Forenrollenspiel: Land in Sicht!

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Daniel
Illuminatus regens
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Forenrollenspiel: Land in Sicht!

Beitrag von Daniel »

Regeln:

1.) Keine Offtopic Teile in Postings
2.) Wörtliche Reden kursiv, beschreibender Text normal
3.) Bei Unklarheiten PN an mich
4.) Wenn möglich eigenständig agieren (nicht nur reagieren)
5.) Charakter mir schicken und unpassende Fertigkeiten umändern (am passendsten ist noch der deutsche 1890er Bogen)
6.) Posts zur besseren Lesbarkeit auf Rechtschreibfehler korrigieren und ggf. nachbessern
7.) Zu Offtopic Teilen gehören auch Regelfragen jeder Art
8.) Damit die Charaktere stimmig sind, sollten sie über ein großzügiges Einkommen verfügen
9.) Matrosen sind nicht gestattet, da sich für diese kaum ein Grund findet immer mit den SC Zeit zu verbringen
10.) Wenn Offtopic Themen sein müßen, dann bitte in einem neuen Thread
11.) Das Forum besitzt ein relativ kurzes Timeout. Deshalb die Texte unbedingt vor dem abschicken zwischenspeichern, oder gleich offline schreiben und per Cut&Paste posten.
12.) Keine Signaturen!
13.) Spieler und andere Geschichtenerzähler können jederzeit mit einem kurzen Hinweis dazu auffordern, daß andere Erzähler nicht weiterschreiben dürfen. Diese sogenannte Sperre muß respektiert werden. Eine Sperre gilt nach 24 Stunden als außer Kraft gesetzt, es sei denn, es gibt sehr sehr gute Gründe für eine Beibehaltung. Der Spielleiter kann eine Sperre nach Belieben brechen (tut dies in der Regel jedoch nicht).


Diese Regeln können später bei Bedarf noch erweitert werden.

Und nun:
Viel Spaß und hinein ins Vergnügen!
Zuletzt geändert von Daniel am Fr Jan 31, 2003 10:49, insgesamt 9-mal geändert.
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Daniel
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Beitrag von Daniel »


Ort: London, Liverpool Hafen
Datum: 21. September 1618
Uhrzeit: Im Morgengrauen


Finstere Gestalten huschen durch die Nebel Londons, besonders in der verrufenen Hafengegend. Fischgestank mischt sich mit Tang und Salz. Die letzten Fischer laden eilig ihre Fische aus um die Ware rechtzeitig auf den Markt zu bringen. Zerlumpte Bettler streiten sich mit Katzen um Fischreste, hoffnungslose Seelen heuern auf Schiffen an.

Auch die "Good Hope" bereitet sich vor und die Crew putzt das Schiff heraus, als ob es auf Jungfernfahrt ginge. Ein neuer Geruch ergänzt das Szenario. Teer wird erwärmt um die Planken der "Good Hope" frisch abzudichten. Der Kapitän scheint sich sicher zu sein, daß sein Segelschiff noch heute in See stechen kann, um den gefährlichen Atlantik zu überqueren, in dem es von Piraten nur so wimmelt. Denn für viele Passagiere bietet die Neue Welt eine Verlockung, die er sich gut bezahlen läßt, und so mit seinem Handelsschiff einen guten Nebenverdienst hat.

Doch diese Passagiere müßen sich erst noch den Weg durch die gefährlichen Docks bahnen und einen Platz auf der mit 2 Kanonen bestückten "Good Hope" mit dem Kapitän aushandeln...

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Vera
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Beitrag von Vera »

Noch nie hatte Schwester Ilsegart ihr Kloster des Franziskaner Ordens in den schützenden, ruhigen Hügeln Südenglands für längere Zeit verlassen, doch als sie der Ruf des Herrn in Form eines Briefes von Pater Benedikt aus Amerika ereilte entschloß sie sich aufzubrechen um ihm bei seiner schwierigen Mission die Wilden und Siedler in diesem fernen Land zum
wahren Glauben zu bekehren und ihm mit Rat und Tat und der Hilfe Gottes beizustehen. Ihre Äbtin Eva-Maria gab ihr ihren Segen und sogar das Geld für die Überfahrt.

