Ein Neuling überlegt...

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Helge
Illuminatus maior
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Beitrag von Helge »

Hi Ursula,

Dein Glück, dass Du Palaver entdeckt hast... es gibt ganz andere Rollenspieler und auch solche Vereine, die ich nicht mal den Wesen, die ich am meisten verabscheue, empfehlen würde.

Meine erste Begegnung mit RSPs war im Sommer '87 als mir beim Relaxen im Schwimmbad eine DSA-Werbung in einem Fantasy-Roman auffiel.
Hab dann ein paar Freunde aus der Nachbarschaft und meinen Abi-Kursen zusammen getrommelt, nachdem es mir gelungen ist, die Grundbox über die Buchhandlung meines Vertrauens zu erstehen (sehr spartanische Ausstattung).
Habe trotz der zweiten Box dann sofort angefangen eigene Regeln und Abenteuer zu schreiben, weil mir das alles irgendwo hinkte und hakte.
Ein Freund kaufte sich dann irgendwie Traveller (aus heutiger Sicht sind die Regeln so dermaßen ungenügend...), ohne Grade, rein Fertigkeits-basiert und mit einer geradezu endlos weiten Welt (eine große Leidenschaft bis heute).
Traveller und das neu entdeckte Midgard hab' ich dann mit in die Zivi-Zeit genommen, wo's weitgehend brach lag... Krankenschwesternschülerinnen und Goth-Discos waren da deutlich interessanter.
:oops:

Danach begann das Studium - und plötzlich gab's auch andere Leute, die so was kannten (ich komm' aus der tiefsten hessischen Provinz, wo die Leute nur deswegen wissen, das die Mauer weg ist, weil ihnen Hühner aus dem Garten nach Thüringen abgehauen sind - frag' Vera und Daniel, die kennen die Gegend ja seit der letzten Cthulhu Con ein wenig).
Im Herbst '91 haben ein paar Bio-Erstis dann zusammen eine Midgard-Runde gegründet - alle maßgeblichen Gründungsmitglieder spielen heute noch mit.
Ein Kumpel, der so '92 oder '93 eingestiegen ist, spielt imer noch den selben Charakter (in der Runde spielen wir auch nur 6 - 8 mal im Jahr)!
Experimente mit Shadowrun, Cyberpunk, Vampire und Cthulhu folgten
Und was nun das "Reinkommen" in den Charakter angeht - kann ich mich nur den meisten meiner Vorautoren nur anschließen:
man muss erst einmal mit verschiedenen Mechanismen vertraut werden, eine neue Sichtweise und neue Handlungsspielräume erkunden/erlernen.
Und die Thematik muss natürlich stimmen - es gibt verschiedene Themen, die mich ums Verrecken nicht interessieren (wollte nie ein Typ sein, der sich einmal im Monat jaulend unterm Mond kauert, hinter Autos her rennt und dann beim Duschen den Abfluss verstopft), Vampire haben überhaupt keine Anziehungskraft mehr.
Und die Chemie in der Gruppe, aber die stimmt in BC ja...

Viele Grüße und viel Spaß beim Spielen...

H.
Duct tape is like the force. It has a light side, a dark side, and it holds the universe together!

Insanity is overrated!
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Christoph
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Beitrag von Christoph »

Ok, wenn hier alle alle Karten auf den Tisch liegen, dann kommt hier auch mein "Blatt"

1993 wurde ich von ein paar Klassenkameraden gefragt, ob ich nicht mal etwas mitspielen wollte, dass "Rollenspiel" heißt und bei dem man Kämpfen und so kann. Da ich zu diesem Zeitpunkt intensivste LEGO-Schlachterfahrung hatte, war ich ihr Mann und startete mit einer Amazone - mir heute vollkommen unbegreiflich, warum eine Amazone? - in mein erstes DSA Abenteuer aus der Orklandbox. Leider war der SL nicht wirklich gut, auch für damalige Verhältnisse nicht :roll:

