Forenrollenspiel: Land in Sicht!

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Lhankor Mhy
Illuminatus regens
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Beitrag von Lhankor Mhy »

Wickham nimmt mit Besorgnis die hektische Aktivität des Medicus zur Kenntnis, der, sobald er von Wickhams Laternenschein aus einem augenscheinlich unangenehmen Dämmerzustand geweckt wurde, mit seiner gewohnten Dankbarkeit zeigte, daß es ihm so gut geht, wie man es von ihm erwarten kann und alsbald an Deck verschwand.

Wickham bemerkt Thomas besorgte Haltung bezüglich der Dame Rose, nicht zuletzt angezeigt durch seinen breiten Rücken, der Wickham den Blick in ihre Koje verwehrt. "Thomas, kümmere Du Dich um das Wohlergehen der Dame Rose, komm' aber gleich nach an Deck, sobald Du Dich von ihrer Unversehrtheit überzeugt hast. Ich gehe dieweil dem guten Medicus nach. Wollen wir nur hoffen, daß es keine Notwendigkeit geben wird, daß er sich genötigt sieht uns mehr seiner ausgesuchten Fachkenntnisse in der Praxis vorzuführen. Ich denke, auch der Kapitän wird keine Verluste an Mannschaftsmitgliedern gutheißen. Daher will ich sehen, was ich tun kann, um das Schlimmste zu verhüten. Vielleicht kann ich dabei noch in Erfahrung bringen, was es nun mit dem Ruck durch das Schiff auf sich hat." spricht Wickham, während er die Laterne in der Gemeinschaftskabine entzündet, damit Thomas, die Schwester und die Dame Rose nicht im Dunkeln verbleiben müssen, während er an Deck geht.

Mit einem letzten Blick zu Thomas und sich kurz mit der Linken vergewissernd, daß sein Dolch noch dort ist, wo er ihn erwartet hatte, geht Wickham entschlossen an Deck.
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Vera
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Beitrag von Vera »

Thomas zuckt zusammen. Eine Hand liegt auf seiner Schulter und packt fest zu. Als er sich erschreckt umdreht sieht er wie Schwester Ilsegart mit verklärtem Blick hinter ihm steht und flüstert:
"Thomas, sollten wir nicht den schuldigen für diese gottlosen Ereignisse finden? In der Bibel steht doch die Geschichte mit Jonas. Werfen wir denjenigen einfach über Bord, und alles wird gut. Dann wird alles wieder gut, da bin ich mir sicher."
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

Wickham tritt aus der Tür zur Gemeinschaftkabine an Deck. Dort sieht er im Schein seiner Lampe den Medicus im Mantel und mit seinem Köfferchen stehen. Wickham nickt ihm zu und sagt: "Ja, die Luft hier draußen ist deutlich frischer als in der Kabine, nicht wahr Master Stratton?" Der Medicus nickt ebenfalls und antwortet: "Doch, doch! Das kann ich nur bestätigen. Aber die Luft hier ist auch deutlich feuchter, oder was ist Eure Meinung Master Wickham?" Wickham fühlt, wie seine Kleidung langsam etwas klamm wird und sagt: "Gut beobachtet, Master Stratton, es ist hier tatsächlich feucht, aber das wird wohl an der Nähe zum Wasser liegen." Der Medicus wechselt den Griff an seinem Köfferchen zur anderen Hand und bemerkt: "In der Tat, Master Wickham, so ist es wohl. Nicht jeder hätte vermutet, daß Euch dieser Schluß mit solcher Leichtigkeit gelang.".