Nun stehe ich hier, sehe zum ersten Mal in meinem ganzen Leben die ganze Trostlosigkeit des richtigen Lebens. Huren richten verachtende Blicke auf mich, hungrige, schmutzige Kinder ziehen an meiner Kutte und bitten um etwas zu essen, ein betrunker Seemann faßt mir an die Brust, der Gestank von zu lange gelagerten Fisch steigt mir in die Nase und einer von diesen schwarzen Heiden schaut mir für einige Sekunden direkt in die Augen. Mir ist als ob der Leibhaftige losgelassen wurde. Gott möge diese Sünder strafen.
Ich senke meinen Blick, lasse die Perlen des Rosenkranzes durch meine Hände gleiten und fange an zu beten während ich meinen Weg durch die Sünder zu einem Schiff nach Amerika suche.
Andreas
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Beitrag von Andreas »

Als Schwester Ilsegart am Schiff ankommt sieht sie wie der Kapitän mit einem jungen Mann spricht. Seiner Kleidung nach stammt er nicht vom niederen Volk. Als sie näher kommt hört sie wie sie den Preis für die Überfahr aushandeln.
Nach dem sich die beiden Männer einig sind geht der Junge Mann unter Deck.

Ich schau mich auf dem Schiff um.
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

Aufmerksam verfolgt Ilsegart die Geschehnisse an Bord der "Good Hope". Ein guter Name, denkt sie bei sich, er erfüllt die Menschen an Bord mit Zuversicht und Vertrauen in die Liebe Gottes. Entschlossen will sie sich auf den Weg zur Gangway machen, um an Bord zu gehen, als unvermittelt ein pockennarbiges Schmutzgesicht ihr gesamtes Blickfeld ausfüllt. "Wohin so eilig? Hast Du schon genug verdient für Deinen Papst, Du katholische Hure?" speit ihr ein nach billigem Bier, altem Schweiß und Urin riechender kräftig gebauter Mann mit schweren Pockennarben unter einem ungepflegten kurzen Bart aus wenigen Handbreit Abstand ins Gesicht. Übermannt von der Plötzlichkeit der Bedrängung durch diesen Unbekannten springt sie nicht sofort zurück. Dies nutzt der dreckige Geselle um sie bei der Hüfte zu packen und zu sich heranzuziehen. "Was ist, legst Du Dich nur für Papisten nieder? Wart, ich werde Dich anders singen lehren, als nur in Chorälen." Verzweifelt schiebt Sie ihn mit beiden Armen von sich. Das heißt, sie versucht es. Sein Griff ist einfach zu stark. Außerdem beginnt sich in seinem Schritt etwas zu regen. "Last von mir ab in Christi Namen!" ruft sie, daß es laut und schneidend durch die sich lichtenden Nebel an den Docks klingt. Ihr im Gesang erprobte Stimme trägt weit. Manch ein Stauarbeiter oder Fischer hebt den Kopf, und - zu ihrem Entsetzen - senken alle ihn wieder. "Ich habe keine Angst vor Dir" schreit sie ihn an, "denn Du bist zu bedauern, weil Du Gottes Liebe nicht wahrnehmen kannst!". Ein heiseres Lachen stößt aus seiner Brust, und es riecht nach üblem Aufstoßen. "Zeig Du mir Deines Gottes Liebe, ich zeige Dir dafür den Stolz Londons!" sagt er, während er sie an sich pressend in Richtung eines hohen Stapels Getreidesäcke schiebt.

"DU SIEHST NICHT AUS, ALS WÜRDEST DU WISSEN WAS STOLZ ÜBERHAUPT IST!" tönt eine feste Männerstimme von irgendwo hinter Ilsegart kommend. "Im übrigen bist Du der Sprache nach nicht aus London, sondern wohl eher ein stinkender Provinzbastard, der schon von Stadt spricht, wenn er nur zwei Ziegel aufeinander liegen sieht." Jetzt hört man auch das Hufgetrappel von mindestens einem Pferd im langsamen Schritt. Ilsegart nutzt die Gunst des Momentes um erneut zu versuchen sich von dem Lumpen wegzudrücken. Mit aller Kraft und der neuen Zuversicht, daß sich außer Gott noch jemand um ihre Not kümmert, stößt sie beide Arme nach vorne. Der Griff des Pockennarbigen ist nun längst nicht mehr so stark und sie fliegt aus seiner Umklammerung wie ein Pfeil von der Sehne. Im Wegtaumeln sieht sie, wie sich der zerschlissene Rock des Mannes etwas gelockert hat und erheischt einen kurzen Blick auf eine große, eigentümlich geformte Narbe auf der Brust des Unmenschen - irgendwie kommt ihr die Form bekannt vor. Da fällt sie rücklings über einen Getreidesack und sieht erst einmal in den Morgenhimmel.

