Forenrollenspiel: Land in Sicht!

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Tradain
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Beitrag von Tradain »

Am nächsten Morgen scheint alles unwirklich zu sein.
"Ist es eine Strafe Gottes? Sollte Gott so grausam sein und alle Mitreisenden mit zu strafen für mein Verbrechen?"
Mir wird klar, daß ich unmöglich bei Sr Ilsengart beichten kann.
"Sie würde mich aus Angst verraten und ich hätte keine Möglichkeit zur Flucht."
Mir fällt das merkwürdige Gespräch ein, dessen Zeuge ich wurde als ich in der Kabine saß.
"Vielleicht sollte ich endlich mit Thomas reden und ihn fragen was dort in Whickham´s Kajüte passiert war. Überhaupt, Thomas scheint sich ein Bißchen viel für mich zu interressieren....nun ja, vielleicht nutzt das zu etwas "
Ich werde das Angebot einer Unterhaltung mit Thomas wohl annehmen. Aber zunächst nutze ich die Möglichkeit und wechsle meine Kleidung solange ich allein in der Kabine bin. Meine Wahl fällt auf ein dunkelrotes Kleid, das einmal sehr teuer gewesen sein muß, wenigstens für meine Verhältnisse. Ich verlasse die Kabine und schlendere an Deck, immer noch grübelnd über die Vorkommnisse der Nacht. Ich verweile an der Reling, ziehe mein Stickzeug hervor setze mich auf einem Stapel Seile.
Ich halte nach Sr Ilsengart Ausschau, kann aber nur ein paar Matrosen ausmachen, die mich neugierig beobachten.
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

Wickham hat kaum die Türe zur Kapitänskajüte geschlossen, da fragt ihn auch schon Kapitän Clifford: "Nun, was habt Ihr auf dem Herzen, daß es einer solchen privaten Unterredung bedarf?" Wickham, entschlossen den direkten Weg beizubehalten, den er mit Kapitän Clifford zu gehen sich vorgenommen hat, sagt: "Euch ist die Aufregung der letzten Nacht noch in Erinnerung? Gut. Meine Mitreisenden sind zur Zeit in recht aufgelöster Stimmung, da sie das nächtliche Bild des Grauens so sehr erschüttert hat, daß sie ihren Verstand unter dem Eindruck des Schreckens nicht auf zielgerichtete Art einzusetzen vermögen. Daher habe ich in meiner fürsorglichen Pflicht die Aufgabe übernommen, die Ängste und Befürchtungen der Reisenden stellvertretend bei Euch vorzubringen."

Kapitän Clifford schaut Wickham skeptisch an und sagt: "Na, dann mal voran! Bringt vor, was Euch und Eure Mitreisenden bedrückt." Wickham macht ein paar Schritte nach rechts und links hin und her, während er spricht: "Auf See sind, wie man so hört, ja durchaus rauhe Bräuche üblich. Könnte es sein, daß einer Eurer Mannschaftsangehörigen meinte, die Landratten an Passagieren einmal tüchtig erschrecken zu müssen? Wenn ja, was meint Ihr, welcher Eurer Seeleute dafür in Frage käme? Wenn dies der Grund für die nächtliche Aufregung war, so sollte man doch etwas dagegen unternehmen können, oder was meint Ihr dazu?" Er hält inne, wendet sich dem Kapitän zu blickt ihm in die Augen. Kapitän Clifford räuspert sich etwas und antwortet: "Lt. Wickham, ich kann für die Ernsthaftigkeit meiner Männer garantieren. Glaubt mir. Es mag die eine oder andere Reiberei hier auf See geben, vielleicht erträgt der eine oder andere die Weite der See nicht so wie ich dies tue, aber für Albereien sind wir doch wohl allesamt zu alt, nicht?"

Wickham nickt zustimmend und fährt fort:"Da habt Ihr wohl recht! Andererseits ist mir und den anderen Mitreisenden noch kurz vor Ablegen aufgefallen, daß Ihr eher kurzfristig noch Ladung an Bord genommen habt. Sagt, Kapitän Clifford, bei dieser Ladung war doch wohl nicht irgendetwas Lebendiges enthalten, wie ein Affe oder dergleichen? Wenn doch, so solltet Ihr baldmöglichst Eure Ladung kontrollieren lassen, da eventuell solch ein Tier sich losgemacht hat und nun ehrbare Leute um ihre Nachtruhe bringt." Kapitän Clifford runzelt etwas die Stirn: "Zwar soll die Fracht meines Schiffes euch nicht besorgen, aber ich kann euch versichern, daß sich außer dem Federvieh nichts Lebendiges unter Deck befindet. Die Fracht wurde von mir persönlich vor der Abfahrt kontrolliert, und ich traue meinen Augen noch sehr gut..."