Wickham hat inzwischen genug von dieser Konversation und leuchte mit seiner Laterne über das Deck...
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Tradain
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Beitrag von Tradain »

Als ich erwache wage ich es nicht mich zu rühren. Meine Augen öffnen sich, aber der Schrecken des Traumes hält mich immer noch gefangen. Wimmernd liege ich im Bett, während kalter Schweiß das Laken tränkt. Plötzlich wird die Tür zu Whickhams Kabine aufgerissen. Ich zucke zusammen und mache mich so klein wie möglich. Meine Augen versuchen sich an das Licht zu gewöhnen...aber ich erkenne nur schwer was auf mich zukommt...es ist groß und es scheint es auf mich abgesehen zu haben.Mein Magen krampft sich zusammen und meine Gliedmaßen fühlen sich kalt und taub an. Ich bin kreidebleich!
Jetzt steht es vor mir und baut sich bedrohlich auf. Panik steigt in mir auf, ich kneife die Augen zusammen und kreische.........!!!!!!!!!!!!
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Dor Kalach
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Beitrag von Dor Kalach »

Thomas wendet sich Sr. Ilsegard zu, will ihr gerade etwas erwiedern, als Rose anfängt zu schreien. Thomas dreht sich wieder um.
"Wehrte Ms. Rose, es droht keine Gefahr, hören Sie bitte auf zu schreien." Er legt seine Hand auf ihre Schulter und versucht sie so zu beruhigen.
Rose hört auf mit schreien und verstummt mit einem hörbaren Seufzer.
Thomas wendet sich wieder Ilsegard zu, ohne jedoch die Hand von Roses Schulter zu nehmen.
"Nun, den Schuldigen zu suchen wird sicher nötig sein, jedoch glaube ich nicht, dass Jonas uns hier helfen wird, hat er denn nicht überlebt, im Bauch eines Wales?
Zumal die Entscheidung, was mit dem Schuldigen, sofern wir ihn finden, passiert bei dem Kapitän liegt."

Sr. Ilsegard zieht die Stirn überlegend kraus.

Thomas wendet sich wieder Rose zu und setzt sich auf Ihre Bettkante.
"Beruhigt Euch, mir scheint ihr hattet einen bösen Traum, wie wir alle. Erzählt doch, was Euch wiederfuhr, solange wir unter uns sind und die Erinnerung nicht ganz verbalsst ist."

Thomas fühlt sich so nahe bei Rose sehr wohl und die Ereignisse der letzen Stunden scheinen unter diesem Gefühl zu verblassen.
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Tradain
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Beitrag von Tradain »

Langsam werde ich mir wieder der Realität bewußt. Eine bekannte Stimme spricht beruhigend auf mich ein....wer? Das weiß ich nicht. Aber eine sanfte Berührung an meiner Schulter läßt mich meine Vision verdrängen. Ich setze mich auf und versuche blinzelnd zu erkennen wer sich zu mir gesetzt hat.
" Thomas? Seid Ihr es? ....es tut mir leid wenn ich Euch erschreckt habe, aber ich hatte einen furchtbaren Traum! Ich war in einem dunklen Raum gefangen und meine Glieder gehorchten mir nicht mehr. Ich war Gefangene meines eigenen Körpers und furchtbare Panik überfiel mich! Am Ende glaubte ich eine Erschütterung zu spüren....ich bin so froh, daß es nun zu Ende ist!"
Ich streiche mir die schweißnassen Strähnen aus dem Gesicht und bemerke mein erbärmliches Aussehen. Schnell setze ich mich auf, schwinge meine Beine aus dem Bett und stehe auf. Ich ordne kurz meine Kleider und bemerke jetzt erst, das niemand ausser der Nonne und thomas in der Kabine ist.
" Aber wo sind denn alle anderen?"
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Daniel
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Beitrag von Daniel »

An Deck herrscht ein unerwartetes Durcheinander und Fackeln, als auch Öllampen, durchdringen das Dunkel der Nacht. Alle Seemänner sind damit beschäftigt eilends den Schaden auf Steuerbord und die damit eindringenden Wassermassen zu bekämpfen. Ein großes Loch klafft an der Reeling und es sieht fast so aus als hätte etwas an dem Schiff genagt. Bretter werden herbeigeschafft, Flüche ausgestoßen und der nackte Kampf ums Überleben läßt Wickham und Gareth erkennen, wie hilflos und allein sie auf dieser schwimmenden Insel der Menschlichkeit inmitten des schwarzen, sinnlosen Gesamten sind.