Für zwei Atemzüge, die ihr wie zwanzig vorkommen, liegt sie auf dem morgenfeuchten Dock. Als sie sich wieder aufsetzt traut sie ihren Augen kaum. Da kommt auf einem wunderschönen braunen Roß ein Reiter daher, in gemäßigtem Schritt das Pferd mit ruhiger sanfter Hand lenkend. Sie sucht mit ihrem Blick sein Gesicht und sieht in ein paar warme hellbraune Augen in einem ebenmäßigen Gesicht. Die Gestalt, die wohlwollend zu ihr herunterblickt, kommt ihr vor wie ein Heiliger auf den schönen Bildern in den Londoner Kirchen. Sie sieht wie alles Wohlwollen aus dem Blick des Reiters verschwindet, als dieser seinen Blick auf ihren Peiniger lenkt. Nun zeigt sein Blick eine feste Entschlossenheit und Unbeugsamkeit wie es einem Kriegsmanne ziemt. "Wer bist Du?", denkt sie laut.

Der Pockennarbige ballt seine Fäuste. Er hebt die Rechte gegen den Reitersmann und sagt verächtlich: "Da kommst Du zu Roß daher und mir in die Quere! Sag's gleich, dann kannst Du sie nach mir haben. Für Tuppence kannstu vor mir rüber, aber ich muß mein gutes Werk vollenden können."
Angewiedert entgegnet der Reiter, während er seinen Hut etwas in den Nacken schiebt:"So wie man heute nach der Mode wohl selbst einem Haufen Kot einen Namen geben mag, so will ich's denn versuchen: Komm, Du, sag Du mir den Deinen, denn daß ich's mit Kot auf zwei Beinen zu tun habe, das konnte ich wohl schon vor zwei Straßen riechen." spricht der Mann zum Pockennarbigen und zügelt seinen Braunen vorsichtig in sechs Schritt Abstand. Das Pockengesicht verzieht sich bei den Worten schmerzhaft und speit einen Haufen galligen Speichels in Richtung des Reitersmannes auf den Boden. "Du zuckerfressende Kleidertasche, was geht es Dich an? Warum störst Du mich? Sie ist doch nicht mehr als eine Katholiken-Hure! In Irland haben wir uns solche täglich vorgenommen. Sieh sie doch an - sie will es ja! Die wollen es alle!"

Ohne den Blick vom Pockennarbigen zu wenden sagt der Reitersmann: "Gütige Schwester, Ihr solltet nicht da unten im Nassen sitzen. Steht auf und geht lieber ein paar Schritte weg. Bittet den Herrgott um Beistand, wir könnten seinen starken aber gerechten Arm glaube ich bald gebrauchen." Während er dies noch spricht, schiebt er mit der linken Hand den hellen Reitmantel etwas von seiner Hüftgegend und stellt sich in den Steigbügeln etwas auf. Man sieht den Griff eines Rapiers blitzen.

Schwester Ilsegart kommt es vor als wache sie erst jetzt richtig auf. Ihre Sinne beisammen haltend steht sie auf und geht vorsichtig und langsam rücklings weg von beiden Männern. Ihre Hand findet ihren Rosenkranz. "Bitte, o Herr, laß' dies friedlich enden. Laß nicht um meinetwillen Streit und Zwietracht unter die Menschen!" Da erst fällt ihr auf, daß der prächtige Reitersmann gar nicht alleine kam, sondern ein paar Lohnträger Reisetaschen und Reisetruhen tragend hinter ihm herkamen. Diese sehen eher unbeteiligt drein. Manch einer von ihnen hat jedoch eine Miene als ob er Bedenken trage, ob er seine Bezahlung erhalten mag, wenn es dem Herrn an den Kragen gehen sollte. Jetzt erst merkt sie, wie naß ihr Kleid ist, und wie sehr sie am ganzen Leibe zittert.