"Euer Urteil möchte ich keinesfalls in Zweifel ziehen. Ich möchte Euch nur mit den Gedanken der Reisenden vertraut machen und eventuell den einen oder anderen Vorschlag, die Besorgnis erregende Stimmung zu mildern, unterbreiten. Meine ersteren Fragen gingen bereits in diese Richtung." antwortet Wickham, und fährt fort:"Ein weiterer Vorschlag wäre es, nachzusehen, ob Ihr einen Blinden Passagier an Bord habt. Vielleicht hat sich ja in der Aufregung um den verstorbenen Schotten jemand an Bord gestohlen und möchte sich des nachts Nahrung oder anderes verschaffen? In diesem Falle wäre eine Durchsuchung des gesamten Schiffes sinnvoll. Ich könnte Euch zur Unterstützung dabei auch gerne meinen Diener zur Verfügung stellen, da sich dieser im Aufstöbern von vermißten und nichtvermißten Personen und Dingen bisher durchaus ausgezeichnet hat." Mit der Rechten durch seinen Bart fahrend denkt Kapitän Clifford über das eben Gehörte nach und antwortet schließlich: "Ein blinder Passagier, meint ihr... Schaut, mir fehlen weder Vorräte, noch habe ich etwas Merkwürdiges an Bord beobachten können. Wenn es Eurem Diener beliebt, so mag er sich hier an Bord ein wenig umsehen. Jedoch werde ich meine Männer nicht unnötig mit sinnlosen Aufgaben betrauen. Um den Laderaum kümmere ich mich noch einmal persönlich." Er macht Anstalten sogleich zur Tür und durch diese zur Tat zu schreiten, als Wickham ihm den Weg verstellt.

"Guter Kapitän Clifford, vernehmt bitte noch eine letzte Überlegung, um mich so alle Ungewißheiten vorgebracht habend zu meinen Mitreisenden zurückkehren zu lassen." beginnt Wickham schnell und setzt dann langsamer und mit einem Blick, der den wachsamen Augen des Kapitäns zu entgehen sucht, fort:"Der letzte, und für mich als guten Christenmenschen eigentlich nicht denkbare, Fall wäre schließlich, daß es tatsächlich etwas oder jemand von nicht-natürlichem Ursprung ist. Ich traue mich kaum es beim Namen zu nennen, doch könnte es sich bei unserem nächtlichen grauenvollen Besucher um einen Wassermann, einen Nix oder den "Klabautermann", wie so etwas in Seemannskreisen wohl genannt wird, handeln?" Wickham riskiert einen kurzen Blick in Kapitän Cliffords Augen, "Ihr schaut schon so. Ja, ich halte diese Möglichkeit auch für eher unwahrscheinlich, weshalb man vielleicht durch ernsthaftes Verfolgen der ersteren Möglichkeiten etwas finden könnte, so daß die letztere garnicht erst übrigbleiben kann." Der Kapitän ist nun aber vollends nicht gewillt, dieses Gespräch länger auszudehnen, doch kann er um der Höflichkeit willen nicht Wickham einfach stehen lassen: "Der Vorfall scheint Euch ja wirklich so sehr geängstigt zu haben, daß Ihr schon vom Klabautermann sprecht. Wie soll der Wassernix denn ausgesehen haben?" Wickham beschreibt den Klabautermann so gut es Thomas wirre Aussage erlaubt. Kaum hat Wickham die Beschreibung beendet, da fällt ihm auf, daß der Blick des Kapitäns so merkwürdig starr wirkt - fast so, als ob er durch Wickham hindurchsehen würde. Unvermittelt ist der Kapitän wieder bei sich, zuckt etwas zusammen und sagt nur: "Nein." Er dreht sich weg und bittet geistesabwesend mit dem Rücken zu Wickham um seine Ruhe.

Wickham verläßt schweigend die Kapitänskajüte und denkt sich 'Gottes Güte! Die Beschreibung bracht etwas zum Schwingen im guten Kapitän, das wohl besser nie angestoßen worden wäre.' Er macht sich auf die Suche nach Thomas, den er auch alsbald findet. Er erklärt ihm die Antwort des Kapitäns zur Gänze, weist noch explizit auf die Auffälligkeit der Haltung des Kapitäns beim Vernehmen der Beschreibung des nächtlichen Schreckens hin und ergänzt: "Nun Thomas, mein Guter, ich hoffe Dir geht es nun am hellen Tag besser als letzte Nacht. Vielleicht würde Dir etwas leichte Bewegung gut tun? Vielleicht etwas, das soviel Konzentration verlangt, daß Du kaum dazu kommen wirst, von Gedanken an den nächtlichen Schrecken heimgesucht zu werden? Nun, ich glaube, da hätte ich einen Vorschlag für Dich: der gute Kapitän Clifford sagte mir in unserer kurzen Unterredung, daß Du Dich praktisch überall ungehindert umsehen darfst. Er erwähnte, glaube ich, daß er sich selbst um den Laderaum kümmern wolle, aber, da er nicht explizit den Laderaum ausgenommen hat, sollte man vielleicht nach dem Prinzip "Doppelt hält besser" noch eine unabhängige Meinung zur Lage im Laderaum einholen, nicht wahr? Sag, für wie unabhängig hältst Du Deine Meinung zur Zeit?"
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Tradain
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Beitrag von Tradain »