Nur Wortfetzen dringen aus dem Chaos an euer Ohr. So spricht man von "der Wal", "Bestimmung" oder "ein Fluch". War da das Bellen eine Hundes zu hören? Das Quaken einer Ente? Seile werden gespannt um die Bretter kurz in Position zu halten um dem Schiffszimmermann die Arbeit zu ermöglichen. Eine helfende Hand könnten die Matrosen jetzt wahrlich gebrauchen...
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Vera
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Beitrag von Vera »

Das Schiff neigt sich leicht zur Seite. Schwester Ilsegart kreischt hysterisch:
"Um Gottes Willen Thomas, so tun Sie doch was! Sie müssen den Schuldigen finden und ihn über Bord werfen! Bei der heiligen Jungfrau Maria, Thomas, Sie sind der einzige hier an Bord der noch wahren Glauben besitzt,", viel ruhiger, aber immer noch mit weit aufgerissenen, vor Wahnsinn blitzenden Augen fährt sie fort "Ich kümmere mich derweil auch um das Fräulein Rose".
Mit diesen Woren drängt sich Schwester Ilsegart mit einer Kraft die Thomas ihr nicht zugetraut hätte zwischen die beiden auf dem Bett kauerden Gestalten und legt schützend einen Arm um Rose' Schultern.
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

Wickham nimmt die Ernsthaftigkeit der Situation an Deck mit Bestürzung zur Kenntnis und eilt zur Tür der Gemeinschaftskabine. Er reißt die Türe auf und ruft Thomas, der sich bei dem Weibsvolk wohl zu deren Nervenstärkung aufhält, zu "Thomas, auf, jetzt hat es Eile! Die Lage erfordert praktische Hilfe an Deck und Du bist mehr als geeignet mit Hand anzulegen! Nun spute Dich!"

"Aye, Master Geoffrey!" sagt Thomas, dabei leicht indigniert zur Schwester Ilsegart blickend, "Ich kann etwas frische Luft gerade gut gebrauchen." und er eilt an Wickham, der immer noch in der offenen Türe steht, vorbei um sich an Deck nützlich zu machen.

Wickham, schließt die Türe wieder eilig und macht sich daran einen sicheren Weg zum Kapitän über das Deck zu finden...
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Daniel
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Beitrag von Daniel »

Trotz des Chaos an Bord ist es nicht schwer Clifford auszumachen. Er ist wie alle anderen damit beschäftigt das Leck zuzustopfen bevor der Kahn in die Tiefen sinkt. Er tut dies, indem er sich mit seiner gesamten Körperkraft gegen eine etwas größere Planke stemm, und so wahnwitzig versucht dem Druck des Meers standzuhalten.
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Lhankor Mhy
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Beitrag von Lhankor Mhy »

Wickham sieht den Kapitän bei seinen vergeblichen Bemühungen, löscht die Lampe und hängt sie sich an den Gurt des Dolches unter seinem Gewand - es ist ohnedies genug Licht durch die Seeleute mit Laternen an Deck. Dann packt er Thomas und - nach nur kurzem Zögern - auch den Medicus beim Arm und zerrt sie mit sich Richtung Vorderdeck zu einem schweren Faß, welches am vorderen Mast vertäut ist. Im Laufen auf dem immer mehr nach Steuerbord Schlagseite bekommenden Deck schreit Wickham den Beiden in seinem Schlepptau zu: Wir müssen sehen, daß das Wasser draußen bleibt. Kapitän Clifford benötigt Unterstützung: Du Thomas gehst sogleich zu ihm und hilfst ihm mit Deiner Körperkraft, während der Medicus und ich das schwere Faß dort lösen und zur Beschwernis jener Planke dort herüberwuchten wollen. Fort mit Dir! Hilf dem Kapitän!"

