Regisseur Roman Polanski), Cyrano De Bergerac (mit Depardieu, der aber vollkommen untalentiert und wirklich ein Grobklotz ist, so daß man für den Kampf, während dessen Cyrano eine Ballade rezitieren sollte, einem Stuntman eine "Depardieu-Maske" verpaßt hatte. Der Stuntman war ein sehr guter Fechter und diese Szene ist das Beste am gesamten Film. - Die Information habe ich übrigens von einem Stuntman-Paar, die bei dem Kampf-Choreographen eben dieses Films gearbeitet haben.)
- Schaukämpfe (z.B. von Ritterspielern) mit stark reglementierten Aktionen, die zwar (relativ) frei kombinierbar sind, aber in erster Linie Darstellungstechniken und weniger authentischen Kampftechniken sind. Die meisten Ritterspiel-Gruppen legen mehr Wert auf authentisch handgefärbte Wolle, statt den Hinter hoch zu bekommen und vernünftig Kampfkunst zu trainieren. Daher sind die Techniken durchweg schlecht, unrealistisch und für Darstellungstechniken auch noch viel zu langsam und von laienhaftem Timing - Stichwort: Laienspielgruppe. Da die Techniken nicht authentisch sind, sind auch Verletzungen aus Unkenntnis, wegen schlechtem Trainingsstands, aus Übermut, aus ... an der Tagesordnung. Auch ein Schaukampfschwert ist eine Waffe! Damit kann man Leute verstümmeln und auch töten! Das wird von vielen Ritterspielern nicht ernst genommen.
- Freie Kämpfe (z.B. von Wikinger-Gruppen) sind noch strenger limitiert, was Trefferzonen und erlaubte Techniken angeht als die meisten Ritterspielgruppen. Dies ist sehr weit weg vom realistischen Einsatz solcher historischer Waffen - z.T. verkommt der"erlaubte" Einsatz zu einer bloßen Parodie des eigentlichen Gebrauchs bestimmter Waffen (z.B. Speer), doch sind die Kämpfe "echt" in der Hinsicht, daß man tatsächlich versucht einen Gegner zu treffen - aber natürlich nicht mit der notwendigen Wucht um ihn eventuell zu verletzen. Trotz Reglements gibt es bei siegeswilligen Teilnehmern an solchen Freien Kämpfen / Freien Schlachten immer wieder Übergriffe, die mit Verletzungen (Finger ab, Auge raus, Bauchspeicheldrüse zerstochen, Leberstich, ....) enden.
- LARP-Kämpfe werden i.d.Regel mit Latex-Pömpfen ausgetragen. Diese verhalten sich nur sehr bedingt (lies: nicht) wie ein echtes Schwert. Selbst Holzschwerter verfügen über ein authentischeres Handhabungsgefühl. Aber auch Holzschwerter sind Waffen! Man kann damit Leute erschlagen (man lese mal die Biographie von Musashi - er hatte mehr Leute mit japanischen Übungssäbeln (Bokken) auf dem Gewissen als mit seinem eigentlichen Säbel (Katana)). Doch werden für die Nicht-Action-Szenen in manchen Gruppen auch metallene Schwerter als "Trage-Schwerter" - also
zum am Gürtel herumtragen, aber nicht zum Kampfeinsatz - geführt.
- SCA (Society of Creative Anachronism): solche Gruppen, dieser US-stämmigen aber auch in Europa mehr Verbreitung findenden Organisation, tragen metallene Schwerter, schlagen sich aber in ihren reglementierten Kämpfen mit Rattan-Holzwaffen. Diese Rattan-Schwerter sind nicht so gefährlich wie Hartholz-Schwerter, und trotzdem stecken die Kämpfer in kompletten Vollrüstungen, um die Verletzungen zu minimieren.