Nach dem zweiten Abenteuer wusste ich, dass ich das auch kann und mein Fantasyrollenspiel namens "Albiron" ward geboren, dessen Regelwerk sehr DSA-lastig war (Geklaut war es!) und deren Hintergrundwelt ... naja, ich war geprägt durch die klassischen Fantasywerke wie HdR, Feist, Hohlbein (*hüstel*) und allem mehr, was die Bücherei so hergab. Eine Spielrunde war schnell zusammen getrommelt und fortan zogen bis ins Jahr 1995 jeden Samstag von 14 bis 18 Uhr die tapferen Recken durch das Albenland ("Wörtliche" Übersetzung von Albrion.), erlebten Abenteuer und entwickelten sich zu reinen Schlachtenbummlern. In diesen 2 Jahren entwickelte sich die Welt und das System,- auch dank anderer Lektüre, wachsenden Alters und einige Ausflüge in andere Welten wie Midgard, AD&D, Shadowrun und irgend ein System, dessen Name ich nicht behalten habe - zu etwas durchaus eigenem und reifte. Ab 1996 kam dann ein weiteres eigenes Spiel hinzu, das Cyberpunkspiel ASTRA 19, das in meiner Gruppe gut ankam, konnte man doch rumballern und ganz schnell ganz, ganz viele NSCs töten. Albiron wurde durch Astra abgelöst.
1997 zog ich um nach Kempten, aber nicht ohne vorher meinen ersten eigenen Con bei uns im Garten ab zu halten, wo ich ein ganzes Wochenende meine Albiornkampagne zu Ende brachte und ganz unbescheiden die komplette Spielwelt in die Apokalypse schickte ;)

Im Oktober ´97 zog ich nach Kempten und war, ähnlich wie Helge, Nerd unter komischen Leuten, die von Rollenspiel noch nie nicht etwas gehört hatten. MAGIC war aber groß angesagt, ein Spiel, das ich übrigens nie kapiert habe. Das rettete wohl meinen Geldbeutel.
Also zog ich die Magic-Spieler in den Tabletop mit hinein und nach den ersten Spielen WARHAMMER waren sie auch bereit, ALBIRON aus zu probieren. Das lief ein halbes Jahr gut, bis ich den Fehler machte, ihnen ASTRA vor zu stellen, das innerhalb von vier Wochen zum Kultspiel avancierte, so dass ich manchmal an meinen Spielabenden 9 Spieler am Tisch sitzen hatte, von denen ich 4 eingeladen hatte und 3 nicht kannte, weil sie von meinen Spielern mitgebracht wurde. Wenn man in der Stadt von wildfremden Leuten mit "Schießt ihn in den Kopf!" begrüßt wird, die das über den ganzen Marktplatz brüllen, kreischen und begeistert winken, dann wisst ihr, dass ihr etwas falsch gemacht habt. :wink:
Ab dem Jahr 2000 begann dann meine große Schaffenszeit *g* Innerhalb von vier Monaten überarbeitete ich ASTRA komplett und schaffte es, 5 verschiedenen Regelsystem zu erfinden und zu testen... und das war nur der Anfang. Mir spukte seit Monaten die Idee für eine gigantische Fantasykampagne im Kopf herum - ich hatte mal wieder Feist gelesen ;) - für die ich eine Welt und ein System erschuf, das den Arbeitstitel QUEST erhielt und meine Gruppe 20 Monate jede Woche - oft mehrmals die Woche - an den Spieltisch und die Geschichte um den Kontinent Naab fesselte. Das war richtig, richtig gut. Nebenher wurden einige Runden ASTRA gespielt und ein Rollenspielverein gegründet, der mir für viele Jahre unglaublich viel Spaß brachte und die Möglichkeit, in diverse System zu schnuppern. So hatte ich das "Glück" in diesem Verein meine Aversionen gegen Shadowrun (Lag an den Sls) und Vampire (Lag an den Sls) aus zu bauen, Werewolf (Lag am Sl) hassen zu lernen, keinen Midgardcharakter - es waren 6 Stück und alle sehr schöne Charaktere - dummerweise wurde darauf in den Abenteuer nicht Wert gelegt sondern auf Waffen und Muskeln - über Grad 1 zu bringen und einen Menschen kennen zu lernen, der mir den Weg in den Steampunk zeigte.

2001 zog ich von daheim aus und war nur noch am WE daheim, was unter der Woche zu einem erschreckenden Output an Artilen und dergleichen für die Anduin führte, die wir zwei Jahre zuvor gegründet hatten. Am Wochenende zockten wir weiter Quest und drei weitere Systemumstellungen trieben meine Spieler in den Wahnsinn. (Ihr müsst nur mal den Weini drauf ansprechen, das ist ein Höllenspaß *g*)
Im selben Jahr entdeckte ich mit jenem oben genannten Mensch etwa zeitgleich unsere Liebe zu Cthulhu und meine Zeit als Systemschnupperer begann. Als stellvertretender Chefredax der Anduin schwurbelte monatlich ein Paket mit Rezirollenspielen bei mir vorbei, in dem sich solche Exoten wie Unknown Armies - spielte ich das erste Mal 2002 im Februar - und Endland befanden, aber das Engel, DSA4 und so weiter und so fort. Tja, Ebay machte es möglich, eine eigene Sammlung an zu legen, die inzwischen recht erklecklich ist und ein paar Schätze beinhaltet (*Ätsch Schrader! 1st Edit!!*) und jede Menge Müll. :wink: Meiner letzten Zählung nach dürfte ich über knapp 100 GRW verfügen und diverse unzählbare Quellenbücher...
Ich spielte in diesem Jahr etwa 25 verschiedene Systeme an, darunter Deadlands, GURPS, Kult, Hunter, Harnmaster, Glorantha, Serials und tonnen mehr.