Ich kann mich nicht konzentrieren, immer wieder drängt sich die häßliche und befremdliche Fratze in meine Gedanken...vielleicht eine Mißgeburt, die als blinder Passagier an Bord gelangt ist und versucht die Passagiere zu bestehlen?
Oft schon habe ich solche Gestalten gesehen, die mit fahrendem Gesindel umherzogen und sich mit ihrem elenden Äußeren ein klägliches Dasein verdienten. Ein Ausgestoßener, einer der dieses Leben satt hatte? Vielleicht war auch Whickham die Gestalt begegnet und er zweifelte deshalb an seinem Verstand?
Ich beschließe gleich zu Thomas zu gehen, vielleicht kann ich so meine Gedanken ordnen und herausfinden, was Phantasie und was Wirklichkeit in dieser abscheulichen Nacht war.
Entschlossen gehe ich das Deck entlang und tatsächlich finde ich Thomas zusammen mit einem Arbeiter der sich etwas unentschlossen an dem Fenster zu schaffen macht.
Ich höre den Mann leise fluchen....er scheint die zusätzlich Arbeit nicht gern zu machen, doch hält er sich zurück angesichts Thomas`Anwesenheit nehme ich an.
"Guten Morgen die Herren, trotz allem..Ist schon bekannt wie das Fenster geöffnet werden konnte? Thomas, habt Ihr einen Augenblick? ich denke wir sollten uns schon jetzt über unser...Erlebnis..der letzten Nacht unterhalten.Ich bin mir nicht mehr sicher was Einbildung war und was Realität. Vielleicht können wir zusammen ergründen welche Gestalt uns heimgesucht hat."
Der Zimmermann hat seine Arbeit beendet, eine Reihe Bretter verrriegelt nun das Fenster sowohl von außen als auch von innen. So leicht würde keiner mehr dieses Fenster öffnen. Der Mann geht und ich bleibe allein mit Thomas und schaue ihn erwartungsvoll an.
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The Dodger
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Beitrag von The Dodger »

An diesem Morgen ist Gareth so hungrig, dass er sogar über den faden Geschmack des Porridges hinweg sieht und sich eine zweite Portion holt, bevor irgendeiner der anderen Passagiere überhaupt aufgestanden ist. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz, an dem er in Ruhe speisen kann, wird ihm bewusst, dass er sein sonst so allgegenwärtiges Köfferchen in der Kabine hat stehen lassen. Er stellt seine Schüssel auf eine Kiste und schleicht sich noch einmal in die Kabine, sorgfältig darum bemüht, niemanden zu wecken. Schwester Ilsegart und Rose schlafen unruhig, als er die Kabine betritt. Gareth verweilt einen Augenblicke bei Roses Koje, gefangen von ihren Anblick, gleichzeitig so schön und so leidend ob der Ereignisse der Nacht. Langsam beugt er sich zu ihr hinab und streicht ihr eine verirrte Strähne aus dem Gesicht. Als sie sich daraufhin in ihrer Koje dreht, gelingt es ihm endlich, sich loszureißen. Lautlos schleicht er zu seiner Koje und zieht vorsichtig sein Köfferchen darunter hervor. Er zuckt vor Schreck zusammen, als Schwester Ilsegart hinter ihm plötzlich im Schlaf zu reden beginnt. Während er sich wieder von dem Schreck erholt, hört er sie irgendetwas vom Leibhaftigen und bösen Omen murmeln, wobei sie sich unruhig im Bett wälzt. „So, selbst Nonnen sind also nicht vor Alpträumen gefeit, wie es scheint.“ Denkt Gareth, während er sein Köfferchen packt und sich wieder Richtung Tür begibt. Aus der Nebenkabine ist nur Wickhams Schnarchen zu vernehmen.

Wieder auf Deck setzt sich Gareth auf die Kiste, auf der er sein Porridge untergebracht hat, holt sein Notizbuch aus seinem Köfferchen und beginnt zu schreiben, während er nebenher sein Porridge löffelt. Nach einiger Zeit tritt Schwester Ilsegart aus der Kabine und sieht sich an Deck um bis ihr Blick auf Gareth haften bleibt. Sie mustert ihn mit einem durchdringlichen Blick, in dem eine Menge Misstrauen liegt, dann wendet sie sich ab, geht einige Schritte, kniet sich schließlich an die Reling und beginnt zu beten. Desinteressiert wendet sich Gareth wieder seinem Notizbuch zu. Angestrengt versucht er, sich noch einmal das Bild des nächtlichen Besuchers ins Gedächtnis zu rufen, und beginnt, ihn mit einiger Sorgfalt aufzuzeichnen. Er ist vielleicht kein Künstler, doch seine Geschicklichkeit und sein natürliches Talent lassen ihn eine recht detaillierte Skizze schaffen, die das Wesen so gut wiedergibt, wie er es mental vor sich hat. Zufrieden mit seinem Werk steckt Gareth das Notizbuch weg und sieht sich auf Deck um. Die Schwester ist mittlerweile verschwunden, wahrscheinlich Richtung Kombüse, und von den anderen ist noch immer niemand zu sehen.