- Historische Kampfkunst: hier wird nach original Fechtbüchern unterschiedlicher Epochen die Fechtkunst als komplette Kampfkunst erlernt und ausgeübt. Freie Kämpfe gibt es hier nicht wirklich, da hier nur authentischen Techniken trainiert werden, die binnen kürzester Zeit zum Tode eines Beteiligten führen (sollen - schließlich ist das ja der Sinn der Techniken, die man da lernt). Als KampfKUNST steht hier nicht so sehr ein gegeneinander im Vordergrund, sondern man lernt miteinander die Kunst vergangener Generationen wiederzubeleben. Grundlegend ist hier der Respekt. Respekt vor den Kampfschwertern mit denen trainiert wird (dies sind von der Gewichtung und Handhabung her echte Schwerter, die einfach nur eine nicht geschärfte Schneide haben, um Verletzungen zu vermeiden - nur nicht unterschätzen: ich habe mit angesehen, wie ein stumpfes Übungsschwert einem Übenden mehr als 10cm in den Unterarm eindrang - das war kein Spaß für alle Beteiligten). Respekt vor den Übungspartnern, die ja ihre körperliche Unversehrtheit in die Hände des jeweiligen Übungspartners legen. Respekt vor dem Lehrer, der letzlich die Verantwortung für das sichere Ausüben dieser Künste hat und sein Wissen um die korrekte Ausführung weitergibt - Wissen, das nicht schnell erworben ist, sondern viel Erfahrung erfordert. In solchen Kreisen werden echte, richtig gefährliche Aktionen geübt, die bei erfahrenen Fechtern tatsächlich in authentischer Ausführungsgeschwindigkeit und mit korrektem Krafteinsatz erfolgen. Wenn der Übungspartner damit umgehen kann - er also erfahren genug ist - dann kann man fast alle historisch überlieferten Techniken ausüben (ja, es gibt tatsächlich welche, die garnicht "sicher" zu trainieren sind, sondern immer den anderen verletzen werden - dafür nimmt man dann auch im historischen Fechten Helme und Holzschwerter).
So, das waren die wichtigsten Fälle, in denen man das Schwert wirklich benutzen möchte. Alle haben unterschiedliche Anforderungen an die dafür geeigneten bzw. zugelassenen (bei Reglements) Schwerter.
Was hier nicht aufgeführt war, ist das Deko-Schwert. Ein Schwert, das man sich irgendwo an die Wand hängt oder irgendwo hinstellt. Das kann beliebige physikalische Eigenschaften haben - einziges Kriterium neben einem persönlichen Ästhetikempfinden ist hier nur der Preis, den man zu zahlen bereit ist. Nach oben sind da keine Grenzen gesetzt.
Nun, was willst Du mit Deinem Schwert tun? Dann sehen wir mal, woher man ein dafür gut geeignetes Schwert bekommen kann - und was so etwas kostet (z.B. als Trage-Schwert braucht man kein Fechtschwert, das komplett übungstauglich ist und 600 Euro kostet, die gibt es auch für 100 Euro oder auch billiger, wobei letztere dann auch billig aussehen).
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Andreas
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Re: http://www.mittelalterwaffen.com/
Erst mal Danke für die Antwort.Lhankor Mhy hat geschrieben:Da ist zuerst immer die Frage zu stellen (und zu beantworten): Was willst Du damit machen?
Mit dem Schwert will ich eigentlich "nur" mit dem Philipp ein wenig kämpfen. Das soll aber mehr Spaß sein so wie bei Ritterspielen (Schaukämpfe). Ich habe nicht vor mich oder jemand anderen damit zu verletzen.
Das Schwert sollte aber schon so schön sein, dass ich es an die Wand hängen kann.
Gestern hat mir ein Bekannter angeboten mein Schwert selber zu machen. Das ist anscheinen gar nicht so schwer. Dafür braucht man nur eine Feder von einem LKW und schmiedet die gerade.
Ich bin aber weiterhin an dem Kauf eines Schwertes interessiert. Wer weiß ob ich das hin bekomme oder ob ich irgendwann die Lust daran verliere. Er meinte das das schon 20 -30 Abende dauern kann.
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Re: http://www.mittelalterwaffen.com/
Andreas hat geschrieben:Dafür braucht man nur eine Feder von einem LKW und schmiedet die gerade.
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Re: http://www.mittelalterwaffen.com/
Oje. "Nur ein wenig kämpfen" geht leider nicht wirklich. Jedenfalls nicht, wenn beide mit schweren, kantigen Metallprügeln - auch Schaukampfschwerter genannt - aufeinander einschlagen und einstechen. Wie stellst Du Dir das konkret vor?Andreas hat geschrieben:Mit dem Schwert will ich eigentlich "nur" mit dem Philipp ein wenig kämpfen. Das soll aber mehr Spaß sein so wie bei Ritterspielen (Schaukämpfe). Ich habe nicht vor mich oder jemand anderen damit zu verletzen.Lhankor Mhy hat geschrieben: Was willst Du damit machen?