Wickham gibt Thomas einen aufmunternden Klaps auf die Schulter und dieser eilt zu der Stelle, wo Kapitän Clifford gegen die Urgewalt des Weltenmeeres mit seinen bloßen, sterblichen Händen anzukämpfen sucht.

Dieweil gelangen Wickham und der Medicus am Mast mit dem vertäuten Faß an. Wickham läßt den Arm des Medicus los und zieht seinen Dolch. "Gut, daß er von Thomas immer ordentlich scharf gehalten wird" denkt sich Wickham, als er in das Haltetau schneidet und dabei dem Medicus zuruft: Master Stratton, werft Euch mit aller Gewalt gegen das Faß, damit es nicht ohne Kontrolle über Bord gleitet und Euch oder anderen mitsich reißt. Ich löse nur den Knoten mit dem Dolch und lasse dann langsam am Seil die Spannung nach. Ihr solltet das Faß zu der am Bersten befindlichen Planke - ja, dort wo Ihr den Kapitän und Thomas gerade seht - dirigieren, während ich mich hier hinter dem Mast als Widerlager festklammere." Als ihn der Medicus zweifelnd anblickt, bricht es aus Wickham hervor: "Macht, um des Herrgott Willens, einmal, was man Euch sagt, sonst sind mehr Leute tot, als je Eurer Heilkunst zum Opfer fielen! - Setzt Euch in Bewegung, oder das Blut aller an Bord komme über Euch und ich persönlich werde Euch dafür richten.", mit düsterem Blick steckt Wickham den Dolch zurück und packt das Halteseil des Fasses mit beiden Händen.

Der Anblick Wickhams entschlossener Miene hat so garnichts mehr von dem leichtfertigen, verzogenen Adelssproß, als den Master Stratton ihn kennengelernt hat. Dem Medicus dämmert, daß Wickham ja Leutnant Wickham ist und als solcher möglicherweise mehr getan hat, als nur seine Ausgehuniform spazieren zu führen. Er tut wie ihm aufgetragen, doch nicht ohne mit einem Stück dünnen Seils seinen Koffer mit den heilkundlichen Utensilien an seinem Körper festzubinden. Dann packt auch er mit beiden Händen zu.

Das Deck ist erstaunlich rutschig und die Stelle, an der der Kapitän und Thomas sich gegen die Fluten stemmen ist eine halbe Decksbreite entfernt. Das schwere Faß löst sich leicht aus seiner Position. Viel zu leicht! Es rutscht! Von "Dirigieren" kann keine Rede mehr sein. Strattons Griff ist eisern. Er legt sein ganzes Gewicht, seine ganze Kraft hinein. Doch das Faß gleitet unberührt weiter. Der Medicus klammert sich nunmehr eher selbst an das Faß um nicht von Deck zu rutschen. Wickham stemmt seinen leichten Körper mit ganzer Macht gegen den Mast um das Faß zum Halt zu bringen, doch will es ihm nicht gelingen. Das rauhe Tau schneidet ihm tief und schmerzhaft in beide Handflächen, doch er kann nicht - darf nicht - nachlassen in seinem Bemühen, zuviel hängt davon ab.

Einen Fuß um den anderen rutscht das Faß auf dem schiefen nassen Deck zu der gähnenden ausgefransten Öffnung in der Reling, an deren Seiten die Seeleute ihr Bestes tun, das Schiff über Wasser zu halten. Master Stratton hat nur noch Augen für die Öffnung, die ihm einen kalten Tod verheißt. Seine Muskeln verkrampfen sich um die Befestigungstaue des Fasses, als ob er mit diesem Griff auch sein Leben in der Hand hält - was durchaus sein kann.

Ein schwerer Brecher fegt von Steuerbord über das schräge Deck und rauscht ungebremst hoch bis zum Mast an dem Wickham mit seinen Kräften schon jenseits der Grenze dessen, wozu man bei klarem Verstande fähig ist, sich gegen das Gewicht des Fasses stemmt. Plötzlich ist der beständige, schwere Zug der Last geringer. Wickham fällt nach hinten und rutscht an Deck wieder gegen den Mast. Die an seinem Gurt angehängte Lampe schießt unter dem splitternden Geräusch des berstenden Glases über das Deck ins schwarze Wasser, taucht unter, treibt noch einmal kurz auf und verschwindet dann für immer.