Als er von der Kombüse zurückkommt, sieht er, wie Wickham und Thomas die Kabine verlassen, wobei Wickham jedoch Richtung Brücke geht, während sich Thomas dem Fenster zuwendet, durch das ihr Besuch gekommen war. Gareth lehnt sich an die Reling und beobachtet Thomas verstohlen. Es ist sich sicher, dass Thomas nichts finden würde, das er nicht schon bemerkt hätte, aber er läßt ihn machen. Einen Augenblick später tauchte Ilsegart bei Thomas auf und verwickelte ihn in ein Gespräch. Zu seinem Bedauern ist Gareth zu weit entfernt, um irgendetwas zu verstehen und er kann zwar erkennen, wie die Schwester Thomas noch etwas in die Hand drückt, bevor sie geht, doch nicht, was. Als Thomas anschließend wieder in die Kabine geht, ist sich Gareth allerdings sofort sicher, weshalb. Ärger steigt in ihm hoch, und er muss sich beinahe mühsam zurückhalten, nicht hinterher zu stürmen. „Warum bist eifersüchtig? Verdammter Idiot, halte dich zurück!“ faucht er sich in Gedanken selbst an. Dennoch starrt er die ganze Zeit die Kabinentür an, bis Thomas kurze Zeit später wieder an Deck tritt. Regungslos verweilt Gareth an seinem Posten, Thomas mit den Augen folgend, der ihn noch immer nicht bemerkt zu haben scheint. Als jener außer Sicht gelangt, starrt Gareth noch einige Zeit ins Leere, in seinen Gedanken gefangen. Erst als sich die Kabinentür erneut öffnet und Rose heraustritt, wird sich Gareth wieder seiner Umgebung bewusst. Auch Rose, die ein wunderschönes dunkelrotes Kleid trägt, scheint Gareth nicht zu sehen, während selbiger bei ihrem Anblick wieder in Gedanken versinkt. Zweifellos, er hatte sich in die bezaubernde und zugleich etwas mysteriöse Dame verliebt. Und das passte ihm eigentlich überhaupt nicht. Er wollte sich nicht verlieben, schon gar nicht in jemanden, der sozial höhergestellt war als er. Seine antifeudalistische Haltung machte ihm schon so genug Ärger. Leise vor sich hin murmelnd und fluchend sucht er sich einen Platz, an dem er genug Ruhe finden würde, um den Kopf frei zu bekommen, doch mittlerweile geht es auf Deck so geschäftig zu, dass das eine unlösbare Aufgabe zu sein scheint, und so kehrt er einige Zeit später zur Kabine zurück, in der mittlerweile niemand mehr sein dürfte. So bekommt er gerade noch mit, wie der Schiffszimmermann seine Sachen zusammenräumt, nachdem er das Fenster provisorisch mit einigen Brettern vernagelt hat und Rose Thomas in ein Gespräch verwickelt. Gareth schüttelt den Kopf und atmet einmal tief durch, um sich zu beruhigen, und geht an dem beiden vorbei in die Kabine, wobei er zum Gruß kurz und wortlos mit dem Kopf nickt.

Da das Fenster jetzt vernagelt ist, herrscht in der Kabine dämmriges Licht, doch das stört Gareth wenig. Es setzt sich auf dem Boden, schlägt die Beide übereinander, schließt die Augen und beginnt zu meditieren, wie es ihm ein befreundeter Heiler es ihm vor Jahren beigebracht hatte. Es gelingt ihm tatsächlich, sich zu konzentrieren, und nach wenigen Minuten hat er den gedämpften Lärm des Schiffes ausgeblendet, seine Gedanken werden immer leerer und Gareth beruhigt sich. Nach geraumer Zeit – er hat keine Ahnung, wie lange er dort gesessen hat, jedenfalls hat ihn niemand gestört – erhebt er sich wieder und überlegt, wie er diesen weiteren Tag auf See noch zubringen würde. Da ihm nichts Besseres einfällt, schnappt er sich Wickhams Buch, verlässt damit die zum Lesen zu dunkle Kabine und begibt sich wieder an Deck, um sich an seinen Gewohnten Platz an Bug zu setzten. Auf dem Weg dorthin sieht er, wie Thomas sich mittlerweile mit Wickham statt mit Rose unterhält, was ihm schon wesentlich besser passt. Die beiden ansonsten ignorierend geht Gareth an ihnen vorbei, setzt sich auf die Seilrollen an Bug und beginnt zu lesen.
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

Wickham bemerkt erfreut, daß Thomas sich mit wiedergefundenem Schwung an seine nächsten Aufgaben macht. In seiner Kabine alleine lauscht Wickham noch kurz an der von ihm bereits geschlossenen Türe. Nachdem er sich sicher ist, daß niemand auf der anderen Seite ein Auge oder ein Ohr riskiert, begibt er sich zu dem kleinen Kästchen, welches er aus dessen Versteck holt. Er fingert nach dem kleinen Schlüssel, der ihm den Inhalt des Kästchens offenbaren helfen soll.