Zum Geleit: selbst die Ritterspieler trainieren mehr oder weniger regelmäßig, auch wenn von deren Technik und Präzision nicht viel zu halten ist - wie ja aus meinem Beitrag oben wohl herausgekommen ist. Den meisten dieser "Darsteller" ist nicht bewußt, daß sie mit einem Übungspartner zusammen trainieren, während beide WAFFEN in Händen halten. Man kann nicht einfach "ein wenig kämpfen" ohne durch regelmäßiges Training überhaupt eine Grundlage an Waffenkontrolle gelernt zu haben, die die essentielle Voraussetzung für jede Waffenhandhabung in Sport oder Spiel ist. Trainiert Ihr beide regelmäßig in einer bewaffneten Kampfkunst? Genauer: trainiert Ihr beide regelmäßig Schwertkampf?
Nur wenn Ihr darauf mit Ernst "ja" antworten könnt, dann könnt ihr mit reduzierter Gefahr in Ritterspieler-artiges Training gehen. Aber: Ritterspieler "kämpfen" nicht! Hier geht es nicht darum, wer einen Kampf gewinnt! Sie stellen Kämpfe dar! Das ist ein himmelhoher Unterschied. Selbst die recht frei aussehenden Kämpfe sind in der Regel detailgetreu einstudiert und den Praktizierenden ist von Anfang an klar, wer wen "besiegen" wird. Die hohe Verletzungsrate bei Ritterspielern liegt meist daran, daß sie nicht wirklich mit einer echten Kämpfermentalität in solche abgesprochenen Darstellungskämpfe gehen: ein Kämpfer denkt nur an eines - sich selbst zu jeder Zeit schützen. Das bedeutet, daß man sich auch vor einem Patzer des Partners in einem eigentlich abgesprochenen Schaukampf jederzeit in Acht zu nehmen gelernt hat. Fehler passieren jedem einmal. Solche unachtsamen Momente, wo der Ehrgeiz eine schöne Vorführung zu leisten manches Mal den Gedanken an das Sich-stets-Schützen in den Hintergrund drängt, führen zu den bekannten Verletzungen und Verstümmelungen. Insbesondere sind die krassen Fälle, wo Finger abgeschlagen wurden, in der Regel nicht bei den bis ins Detail (und bis es den Akteuren zu den Ohren rauskam) durchexerzierten Schaukämpfen, sondern beim "Herumkämpfen" danach oder im Lager der jeweiligen Schaukampfgruppe passiert. Das liegt daran, daß diese Leute in der Regel nicht wirklich Schwertkampf erlernen, sondern sich nur nach gewissen Regeln mit Metallprügeln schlagen. Ihnen ist meist nicht bewußt, daß ein typisches Schaukampfschwert im gerichtsmedizinischen Sinne eine massive stumpfe Schlagwaffe darstellt - viel gefährlicher als ein Baseball-Schläger eines Fußball-Hooligans! Durch den mangelnden Respekt vor einer Waffe unterschätzt man die Aktionen des Partners, der in solchen Spielchen als Gegner gesehen wird, leicht und ebenso unterschätzt man die Gefährlichkeit der eigenen Aktionen, die man selbst nicht mehr abstoppen und kontrollieren kann. Das habe ich mehr als einmal gesehen und daher rührt meine schlechte Meinung von Ritterspielern, wo jeder sein Schwert nicht nur herumschleppen will, sondern so tut, als könnte er diese Waffe so beherrschen, wie ein historischer Ritter, der nach jahrelangem täglichen Üben in der Tat eine hohe Beherrschung der Schwertkunst hatte. Nur durchtrainierte "Profi-Kämpfer" waren bei Turnieren überhaupt in der Lage unverletzt bzw. unverstümmelt herauszukommen. Da ging es zwar gemäßigter als im Kriege, aber doch gefährlich zur Sache. Wer heute so etwas nachstellen will, braucht seriöse Experten in den mittelalterlichen Kampfkünsten und keine Mittelalter-Faschingskostümträger.
Solltest Du vorhaben, Dich in einem freundschaftlichen Wettstreit mit Philipp messen zu wollen, so lass auf alle Fälle keine irreparable Verletzung oder gar einen Todesfall Deine Freundschaft trüben!
Mein Tip für "ein wenig kämpfen": übe die Grundtechniken und die REGELN für LARP-Kämpfe mit ein paar erfahrenen LARPern (frag doch mal Tobi dazu) und duelliere Dich dann mit LARP-Pömpfen statt mit metallenen Schwertern. Hier kannst Du Treffer setzen, hast ein wenig vom Adrenalin-Kick eines echten Kampfes und kannst (im Rahmen der Regeln) voll zuschlagen ohne Deinen Partner zu verstümmeln. Übrigens sind hier Stiche und andere Techniken aus gutem Grund VERBOTEN. Selbst mit einem LARP-Schwert kann man jemandem das Auge ausstechen, den Kehlkopf zertrümmern oder ein Trommelfell zum platzen bringen. Das zu vermeiden gibt es LARP-Regeln, die man auf LARPs auch einzuhalten hat.