Die Woge, die über die Good Hope hereinbricht, läßt das Faß und auch den Medicus etwas auftreiben. Wickham, den Mast mit beiden Beinen umklammernd, zieht noch kräftiger an, mehr ahnend denn wissend, daß im Nachlassen des Auftriebs die Last umso stärker ziehen wird. Und richtig: im ablaufenden Wasser ist ihm, als ob ein Pferdegespann antrabt um ihm die Arme auszureißen. Handbreit um Handbreit gibt er nach. Das Seil frißt sich wie ein borstiger Wurm durch seine Hände und windet sich Zoll für Zoll aus seinem Griff.

Währenddessen nutzt Master Stratton den kurzen Auftrieb, um sich mit den Beinen schlagend aus der Lotrechten des Mastes zur Seite zu bewegen und dabei das Faß auch mehr auf die Seite des Kapitäns zu bekommen. Doch mit dem ablaufenden Wasser reißt es ihm die Beine weg. Er hängt am Halteseil und das bereits leicht seitlich hängende Faß rutscht - schneller als zuvor - wieder der zerstörten Reling entgegen. Da plötzlich spürt er etwas an seinem Fußknöchel. Er kann nicht sehen, was ihn da wie eine sich zuziehende Schlinge gepackt haben mag und tritt mit dem freien Bein um sich. Doch der Zug wird immer stärker. Unerbittlich wird er die Deckschräge hinab und zur Reling hingezogen. Das Faß -seinen Lebensanker - kann er nicht loslassen. Die Tritte scheinen nicht zu fruchten. Er ist einen Augenblick der Verzweiflung nahe, als er durch die Gischt und den tosenden Wind den harten Akzent Thomas' hört: "Nicht loslassen, mein Freund! Ich habe Euch, solange Ihr das Faß habt!"

Thomas zieht den inzwischen nicht mehr um sich tretenden Medikus wie eine menschliche Halteleine für das Faß auf seine Seite der Öffnung in der Reling. Das Faß schwenkt dabei mit und sobald es nahe genug für Thomas' langen Arme ist, packt er es und zieht es mit einem Ruck auf die Planke, die Kapitän Clifford am Bersten hindert. Das Faß wird dort von Kapitän Clifford und einem Matrosen gekonnt vertäut, bis der Schiffszimmermann dort zur Hilfe kommen kann. Thomas löst behutsam den verkrampften Griff des Medicus vom Seil und läßt ihn in Kapitän Cliffords Obhut zurück.

Er kämpft sich seitlich die Deckschräge hinauf und hangelt sich zum Mast, an dem sich Wickham mit beiden Beinen und einem Arm festgeklammert hat. Kaum bei Wickham angekommen, sieht Thomas mit Entsetzen, daß beide Unterarme Wickhams blutüberströmt sind. Wickhams Blick ist etwas getrübt und er wirkt, als fiele er bald in Ohnmacht. Thomas überlegt, was zu tun ist, und schreitet dann entschlossen zur Tat...
Zuletzt geändert von Lhankor Mhy am Mo Jun 02, 2003 2:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Dor Kalach
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Beitrag von Dor Kalach »

Thomas stürzt zu seinem Herrn und reisst sich das ohnehin schon zerschlitzte Hemd auseinander. Er verbindet mit festem Zug die Hände und Unterarme seines Herrn; kein leichtes Unterfangen, halbschräg hängend, sich mit einem Fuß festklammernd und mit der anderen Hand seinen Herrn stützend.

"Master, kommt zu Euch, nehmt Euch zusammen, der Kampf ist noch nicht vorbei!"