Nach einer kurzen Weile verschließt und verstaut Wickham das Kästchen wieder und legt sich auf das Bett um die gute Weile bis zum Abendessen schlafend zuzubringen. Wer kann ihm das nach der turbulenten Nacht und dem hochgeistigen Vorabend auch verdenken?
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Dor Kalach
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Beitrag von Dor Kalach »

Thomas und Seamus Quinn vernageln das Fenster mit Brettern fest von beiden Seiten. Insbesondere achtet Thomas darauf, dass sich die Bretter nicht von Hand wieder lösen lassen.
Quinn ist sichtlich ungehalten über die zusätzliche Arbeit und flucht wie ein Seefahrer aus dem Buche.
"Wehrter Zimmermann, sagt, wer hatte denn gestern Nacht Dienst an Deck, auf dass er vielleicht jenes Wesen gesehen hat, das unseren Schlaf so unsanft gestört hat?"
Nach Quinns mürrischer Antwort erscheint Rose an Deck und geht zielstrebig auf die beiden zu. Quinn mäßigt seine Ausbrüche und schliesst kurz darauf die Arbeiten ab. Das Fenster ist fest verrammelt und ohne Brechwerkzeug wohl nicht mehr zu öffnen.

"Guten Morgen die Herren, trotz allem..Ist schon bekannt wie das Fenster geöffnet werden konnte? Thomas, habt Ihr einen Augenblick? ich denke wir sollten uns schon jetzt über unser...Erlebnis..der letzten Nacht unterhalten.Ich bin mir nicht mehr sicher was Einbildung war und was Realität. Vielleicht können wir zusammen ergründen welche Gestalt uns heimgesucht hat" spricht Rose Thomas an.

Thomas Herz mach einen freudigen Sprung.
Sie spricht mich an, und das schneller, als ich erwartet habe.
Seine Augen glänzen und der Brustkorb spannt sich ein bisschen.

"Nein, wehrte Miss Roberts, bisher ist noch nicht bekannt was genau unsere Nachtruhe und Euren kostbaren Schlaf geraubt hat. Doch vielleicht könnt Ihr mir sagen, was genau Ihr gesehen und bemerkt habt. Ich für meinen Teil habe versucht, diese Gestalt zu zeichnen und kam dabei auf folgendes Ergebnis:"
Bild
"Auch verwunderte mich, dass die beiden Schiffsführer, der Kapitän und auch der Bootsmann waren doch recht schnell am Ort des Geschehens. Zu schnell für meinen Geschmack. Habt ihr vielleicht etwas bemerkt das mir entgangen ist, ein störender Geruch oder eine auffällige Bewegung während des ganzen Vorfalles?"
Rose erwidert ihm:
"Wie Ihr sicher schon bemerkt habt, hinterließ mich die letzte Nacht nicht ohne Spuren. Doch bin ich froh und danke Gott, daß ich nicht alleine sein werde in der nächsten Nacht. "

Thomas nimmt Roses Hand und hält sie fest.
"Seit Euch versichert, dass die kommende Nacht nicht erneut so schrecklich werden wird. Wir werden eine Wache organisieren, die über Euren Schlaf wachen soll."
Ich werde den Kapitän bitten, doch bitte auch eine Wache vor dem Fenster aufzustellen! Wie groß meine Sorge ist, daß diese Erscheinung echt und wohl von Fleisch und Blut ist, so groß ist auch meine Erleichterung darüber, daß der Herr mir nicht meinen Geist verwirrt hat. Zuerst dachte ich an beginnenden Wahnsinn, aber wie ich hoffe handelt es sich doch eher um einen armen mißgestalteten Menschen, der vielleicht nur aus der Not heraus unsere Kammer aufsuchte. Möge Gott uns beistehen wenn ich mich irre!"
Sie bekreuzigt sich...
"Vielleicht könnt Ihr mir in einer ruhigen Minute einen Vorfall erklären, der mich beunruhigt? Ich wurde unbeabsichtigt Zeuge einer Unterhaltung in der Kabine Eures Herrn. Wie ich vernahm war er sehr aufgebracht und in Vebindung des Vorfalls der Nacht kam mir in den Sinn, ob schon etwas ähnliches vorher vorgefallen war. Könnt Ihr mir Auskunft geben? Keinesfalls möchte ich als neugierig gelten, doch könnte mir eine Erklärung dieser hitzigen Diskussion eine angenehmere Nachtruhe bescheren."
Thomas blickt sie verwundert an
"Nun, ich weiss nicht genau, welche Diskussion ihr meint? Ich kann mich an keinen Vorfall dergestalt erinnern. Wenn ihr doch unfreiwillig mitgehört habt, so könnt ihr mir eventuell auch grob as Thema der Diskussion nennen, auf dass ich Euch Auskunft geben kann.
...
Ich vermute es handelt sich um das Gespräch mit unserem wehrten Medicus. Nun, mein Herr war ob einer Aussage seinerseits etwas ungehalten, das stimmt. Wie ihr vielleicht bemerkt habt, ist unser wehrter Freund nicht immer ganz Herr seiner Worte und vermag doch jemanden höheren Standes schnell zu beleidigen."


Nachdem Rose wieder gegangen ist macht sich Thomas auf den Weg, das Schiff genauer zu untersuchen. Er klettert ungesehen in das Innere des Laderaums und durchstreift ihn nach komisch gearteten Frachten oder den Fässern, die kurz vor dem Ablegen an Bord kamen. Auch achtet er auf komische und ungewohnte Gerüche, und untersucht ihre Quellen.