"So ist das also", sagt der Reitersmann zum Pockennarbigen, "Du warst bei unserer glorreichen Armee in Irland und hast Heldentaten vollbracht. Nun Du Held, sieh daß hier für Dich nichts ist, was Dir bekommt. Zieh im Namen Christi von dannen und vergreife Dich nicht an Unschuldigen. Der Krieg ist vorbei - verloren, falls Du es nicht mehr weißt. Und eine gerechte Arbeit wird Dir und England besser bekommen als deine jetzige Verfassung."

Der Pockennarbige greift sich an die Brust und reibt sich mit der rechten Faust wiederholt über da Brustbein: "Irland, der Krieg" sagt er ganz ruhig, so daß man es kaum verstehen kann, "ich erinnere mich". Sein Gesicht erscheint ganz ruhig, der Blick ist mehr nach innen gerichtet, als ob er durch die Anwesenden durchsehen würde. "Ja ich erinnere mich. - Das Kloster! - Mein Gott, DAS KLOSTER!" Da geht wie ein Schleier ein krampfiges Grinsen über sein Gesicht vom Kinn bis zu den Augen aufsteigend und irre blickend schreit er: "Du stinkende Warze am Arsche Englands, was weißt Du schon? Deine feinen Bücher - ja die lese nur, und höre auf die Pfaffen! Ich aber ich WEIß es! Ich weiß auch etwas anderes!" Spricht es und zieht ein Messer, wie man es zum Ausnehmen von Fischen benutzt. Langsam wendet er den Blick zu Schwester Ilsegart, die ein Dutzend Schritte oder mehr entfernt steht und mit zittrigen Händen ihren Rosenkranz hält. "Komm, Komm mein Fischlein, komm. Es ist Zeit, Zeit, Zeit." singt er in hohem Ton wie Glas vor dem Zerspringen. Er geht langsam auf die Betende zu und sein Messer macht Halbkreise in der Luft. Die Morgensonne, die sich durch den Dunst kämpft, läßt die Klinge blitzen wie ein bösartiges Glühwürmchen.

"Gute Schwester", ruft der Reitersmann bestürzt, "ich glaube Gottes Arm ist nun nötiger als ich je dachte - und zur Zeit heißt dieser Thomas."
Da bewegt sich hinter dem Pferd ein Schatten hervor. Es ist ein Mann, von dem man fast annehmen konnte, er stünde auf einer Truhe. Nur ist da keine Truhe. Vielmehr ist er fast so groß, daß er dem Reiter auf gleicher Höhe in die Augen schauen kann. Er wiegt bestimmt an die 20 Stones und hat einen Gang, dem man die Kraft des Mannes bei jedem Schritt ansieht. In hartem Englisch sagt er "Aye, Master Geoffrey" und geht zielstrebig auf den Pockennarbigen zu....
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Dor Kalach
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Beitrag von Dor Kalach »

Thomas baut sich demonstativ zwischen seinem Schwester Ilsengard und dem Pockennarbigen auf.
Er stemmt seine Hände in die Hüften und steht breitbeinig da.
"Überleg dir gut, was du tust" zischt er...
Man sieht, wie unter seinem Leinenhemd die Muskeln spielen.
Sein gelassener Gesichtsausdruck wirkt irgendwie erschreckend einschüchternd.
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The Dodger
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Beitrag von The Dodger »

Gareth betrachtet das Szenario aus einiger Entfernung. Er ist gerade an den Hafen gekommen, als ein übel anmutender Kerl gerade einen edlen Herrn – der wohl von Adel war - anschreit und sich anschließend mit gezogenem Messer einer Nonne nähert, die wie im Schock ihren Rosenkranz festhält. Alles, was Gareth ihn in seinem schrillen Ton kreischen hört, ist ...Zeit, Zeit, Zeit. Bevor der Mann der Nonne jedoch zu nahe kommen kann, stellt sich ihm einer der Diener des Adligen in den Weg, ein wahrer Riese mit Muskeln wie Berge, die sein Leinenhemd kaum verbergen kann. Gareth hofft, dass diese Erscheinung den irre dreinblickenden Kerl genauso beeindrucken würde, wie ihn, und dass jener so von seinem gewalttätigen Vorhaben ablassen würde. Gareth hasste Gewalt über alles. Es war einer der Gründe, warum er Medizin und Pharmazie studiert hatte, er wollte den Opfern der sinnlosen Gewalt, die heutzutage immer häufiger wurde, helfen. Jetzt wollte er nach Amerika übersiedeln, weil er überzeugt war, dort mehr und besser helfen zu können, als es in London der Fall war, wo es Ärzte und Apotheker genug gab, auch wenn die meisten nur Quacksalber waren. Und jetzt ist er noch nicht mal auf dem Schiff, da wird er vielleicht schon wieder gebraucht. Es kann nichts schaden, vorbereitet zu sein, denkt er im Stillen, und während er ein kurzes Stoßgebet gen Himmel sendet, sucht er unter seinem ganzen Gepäck das kleine Arztköfferchen heraus, das er stets mit sich zu führen pflegt...
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Vera
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Beitrag von Vera »

