Ursula hat geschrieben:Wie war denn da eure Vorgehensweise in der Anfangszeit, und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Was würdet ihr jetzt anders machen?
Vorab: Anders machen würde ich natürlich nichts. Sonst hätte ich es anders gemacht...
Meine Geschichte:
1986 / 1987 in Ulm im Hertie
Ja was ist denn das für eine coole Schachtel in der Spielwarenabteilung? Da wird versprochen: "Wir tragen euch ins Reich der Fantasie!" ("Das schwarze Auge" war der Name des Spiels, Verlag war Schmidt-Spiele), und auf der Box sind Drachen, Elfen, Jungfrauen und Helden in einer mittelalterlichen Welt zu sehen. So etwas habe ich noch nie gesehen, lese mir die Rückentexte durch und verstehe kein Wort. Nach vielen erneuten Einkaufsessions, in denen ich mich immer in der Spielwarenabteilung vergnüge, beschließe ich das "Wunder-Spiel" zu kaufen, mitsamt zwei, drei "Abenteuern", die man offensichtlich zum spielen benötigt. Für mich unfassbar ist, daß sich dieses Spiel durch das Spielen von Abenteuern "verbraucht", und auch bei einer wahnsinnig lang erscheinenden Spielzeit von 8+ Stunden sehr teuer ist (20 DM je Abenteuer).
1986 / 1987 nach dem Kauf, daheim
Hmm... Meine Mutter will, daß ich ihr das Spiel zeige... Ich verstehe das Spiel aber nicht wirklich, und kann es ihr nur grob umschreiben, und lasse sie verwundert zurück. Himmel, wo soll ich 5 Spieler für etwas finden, was ich selbst, als Vielspieler, nicht verstehe...
1987, daheim mit Freunden
Ein paar Schulkameraden wurden überredet, das neuartige Spiel auszuprobieren, und das Abklappern von "Allgemeinen Informationen", "Speziellen Informationen" und "Meisterinformationen" macht uns allen genauso Spaß wie die durch Würfel geführten Kämpfe. Nach dem Durchspielen der gekauften Abenteuer verläuft sich das ganze aber im Sande.
1990, daheim mit teils anderen Freunden
Wir probieren nochmals unser Glück, mit denselben Abenteuern, an die sich keiner mehr erinnern konnte, teilweise mit anderer Besetzung. Aber auch das verläuft sich wieder.
1995, BWK-Ulm
Beim Dienst am I-Punkt hatte ich nächtlich genügend Zeit, mir das zwar in meinem Besitz befindliche, aber noch nie gelesene Magiewerk von DSA durchzulesen. Ich war fasziniert, wenn nicht bezaubert, von dieser Welt, die sich mir auf einmal auftat. Eine Tiefe in einer Fantasie-Welt, die mich ausfüllte, und in ihren Bann zog.
1995, daheim, in neuer Besetzung
Meine Frau, die Sams, Schneider und Schlegel fanden ebenfalls (z. T. wieder) Gefallen, am Spiel in einer Fantasywelt, und aus dem "Revival" wurde schnell eine Institution. Erst jetzt wird Rollenspiel zu richtigem Rollenspiel, und mit lange geführten Charakteren wächst die Identifikation mit diesen und die Vertrautheit mit der Welt (und den Regeln) nimmt stetig zu.
1996 - 2001
Regelmäßge DSA-Spielrunden wurden aus verschiedenen Gründen immer unregelmäßiger. Die Gedanken an einen Verein wurden ca. 2000 bereits formuliert, aber eher zum Spaß, und mit dem Hintergedanken die imensen Bierkosten absetzen zu können.
ab 2002
Erste Besuche von Conventions vergrößerten den rollenspielerischen Blickwinkel, und öffneten die Augen für viele andere interessante Systeme. Die Möglichkeit sich in Vereinen zu organisieren, erschien als eine der einzigen Möglichkeiten, Rollenspiel trotz Orts- und Freundeskreiswechsel betreiben zu können. Deshalb begannen Vera, Andreas und ich mit den nötigen Vorbereitungen zur Gründung eines e.V.
2002- 2005
Eine Vielfalt an Systemen und Spielleitern führt zu einem sog. Wettstreit der Systeme, und die Zeit reicht bei weitem nicht mehr, in jede Publikation hineinzuschnuppern. Aber diese Auswahl ist schön!
Was bleibt ist Rot und Blau.