Nach dem Lagerraum wird nochmals das Deck nach Fuß~ oder sonstigen Spuren untersucht. Anschliessend sucht Thomas den diensthabenden Der letzten Nacht auf um ihn nach seiner Meinung und seinen Beobachtungen der letzten Nacht zu fragen.

Auf dem Rückweg begegnet Thomas Sam Higgins.
"Wehrter Freund, sagt, was denkt ihr denn über die GEschehnisse der letzten Nacht? Es müsste Euch doch sicher zu Ohren gekommen sein dass unser Schlaf aufs empfindlichste gestört wurde. Ich denke Ihr seid in diesem Falle ein Mann, der auf jeden Fall gehört werden muss, denn mir scheint ihr habt durchaus Erfahrung mit der See und seinen Tücken. Nun, was denkt Ihr?"

Higgins bleibt stehen und schaut Thomas eindringlich in die Augen. Die starren blutüberlaufenen Augen von Higgins, was wohl von einigen schlaflosen Nächten und noch mehr Strohrum zeugt, verweilen wie erstarrt. Die zwei schauen sich eine ewige Zeit so an. Jemanden, der seinen Stand nicht für einen Augenblick vergessen könnte, würde dieses Schweigen zutiefst empören.
"Dunn bunn can't be undunn."
Higgins schließt kurz die Augen und gibt Thomas somit zu verstehen, daß er jetzt verstanden haben muss.


Nach dem Gespräch legt sich Thomas noch eine Weile aufs Ohr, zum einen um die letze Nacht zu kompensieren, zum anderen um für die kommende wohl anstrengende Nacht gerüstet zu sein. Zum Abendessen wird er von Wickham geweckt.
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Daniel
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Beitrag von Daniel »

Schnüffelnd und Suchend verbringt Thomas lange Zeit im Laderaum. Hier finden sich hauptsächlich Fäßer, die offensichtlich mit Wein, Port und Rum gefüllt sind. Aber auch teure Werkzeuge stapeln sich hier neben Stoffen und anderen Kolonialwaren wie Nägel und sogar eine Kiste mit Bibeln findet sich darunter.
Mit einem lauten Krach schließt sich die Luke über Thomas und weht unglücklicherweise seine Kerze aus. Dunkelheit.
"Wer hat denn hier die Ladeluke wieder aufgelassen?", schreit Gutts, der Smutje. "Wenn das mal nicht wieder Higgins versoffener Verstand verbockt hat!"
Nach einiger Zeit orientiert sich Thomas und geht vorsichtig zur Luke. Aber was war das an seinem Fuß? Für eine Kiste war es zu weich. Aber die Tücher lagen doch auch in einer anderen Richtung... Hastig schießt Thomas aus dem Dunkel zur Luke, und rüttelt daran. Noch immer hängt irgendetwas an seinem Bein. Die Luke öffnet sich nicht.
Kchrrrr - Quiieek
Licht! Die Luke hat wohl nur geklemmt und Thomas hechtet heraus. Doch was ist da an seinem Bein? Als er an sich nach unten schaut, noch immer am Boden liegend, sieht er den Grund seiner Furcht: Ein rosa Tuch.
Trotz des Krachs kann Thomas unbemerkt das Tuch loswerden und die Luke wieder verschließen.

Clifford läßt sich für das Abendessen bei Wickham über McGunn, den Steuermann entschuldigen. Als er dies Thomas mitteilt erfährt Thomas auch, daß dieser in der vorherigen Nacht Wache hatte und er die Ereignisse bedenklich findet. "Bedenklich", das war der Wortlaut.
Was weiß dieser McGunn, was wir nicht wissen?, denkt sich Thomas. Irgendetwas an McGunns Art erinnert Thomas an... "Na, alles klar, Cort?", fällt Sid Barnett ein. "Komm und lass unsere hochwohlgeborenen Passagiere in Frieden, nicht daß sie diese Nacht wieder nicht schlafen können und uns die Schuld geben." Thomas zulächelnd geht McGunn mit Barnett wieder an die Arbeit.

Irgendwann essen alle zu Abend und gehen dann in ihre Kabinen. Ziemlich gerädert von den Ereignissen der letzten Nacht schlafen alle Passagiere früher oder später zumindest ein wenig, oder auch nur einen einzigen Augenblick...

Ein lauter Rumps erschüttert das Schiff. Etwas scheint mit dem Schiff zusammengestoßen zu sein.
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Dor Kalach
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Beitrag von Dor Kalach »

Thomas schlägt die Augen auf.
Sein Arm schlägt um sich und knallt Wickham schallend eine ins Gesicht.

Wickham, der gerade versucht hat Thomas aus einer Art Alptraum zu wecken erschrickt und läuft langsam rot vor Zorn an.
"Was glaubst du....."