In der Gruppe, die ich in Ulm an der Uni unterrichte, fängt man erst einmal mit philippinischer Kampfkunst an. Da trainiert man Klingentechniken anfangs mit Rattenstöcken, die einem noch keine schweren Knochenbrüche und keine Schnitte verursachen können. Die ersten Monate werden auch KEINE STICHE geübt, da diese extrem gefährlich sind und man hier erst ausreichen Waffenkontrolle nachweisen muß, bevor ich gefährlichere Techniken unterrichte. Schließlich bin ich für die Unversehrtheit meiner Fechtschüler verantwortlich. Wenn jemand eine gewissen Zeit mit Stöcken trainiert hat und ich den Eindruck habe, er hat diese Waffe unter Kontrolle, dann ist die nächste Stufe mit Aluminium-Klingen zu trainieren. Diese sind ca. 4-5 mm breit und können Hand- und Fingerknochen und auch Rippen brechen lassen, schneiden aber nicht wirklich. Aluminium hat den Vorteil, daß es sich verformt, wenn man Klinge auf Klinge prallen läßt (was in der Regel FALSCH und GEFÄHRLICH ist!). Eine Stahlklinge bricht nämlich bei falscher Behandlung und es fliegen Metallspäne herum, die Augenverletzungen erzeugen können. Erst wer in der Lage ist mit einer Aluminiumklinge sachgerecht umzugehen, kommt an die echten, aber stumpfen Stahlklingen. Wer Stahlklingen verwendet, die nach authentischen Gewichtungen und Maßen angefertigt sind, merkt sofort den Unterschied zu den "Schaukampfschwertern". Eine echte Klinge ist KEIN Eisenprügel. Sie ist relativ leicht zu führen, schnell, elastisch genug nicht sofort zu brechen und doch hart genug eine Schneide halten zu können (falls man sie schärft). Solche Fechtschwerter haben eine sehr dünne Schnittkante, die bereits richtig schneiden kann (auch ohne explizit geschärft zu sein!). Daher ist der Umgang mit diesen Waffen extrem riskant und nur meine erfahrensten Fechtschüler üben mit diesen Waffen. Man kann auch nicht alle authentischen Techniken damit SICHER üben, weil viele so schnell gefährliche Verletzungen erzeugen, daß selbst ein erfahrener Fechter dort Mühe hat, den Treffer durch Abstoppen zu verhindern (das ist zwar der eigentliche Sinn der Technik, nämlich jemanden ohne viel Möglichkeit zur Gegenwehr zu töten, doch kann man so etwas derzeit eben nicht wirklich üben). Für solche Fälle ist dann ein Holzschwert oder ein Rattanprügel sowie Helm und Handschutz die Mindestschutzausrüstung.
Nachdem Du jetzt weißt, wie ich das Training in Ulm konzipiere, biete ich Dir folgendes an: wir üben immer Dienstags abends von 19:30 Uhr bis meist gegen 22:00 Uhr. Wenn Du mit Philipp vorbeikommen magst, benachrichtigst Du mich vorher per PN und ich nehme Helme und Handschutz mit, und ihr beide könnt Euch dann erst einmal mit leichten(!) Rattanstöcken und in Schutzausrüstung schlagen. Das tut nur unwesentlich mehr weh als LARP-Duelle, jedoch sind hier praktisch alle Techniken erlaubt. Wenn Du magst, kann auch ich mich gerne mit Dir schlagen... - ich lasse keine Gelegenheit aus echte Kampferfahrung(spunkte) zu sammeln.
Schaukampfschwerter sehen in der Regel aus wie das, was sie sind: Metallprügel. Die Gewichtung ist Scheiße, die "Schlagkante" (was so etwas bei einem Schwert soll, fragt man sich?) ist meist 3-5 mm, was einen wuchtigen kantigen Metallprügel ergibt. Meist sind die Dinger so mies gewichtet, daß man einen extrem schweren Knauf als "Gegengewicht" hinten anbringt, um den untrainierten Händen der Ritterspieler wenigstens die Illusion zu geben, sie könnten die Klingen irgendwie flüssig bewegen. Insgesamt sind solche Dinger unansehnlich, langsam und ihr Geld (leider) nicht wert.Andreas hat geschrieben: Das Schwert sollte aber schon so schön sein, dass ich es an die Wand hängen kann.