Erst jetzt realisiert Thomas, dass ja ein Medicus, oder zumindest etwas ähnliches an Bod ist, der die Wunden seines Herrn bei Gelegenheit in Augenschein nehmen sollte. Doch nun, weider zum Kampf, wo tut es Not?
Thomas blick sich um...
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The Dodger
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Beitrag von The Dodger »

Einen Moment lang ist Gareth schwarz vor Augen. Mit einer plötzlichen Klarheit überflutet ihn die Erkenntnis, wie nahe er gerade dem Tod in den reißenden Fluten des Meeres war, und diese Woge der Erkenntnis reißt ihn in ein Meer der Schwärze seiner Gedanken…
“Stratton!“ Cliffords Ruf reißt ihn wieder in die Realität zurück. “Stratton, verdammt noch mal, stehen Sie hier nicht dumm im Weg rum, sondern tun Sie was oder gehen Sie wenigstens aus dem Weg!“

Es dauert eine Weile, bis sich Gareths Blick klärt, und Thomas gibt ihm auch kaum die Zeit dazu, sondern ruft ihn dringlich zu sich. Gareth erblickt auch sogleich den Grund für Thomas’ Eile, Wickham lehnt halblebig, wenn nicht sogar schon ohnmächtig, am Mast, seine Arme blutüberströmt, die Hände mit improvisierten, mittlerweile blutdurchtränkten Verbänden umwickelt. So schnell wie möglich eilt Gareth zu ihnen, und signalisiert Thomas, dass man Wickham in die Kabine bringen solle. Dessen Augen sind bereits glasig, er murmelt noch einige unverständliche Worte zu Thomas und verliert dann das Bewußtsein. Mühsam bringen Thomas und Gareth Wickham in seine Kabine, Thomas legt ihn auf seine Koje, wirft Gareth einen bedeutungsvollen Blick zu und stürmt dann wieder aus der Kabine.

Gedankenverloren betrachtet Gareth den vor ihm liegende Wickham. Einmal tief durchatmend, um seine Konzentration wiederzuerlangen, knotet er sein Köfferchen los, stellt es vor die Koje auf den Boden und kramt eine Schere heraus, mit der er sorgfältig den improvisierten Verband entfernt. Anschließend reinigt er mit einem feuchten Tuch die Wunde. Das Seil hatte sich tief in Wickhams Handflächen gegraben und tiefe Wunden gerissen. Gareth beginnt die Wunde mit Alkohol zu desinfizieren, und verbindet sie danach schnell, jedoch sorgfältig wieder. Zufrieden mit seinem eiligen Werk betrachtet er Wickhams reglose Gestalt. Zum ersten Mal seit er ihm kennen gelernt hat, betrachtet er Wickham nicht mit Verachtung oder Wut, sondern mit Respekt. Er hätte nicht erwartet, dass Wickham so viel riskieren würde, um das Schiff zu retten. Und irgendwie hatte Wickham ja auch ihn gerettet. Warum mussten so oft Notsituationen eintreten, um das Gute in den Menschen zum Vorschein zu bringen? Und warum war es ebenso oft so schnell wieder verschwunden, wie es zum Vorschein kam? Wahrscheinlich hätte sich Wickham gar nicht von Gareth versorgen lassen, wäre er bei Bewußtsein gewesen, sondern hätte es vorgezogen, sich von Schwester Ilsegart verbinden zu lassen, die sich noch immer nicht gefasst zu haben schien. Jedenfalls hatte sie auf Gareth keinen stabilen Eindruck gemacht, als er und Thomas Wickham an ihr vorbeigeschleift hatten. Ebenso wenig wie Rose. Gareths Gedanken kreisen einige Augenblicke um die schöne Frau, kehren dann aber zu Wickham zurück. ’Warum musst du so ein feudalistischer Bastard sein?’ Trübsinnig sieht Gareth ins Leere und trinkt einen Schluck aus der Flasche mit dem Scotch, den er zum Desinfizieren verwendet hat, bevor er damit seine eigenen Hände versorgt. Mit einem letzen kurzen Blick auf Wickham verlässt er dessen Kabine.