Thomas realisiert wo er sich befindet und die laute Stimme seines Herrn reißt ihn gottlob schnell in die Realität zurück. "Verzeiht Herr, es war nicht beabsichtigt, im Gegenteil, aus freiem Willen würde ich NIEMALS eine Hand gegen euch Erheben, bitte vergebt mir... (schnauf, lufthol)... Es war eine Schwärze, eine kalte tiefe Schwärze, die mich eingeschlossen hielt und mir die Luft raubte. Jegliche Bewegung war mir unmöglich. Doch kann ich nciht sagen, was es war, das mich so beeinflusst hat"

Thomas' Atem geht schnell, es sind Schweißperlen auf seiner Stirn, und auch seine Hose scheint leicht feucht, ein Umstand, der ihm momentan allerdings vollig egal ist.
Seine Augen blicken flehend zu Wickham und er erwartet das größte Donnerwetter seines Lebens und ist sich bewusst, dass sein Leben nun verwirkt ist.
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

Wickham schaut Thomas düster und durchdringend an. Er erhebt sich zu seiner ganzen Größe und holt weit mit seinem rechten Arm aus. Unvermittelt und kräftig schnellt Wickhams Rechte gegen Thomas vor. Wickhams Hand klatscht laut auf Thomas linke Schulter und greift kräftig zu. Wickham zieht Thomas mit einem Ruck zu sich heran und umarmt ihn kräftig. Nach einer Weile läßt er den etwas verstört wirkenden Thomas wieder los und sagt: Thomas, wenn auf jemanden Verlaß ist, dann auf Dich! Danke, Danke für Dein beherztes Eingreifen! Herzlichen Dank, auch wenn ich morgen früh wohl etwas Puder auflegen muß um meine Gesichtssymmetrie wiederherzustellen." Ein fassungsloser Thomas schaut Wickham an...
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Dor Kalach
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Beitrag von Dor Kalach »

Das Staunen in Thomas' Augen wird immer größer.
Er hatte mit einem Aufenthalt an der Rah gerechnet, oder dass er vielleicht Bekanntschaft mit dem Schiffskiel machen würde.. aber sowas?
"Was meint Ihr, Herr, was habe ich getan, dass ihr mich herzt anstatt mich zu schlagen und zu strafen?"
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

"Später kann ich Dir wohl erschöpfendere Erklärungen geben, doch für jetzt: mir träumte etwas so Verführerisches, so Verlockendes, wie es grauenhafter nicht sein kann. Ich war gerade eingenickt und mir schien es, als wäre ich in einer anderen Welt. So war ich denn auch noch umnebelt, als dieser Ruck durch unser Schiff ging. Deine - hm - Tatkraft gab mir meine gewohnte Klarheit des Geistes zurück. Daher mach' Dir deswegen keine Sorgen - mach' Dir lieber Sorgen darüber, was mit dem Schiff gerade passiert ist..." spricht Wickham, während er die Laterne bereitmacht und sich einen Dolch unter das Wams schiebt, so daß dieser einem Betrachter von außen nicht mehr auffällt.

"Ich weiß, Dein Zustand ist beklagenswert, doch müssen wir uns erst um unsere Schutzbefohlenen kümmern - das verlangt Stand und Ehre. Daher folge mir zu den anderen Reisenden und laß uns vergewissern, daß es allen gutgeht, bevor wir an Deck gehen und dort nach dem Rechten sehen! Los, beeil Dich!" treibt Wickham Thomas an und geht mit Thomas im Schlepptau in die Gemeinschaftskabine, wo er sich erst einmal im Laternenschein umschaut...
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Vera
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Beitrag von Vera »

Schwester Ilsegart kauert sich in die Ecke die an ihr Bett grenzt wie ein verängstigtes Tier. Der Lichtkegel einer Öllampe streift ihr Gesicht und sie zuckt zusammen.
Es sind Wickham und Thomas die zu solch einer unchristlichen Zeit ihre Betten verlassen haben, um hier nach dem Rechten zu schauen. Unter normalen Umständen hätte Schwester Ilsegart sie auf diese Unziemlichkeit hingewiesen, doch nun ist sie froh die beiden vertrauten Gesichter zu sehen.

"Sir Wickham, Thomas" flüstert sie kaum hörbar, doch die Gentlemen wenden sich ihr zu "dieses Schiff ist von Gott verlassen, kommen Sie um mit mir um ihre Erlösung zu beten? Genau das ist es was ich tue. Alle werden von ihren Leiden und ihren Sünden erlöst werden, solange sie nur oft genug um Vergebung bei der heiligen Jungfrau Maria bitten. Kommen Sie, knien sie nieder, ja, genau hier an der Bettkante." Flehend sieht Schwester Ilsegart Thomas in die Augen "Bitten wir darum das wir keine Meeresungeheuer werden, bitten wir um die Vergebung unserer Sünden, denn ich habe gesündigt."