Ein echtes Fechtschwert, das eher schlicht und einfach daher kommt, ist von seriösen Schmieden auch schon ab 300 Euro zu bekommen. Manche Schmieden in Polen und der Tschechei sind bei ählicher Qualität nur halb so teuer. Ein übungssicheres Fechtschwert, das noch optisch etwas hermacht - z.B. ein nachgeschmiedetes Museumsoriginal - kann teuer oder gar TEUER sein.
So ein "Schwert" möchte ich einmal sehen. Wenn er nicht eine eigene Schmiede hat, die auf das Schmieden von Schwertern ausgelegt ist. Einer meiner Fechtschüler ist selbst Schmied und hat sich alle seine Schwerter selbst geschmiedet - von dem kannst Du Dir ja mal erzählen lassen, was von diesem Vorschlag zu halten ist.Andreas hat geschrieben: Gestern hat mir ein Bekannter angeboten mein Schwert selber zu machen. Das ist anscheinen gar nicht so schwer. Dafür braucht man nur eine Feder von einem LKW und schmiedet die gerade.
Ich bin aber weiterhin an dem Kauf eines Schwertes interessiert. Wer weiß ob ich das hin bekomme oder ob ich irgendwann die Lust daran verliere. Er meinte das das schon 20 -30 Abende dauern kann.
Übrigens: es reicht nicht nur eine Klinge in Form eines Schwertes zu bringen, sondern sie muß die korrekten Eigenschaften aufweisen. Wenn sie zu weich ist, dann biegt sie sich und verformt sich sogar. Ist sie zu hart, dann bricht das Schwert, was zu schwersten Verletzungen führen kann. Aber zu einem Schwert gehört noch mehr als die Klinge: wenn der Griff nicht in Ordnung ist, dann kann man das Schwert nicht korrekt führen, was eine unsichere Bahn der Klinge bedeutet - so etwas gefährdet den Übungspartner aber auch den Fechter selbst. Ein Fall eines schlechten Griffs ist letztes Jahr bekannt geworden, wo der Griff durch die Schwingungen in der Klinge gerissen ist und dem Fechter die gesamte rechte Handfläche bis auf die Sehne aufgerissen hat. Daher ist auch das Fassen eine Schwertes eine Kunst für sich. Nicht alle Schmiede verstehen sich übrigens darauf - unabhängig davon ob sie gute oder weniger gute Klingen schmieden können.
Je länger ich in der historischen Fechtkunst aktiv bin, desto mehr tiefen, ehrlichen Respekt habe ich vor dem notwendigen Knowhow, das man benötigt, um ein gutes Fechtschwert herzustellen. Solche Tips, wie der Deines Freundes, sich ein Schwert selbst zu "schnitzen" lassen eine erhebliche Unkenntnis der Materie vermuten. Hier wäre ich sehr vorsichtig. Bedenke: Du baust Dir eine Waffe - einen Metallprügel - mit dem Du dann auf Philipp einschlagen willst bzw. der Dich vor dessen Angriffen schützen soll. Ich hoffe Du hast eine gute Haftpflicht und ihr übt in der Nähe eines Krankenhauses (kein Witz! Wir haben vor ca. 13 Jahren einen heftigen Trainingsunfall bei einem einstudierten Schau"kampf" Säbel gegen Speer gehabt, der einem Fechter beinahe ein Auge gekostet hätte. Da war es gut, daß das Bundeswehrkrankenhaus mit seiner Notaufnahme gleich um die Ecke war - auch wenn die Ärzte uns anfangs garnicht glauben wollten, bei was für Aktionen diese Verletzung entstanden ist, bis wir die Waffen aus dem Auto ins Krankenhaus mitnahmen - dann wurden die Ärzte etwas bleich. Und das Ganze war ein echter Unfall. Beide waren erfahrene Fechter, doch hatten wir schon stundenlang geübt und bei einem war die Aufmerksamkeit einen Moment nicht voll da - und dann ist es eben schief gegangen).
Das war wieder ein langer Beitrag, aber dies ist eine Materie in der ich mich fast so lange wie bei den Rollenspielen engagiere. Ich habe da schon viel Schrott (wörtlich) gesehen und selbst viel riskanten Mist gebaut (leider, aber da war ich ja auch noch jung und unsterblich) - Dinge, die ich hier nicht wiedergeben werde, um Euch nicht auf gefährliche und dumme(!) Ideen zu bringen.
Versucht es doch mal mit LARP, oder kommt nach Ulm und haut euch mit Rattanstöcken in Schutzausrüstung. Das bringt wirklich viel mehr als herumzudilettieren und dann Freunde zu verstümmeln.