In der Passagierskabine sind noch immer nur Rose und Schwester Ilsegart. Rose hat das Gesicht in den Gewändern der Nonne vergraben, die einen Arm um sie gelegt hat und beruhigende Worte spricht. Jedenfalls sollen es die biblischen Verse wohl sein. Gareth mustert die Szenerie, und die Schwester im Besonderen. ’Wie gut für dich, dass du so weite Kleidung trägst’ denkt er grimmig, funkelt sie im Vorbeigehen kurz an und ist auch schon wieder draußen auf Deck.
Zuletzt geändert von The Dodger am So Jun 01, 2003 23:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Daniel
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Beitrag von Daniel »

Die heroische Aktion der drei männlichen Passagiere, insbesondere das aufopferungvolle und ideenreiche Handeln Wickhams als auch der turbulente und gefährliche Körpereinsatz Strattons, ist von Erfolg gekrönt. So verlagert sich die Konzentration der Mannschaft teilweise von dem notdürftig verrammelten Loch auf Steuerbord auf eine der vier Kanonen, die durch die Reeling gebrochen ist und ins Meer zu kippen droht. Unter dem Kommando von Cort McGunns "zu...gleich!" mühen die jungen Seemänner sich vergeblich ab. Weitere Matrosen schaufeln unter der Regie von Sid Barnett Eimer voll Wasser aus dem Schiff um es vor größerem Schaden zu bewahren. Doch da der Schiffszimmermann Seamus Quinn seine Arbeit noch nicht vollendet hat fehlen auch für dieses Unterfangen Helfer an allen Enden.

Der Gesamtschaden am Schiff ist bei der Dunkelheit noch nicht voll zu überblicken und der Kapitän macht sich bereits daran mit einer Fackel kritische Stellen abzuleuchten und nach Lecks abzusuchen. Während er nach Backbord geht sieht man im Fackelschien sein Fernrohr im Gürtel stecken. Recht unerwartet und abrupt biegt er zum hinteren Teil der 'Good Hope' ab...

Wickhams Heldenmut hatte einen Preis und so wird der tapferen Leutnant wohl noch länger ohne Bewußtsein sein. Aber auch Strattons Hände sind zerschlissen und das Salzwasser brennt wie weiße Kohlen. Aber jetzt ist immer noch Tapferkeit und Durchaltevermögen gefragt und die Passagiere sollten ihre Kräfte auf eine gemeinsame Tat konzentriern. Welche Tat das ist? Wir werden sehen...
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Dor Kalach
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Beitrag von Dor Kalach »

Thomas blickt Stratton an. Tu wenigstens einmal was nützliches denkt er und stürmt wieder nach draussen an Deck. Es ist wichtiger das Schiff zu retten als an Wickhams Seite zu stehen, denn wenn das Schiff geht, gehen alle und meinem Herrn kann ich nun sowieso nicht helfen. Das obliegt nun dem, der sich in solchen Dingen auskennen sollte.

An Deck sieht Thomas die Matrosen, die kurz davor stehen, die Kanone an die Tiefen des Meeres zu verlieren. Er reisst sich ein Stück eines herabhängenden Segeltuches ab, wickelt es sich (mittlerweile klüger, nach Wickhams Wunden) um die Hände und wirft sich mit voller Kraft in das Seil der Kanone. Nach einigen weiteren "zu Gleich..." gelingt es der Mannschaft, das gute Stück wieder voll an Deck zu ziehen.
Quinn eilt herbei und befestigt die Kanone mit zusätzlichen Seilen und Latten, die er Rücksichtslos in den Schiffsboden heftet.

Thomas spürt, dass die Gefahr zwar kleiner, aber immer noch anwesend ist. Er schaut sich um und sieht in den Augenwinkeln den Kapitän gen Achtern ziehen.

Sollte auch dort ein Leck sein?
Thomas bewegt sich trotz des Seegangs relativ schnell und sicher dem Kapitän hinterher.
Das Gesicht des Kapitäns lässt unschöne Dinge am Ende der Good Hope vermuten.
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