Schwester Ilsegart schaut mit angstvollen Augen den großen Mann an. Hinter den schützenden Mauern ihres Klostern ist ihr nie ein so schöner Mann unter die Augen gekommen. "Ist das mein Schutzengel?" murmelt sie "Selbst an einem so gottverlassenem Ort, steht der Barmherzige Gott mir bei und schickt mir sogar einen Engel."
Immer noch gleiten die Perlen des Rosenkranzes durch ihre Finger:

Unter Deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, heilige Gottesmutter.
Verschmähe nicht unser Gebet in
unseren Nöten, sondern errette uns
jederzeit aus allen Gefahren,
o Du glorwürdige und gebenedeite
Jungfrau, unsere Mutter,
unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Führe uns zu Deinem Sohne,
empfiehl uns Deinem Sohne,
stelle uns vor Deinem Sohne. !
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

'Oh Gott, guter, treuer Thomas' denkt sich Geoffrey Wickham erschüttert, als er sieht, wie sich sein Mann ganz offen vor dem pockennarbigen Messerschwinger aufbaut, 'Respekt ist nie Deine Stärke gewesen, aber eine scharfe Klinge erwartet keinen Respekt, sondern sie nimmt ihn sich und Dir, mag sein, das Leben!' Er ruft hinüber: "Thomas, behüt' Dich! Er war Soldat! In Irland! Und lebt noch!" und seufzt "Gott schütze Dich!" Fieberhaft überlegt er, was seinen Mann retten könnte, setzt sich auf im Sattel und schaut sich nach Helfern auf den Docks um...
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Dor Kalach
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Beitrag von Dor Kalach »

Thomas hört seinen Herrn.
Blitzschnell huschen ihm einige Gedanken durch den Kopf.
Was sollte er denn jetzt tun?
Sicher war, er musste als Sieger hervorgehen.
Sollte er den Angreifer unterschätzt haben?
Seine Hand tastet nach seinem Messer...
Andererseits, hier ein Blutbad anzurichten war nicht seine Absicht, besonders nicht vor den Augen einer Nonne.
Wäre ein schneller Faustschlag nicht effektiver, wenn er seinen Gegner ausser Gefecht setzt?

Thomas setzt an, und versucht blitzschnell dem Pockennarbigen durch einen harten Schlag auf den Arm das Messer zu entwenden....
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Daniel
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Beitrag von Daniel »

Thomas Schlag kommt für den wie besessen wirkenden Messerstecher völlig unerwartet. Mit geschulter Hand entwaffnet Thomas sein Gegenüber und die Klinge hinterläßt ein erleichterndes Geräusch, als sie auf dem Boden der Docks entlang fliegt. Vom Schmerz der Hand vollkomen in Rage versetzt, wirft der Pockennarbige sein ganzes Gewicht gegen Thomas, welcher für einen Augenblick standzuhalten scheint, aber dann doch zu Boden geht.

Nur unverständliche Verwünschungen und tierische Laute kommen aus der Kehle eines von Hass erfüllten irischen Kriegsveteranen. Bevor Schwester Ilsegart ohnmächtig wird, kann sie noch die blutunterlaufenen Augen sehen, deren Blick sich langsam, als der Würgegriff immer fester wird, von Hass zu Freude wandelt.

Die Arbeiter und Bewohner der Docks schauen durch Londons Nebel in die Richtung des Geschehens.

Thomas, noch halb benommen, hechtet in Richtung Schwester Ilsegarts und trifft den Betrunkenen hart. Als der Würgegriff sich immer noch nicht löst nimmt er den Kopf des Wahnsinnigen und läßt ihn mit aller Kraft gegen sein Knie donnern.

Stille.
Blut.
Zwei Personen liegen regungslos auf dem Boden und die meisten Arbeiter gehen ihrer Wege. Zwei Schaulustige sind dabei etwas näher zu kommen. Einer davon scheint seltsame Waren auf seinem Bauchladen geladen zu haben, die er genau hier gedenkt gut an den Mann zu bringen.