Schwester Ilsegart versinkt wieder in die Lethargie in der sie die beiden Männer vorgefunden hatten. Perle für Perle des Rosenkranzes gleiten durch ihre Hände während sich ihre Lippen beinahe lautlos zum Gebet bewegen.
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

Wickham ist verwundert. Der matte Schein seiner Öllampe enthüllt ihm die gute Schwester Ilsegart in völlig aufgelöster Fassung. Ihr Gebaren ist allein schon etwas verstörend, doch ist ihre Rede so ungewöhnlich, daß Wickham denkt 'Oh, gütiger Gott! Die Schwester redet wirr, Thomas ist verstört und wahrscheinlich sind wir mit einem Wrack, Treibgut oder einem Wal zusammengestoßen und werden gleich sinken. - "Bitten wir darum, daß wir keine Meeresungeheuer werden" sagt die Schwester. - Was ist das für ungesunde Rede? Wie abwegig allein der Gedanke! - Wollen wir hoffen, daß es den anderen besser ergangen ist und wir uns endlich dem eigentlichen Problem, nämlich dem Zusammenstoß widmen können.'

"So, Thomas, der Schwester geht es den Umständen entsprechend - dann wollen wir mal sehen, was die Nachtruhe unserer anderen Begleiter macht..." Wickham läßt das Licht der Lampe über die Koje der Dame Rose und die Koje des Medicus schweifen, was den irritierenden Anblick, den Schwester Ilsegart bietet, mit gnädigen Schatten verbirgt. Wickham macht sich innerlich bereits auf Schlimmes gefaßt...
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Beitrag von Dor Kalach »

Thomas erwartet das schlimmste als er den Raum betritt...
Die Schwester, verängstigt in der Ecke vorfindend ergreift ihn wieder eine Furcht, die ihm doch gerade zu bekannt vorkommt. Sollte dieses Dunkel weiderkommen, oder gar auch andere betroffen haben? Nein, liebe Ilsegard... Beten ist zwar gut und recht, doch nun sind Taten gefragt, fürchte ich denkt er so bei sich und ein Blick huscht, noch bevor Wickhams Lichtkegel in die gleiche Richtung zieht, besorgt zu Roses Bett. Hoffentlich geht es wenigstens Ihr gut. Doch es macht nicht den Anschein, und Thomas' Augen weiten sich
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The Dodger
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Beitrag von The Dodger »

Gareth öffnet die Augen. Verstört sieht er sich um und registriert zu seiner Erleichterung, dass er sich in der Kabine befindet. Instinktiv reißt er seine linke Hand hoch und betrachtet sie einen kurzen Moment eindringlich, um sich darauf damit durch die Haare zu fahren. Schwer atmend, aber erleichtert, sinkt er wieder zurück in sein Kissen und wischt sich den kalten Schweiß von der Stirn. In diesem Augenblick öffnet sich die Tür zur Nebenkabine und im matten Schein einer Öllampe erblickt Gareth Thomas und Wickham. Regungslos verharrt er in seiner Kabine und vernimmt interessiert und gleichzeitig schockiert Ilsegarts Gemurmel. ’Meeresungeheuer! Entweder war ihr Alptraum noch verstörender als meiner, oder es ist wirklich weit gekommen mit unserer armen Schwester.’ Ruhig verfolgt er Wickhams und Thomas’ Worte. ’Mein guter Wickham, wenn du wüsstest, wie recht du hast!’ fährt es ihm in den Sinn, kurz bevor ihn der Lichtkegel streift und er zur Abwehr des Lichts seine Augen mit dem rechten Arm abschirmt. Als er sich sicher ist, dass sich seine Augen an Licht gewöhnt haben, wirft er die Decke zurück und steigt aus seiner Koje. Erst jetzt bemerkt er, wie schweißnass er eigentlich ist, sein Nachtgewand klebt ihm klamm am Körper.

"Was glaubt ihr denn, Master Wickham, wie es mit unserer Nachtruhe steht, wenn unser Schiff derart gegen irgendetwas kracht und kurz darauf zwei Männer mit einer Laterne lautstark durch unsere Kabine trampeln. Es kann sich ja nicht jeder betrinken, bis ihn nicht einmal mehr eine Herde Elefanten wecken könnte."
Schlaftrunken auf aufgeregt zugleich sieht sich Gareth in der Kabine um, während es sich an seiner Koje festhält, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Schwester Ilsegart kniet geistig völlig abwesend an ihrer Bettkante und betet Perle für Perle ihres Rosenkranzes. Ihr Verhalten ähnelt dem von letzter Nacht, nur noch um einiges intensiver. Wickham steht inmitten der Kabine, die Laterne in einer Hand, und mustert Gareth mit einem Blick, der die Wut kaum verbergen kann. Doch Gareth ist er gleichgültig. Rose kann er nicht sehen, Thomas’ breiter Körper verdeckt ihm den Blick auf sie gänzlich.
Als er überzeugt ist, dass er wieder stehen kann, ohne sich abstützen zu müssen, greift er nach seinem Mantel, streift ihn über und zieht sein Köfferchen unter der Koje hervor.
"Ich werde an Deck gehen und sehen, was passiert ist. Vielleicht ist auch jemand verletzt und mein Hilfe von Nöten – die hier ja so oder so nicht erwünscht ist." murmelt er beim Hinausgehen mit einen verärgerten Blick Richtung Wickham. Er zwängt sich an Thomas vorbei, ohne einen Blick auf Rose zuwerfen und wirft die Tür hinter sich zu.

An Deck holt er erst einmal tief Luft, und sieht sich dann gespannt um…
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