Thomas blickt auf und sucht den Blickkontakt mit Master Geoffrey.
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The Dodger
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Beitrag von The Dodger »

Der Kampf spielt sich vor Gareths Augen wie in Zeitlupe ab. Warum nur? murmelt er traurig vor sich hin. Aber es war abzusehen gewesen... Einen leisen Fluch ausstoßend nimmt er das Arztköfferchen, das in weiser Voraussicht hervorgekramt hat, und nähert sich eilends den beiden am Boden liegenden Personen, der Nonne und dem irren Angreifer. Auf den ersten Blick scheint ihm, dass für letzteren jede Hilfe zu spät kommt, um seinen Kopf hat sich bereits eine kleine Blutlache gebildet. Als Gareth zur Sicherheit den Puls des Mannes fühlen will, bestätigt sich sein Verdacht: er ist tot. Während Gareth ihm die Augen schließt – sie sehen wirklich irgendwie irre aus – spricht er ein kurzes Gebet für ihn. Anschließend widmet er sich der Nonne, die anderen Leute um ihn herum ignorierend. Ein Seufzer der Erleichterung kommt ihm über die Lippen, als er bei ihr Puls und Atem spürt.
Alles in Ordnung, sie wird gleich wieder zu sich kommen. antwortet er dem Muskelpaket, das sich zu ihm heruntergebeugt hat, bevor dieser seine Frage überhaupt stellen konnte. Ich glaube, es war nur der Schock, der sie ohnmächtig werden lies, er hat sie nicht lange genug gewürgt, als dass sie in ernsthafter Erstickungsgefahr gewesen wäre auch sie wohl schnell in solchige gekommen wäre, hättet ihr den Mann nicht von seiner Tat abgehalten. Doch musstet ihr ihn gleich töten?
Mit einem kurzen vorwurfsvollen Blick auf den menschlichen Berg wendet er sich wieder der Nonne zu und bringt sie in eine bessere Lage, woraufhin er anfängt in seinem Köfferchen zu kramen.
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Dor Kalach
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Beitrag von Dor Kalach »

Thomas Blick wandert zu Master Geoffrey.
In seinen Augen ist ein leichtes Unwohlsein und eine Hilflosigkeit zu erkennen.
DAS wollte er nicht! Hätte der Pockennarbige doch aufgegeben? Warum nur hatte er versucht die Nonne zu erwürgen?
Sein Blick sagt nur eines: Hilf mir!

Der Vorwurf des hinzugeeilten Mannes, der sich wohl irgendwie auf Heilkunde zu verstehen schien traf hart. Was konnte er denn dafür? Er hatte sich nur gewehrt, versucht das Leben seines Herrn zu schützen, ja sogar einer Frau, die ihr Leben Gott und der Kirche geweiht hatte, das Leben gerettet. Und dann dieser Vorwurf.
Nun, es war nicht das erste Mal, dass Thomas seine augenscheinliche Kraft zum Verhängnis und zur Quelle von Vorurteilen wurde, aber es tat doch jedesmal weh.

Er wischt sich das Blut vom Gesicht das sein Gegner auf ihn gespritzt hatte und reinigt seine Hände an seiner Hose.
Langsam tastet er nach der Hand der Nonne...

Seine Augen suchen das Gesicht des Doktors und er fragt
"Kann ich noch irgendetwas für Sie tun?"
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

"Gottes Gnade, das war eng!" ruft Wickham seinem Mann zu. "Thomas, Du schaffst es immer wieder mich in Erstaunen zu versetzen. Jetzt, jedoch, jetzt hat es Eile: ein paar dieser Sackschnüre von den Getreidesäcken in Deiner Nähe werden Dir sicherlich dienlich sein, wenn Du den frechen Burschen da nur recht ordentlich verschnürst, da er nicht für immer ruhig sein wird."

Erleichtert, daß Thomas den Angreifer so glücklich und ohne bleibenden eigenen Schaden überwältig hat, sieht Wickham zur bewußtlose Nonne. Vor ihrem leicht geöffneten Mund bildet sich in der morgendlichen Kühle ein feiner Nebelhauch, der schnell wieder verfliegt und sich kurz darauf erneut bildet. 'Sie atmet, dank Gott, so ist nicht Eile geboten' denkt er. Seiner Sorge etwas erleichtert widmet Wickham seinen Blick der Umgebung. Die Schaulustigen nimmt er ebenso wahr, wie seine Lohnträger, die langsam unruhig werden.
Der Tändler mit dem Bauchladen erregt spontan sein Mißfallen. 'Ein Schelm, der diese mißliche Lage für einen schnöden Handel nutzen will!', denkt er bei sich.

Thomas macht nur zögerlich Anstalten, sich ans Werk zu machen, ein paar Sackschnüre zu sammeln. Er sieht eher aus, als würde er sich lieber zuerst um die Schwester kümmern. Da eilt einer der Schaulustigen mit einem kleinen Köfferchen und etwas vor sich hin murmelnd herbei und nähert sich den beiden am Boden Liegenden. Der Neuankömmling scheint den Bewußtlosen zu untersuchen. Er bewegt seine prüfenden Hände über dessen Körper mit einer Sicherheit, daß er nur ein Medicus sein kann. Wickham will ihm schon etwas zurufen, als ihm der Gesichtsausdruck des Neuankömmlings auffällt. Der Blick, den dieser dem Pockennarbigen zuwirft, hat etwas Endgültiges.

'Ach, welch dummes Schwein!', denkt sich Wickham verärgert, 'hat er schon die Frechheit bewiesen eine Nonne anzugreifen, so hätte er wenigstens den Anstand haben können, nicht gerade an dem Tag, an dem ich abreisen will, in meinem Beisein zu verrecken!' Er grübelt etwas, während sich der Medicus um die Nonne kümmert. 'Zu viele hier können Zeugnis ablegen, daß Thomas den letzten Streich geführt hat. Welch ein Ärger! Ob wohl jemand einem Büttel Bescheid gegeben hat?' Sein Hirn arbeitet fieberhaft .

Er ruft hinüber: "Thomas, bring doch die gute Schwester hier herüber. Ich habe meinen guten Port im Handfläschen und denke ein Schluck wird ihre Lebensgeister stärken. Und bitte doch den werten Herrn Medicus, dieser Einladung ebenfalls zu folgen." ...
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

Wickham fällt Thomas bestürzter Blick auf. Der große, starke Mann ist ganz bleich und wirkt erschüttert. "Ihr wartet hier!", ruft Wickham den Lohnträgern zu - wohl wissend, daß er sich auf sie nicht verlassen kann. Aber sein Mann ist ihm wichtiger als die kleinen Diebstähle, die dies Gelichter wohl jetzt ohne Aufsicht an seiner Reiseausrüstung begehen wird.

Er dirigiert sanft seinen gemieteten Braunen zum Ort der Tragödie, die ganze Zeit über Thomas im Auge behaltend. Kaum daß er mit der kleinen Gruppe gleichaufgezogen ist, beugt er sich aus dem Sattel zu Thomas, legt ihm eine Hand auf die Schulter und sagt: "Was Du getan hast, ist mit Gottes Segen geschehen. Du hast eine Dienerin Gottes vor Unheil bewahrt. Dies allein ist dein Beweggrund gewesen. Du bist nun betrübt, da Du meinst ein Leben genommen zu haben. Aber bedenke, nicht Du kannst ein Leben nehmen oder geben, sondern Gott allein in seiner Gnade. Wir Menschen sind alle nur Werkzeuge der göttlichen Macht. Drum gräme Dich nicht, sondern versuche Gottes gerechte Wege darin zu sehen. Wir, die wir mit dem Tode dieses Unglücklichen vom Schicksal verbunden wurden, sollten uns nun als gute Christen darum kümmern, daß er nach guter Sitte ein Begräbnis erhalte. Dazu müssen wir herausbringen, wer dieser Mensch überhaupt war."

Wickham blickt den Medicus an: "Guter Mann, habt Dank für Euren Beistand. Ich denke, wir sind noch nicht vertraut, drum erlaubt mir, mich zuerst vorzustellen: ich bin Lt. Geoffrey Wickham aus Derbyshire und dies ist Thomas mein Mann. Wir wollten uns heute einschiffen, als jener Unglückliche einen Streit begann und die Folgen dessen ihm nicht bekamen. Doch nun zu Euch, wer seid Ihr?"...
Zuletzt geändert von Lhankor Mhy am Sa Jan 25, 2003 0:09, insgesamt 1-mal geändert.
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