In den letzten Jahren habe ich ca 8 Spiele entwickelt und erfunden, von denen ich nicht mal alle probegespielt habe und eines ganz, ganz lieb gewonnen habe. ;) 2004 habe ich mein erstes Abenteuer bei einem Verlag veröffentlicht und seitdem geht es mit meiner Freizeit bergab. Die letzten 18 Monate waren sehr tubulent, aber die nächsten 18 werden es noch mehr werden. Manchmal habe ich das Gefühl, zu sehr in dieser Szene zu sein und andere wichtige Bereiche meines Lebens zu vernachlässigen (Nicht die Körperhygiene!!!). Aber es macht Spaß, vor allem das alles, was um das Spielen herum geschieht *g*

Ich bin als Nerd gebohren, als unterdrückter Nerd aufgewachsen (Nice try, mom! Ich weiß das zu schätzen. ;) ) und entwickele mich jeden Tag zu einem Größeren. Ausgewachsen bin ich in diesen Hinsicht noch nicht

Ursula, ließ dich ein in ein System deiner Wahl, schnuppere nebenbei herum, schau bei Ebay oder in Kisten herum,... und wage dann irgendwann den Schritt, zu leiten.

That´s my story. Mehr wollt ihr gar nicht wissen. :roll:
Halbwissen macht frech!

Lasst Rollenspieler die Welt retten - Wir haben in sowas praktische Erfahrung.

“That's one of the remarkable things about life. It's never so bad that it can't get worse.”
-Calvin-
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Tranton
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Beitrag von Tranton »

Der große Unterschied zwischen der großen Mehrheit von uns und dir ist, dass wir alle mit einer kleinen überschaubaren Gruppe angefangen haben.

Eine Gruppe mit einem Meister und einem System.
Die meisten werden in diesem "Kastel" mehrere Jahre gespielt haben, bevor sie sich auf neue Systeme Meister Spieler einstellen "mussten".

Du bekommst bei uns gleich die volle Packung! Viele fremde Leute, verschiedene Meister, "komische" Systeme die gespielt werden.
Dafür hast du die Chance die Anfangsphase zu beeschleunigen, auf sehr viel mehr Wissen und Erfahrungen zurückgreifen kannst, wie wir damals.

Ich habe grob 1991 mit DSA angefangen. Der Durchbruch kam dann aber für mich im Rahmen einer Projektwoche, bei der Rollenspiel von älteren Schülern angeboten wurde.
Wir haben also bei einem erfahrenen Meister ein sehr interessantes AD&D Abenteuer gespielt (ich kann mich noch heute an fast alle Einzelheiten erinnern ;) ). Den Meister habe ich dann auf der letzten Silvesterhütte von Palaver wieder getroffen ^^.
Einer aus meiner Klasse fing dann auch selbst mit meistern an und ich hatte meinen ersten Charakter.
Seit 1995 meistere ich dann selber. Die Gruppe besteht noch heute und ich habe gestern wieder in meiner alten Heimat geleitet. Das war die 42 Session dieser Kampagen und damit davor gab es noch eine andere Kampagen mit ca. 20 Sessions.
Von meinen Spielern haben dann auch wieder 3 eigene Gruppen eröffnet.

Zwar habe ich dann so um 1997 über das Jugendzentrum enige neue Systeme kennengelernt, der ware Rollenspiel "Quantensprung" habe ich dann aber vor knapp 2 Jahren bei Palaver erlebt.
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Ursula
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Beitrag von Ursula »

Hey, genial, eure Berichte! :D

Beim Stichwort "Quest" fällt mir was ein: Was ist mit Play-by-eMail-Rollenspielen? Da habe ich etliche Zeit beim Deutschen Quest gespielt (Peter Stevens) bis der es sich mit den Kunden verscherzt hat und ich glaube inzwischen hat er es auch eingestellt. :? War aber schon schön, solange die eMails zwischen den Spielern auf Rollenspielebene blieben.

Danach habe ich beim Australischen Quest mitgemacht, aber da tat sich rollenspielmäßig fast gar nix mit den Mitspielern, also bin ich wieder ausgestiegen.

Zuletzt war es dann Eressea, eher ein Strategie-Rollenspielmix, mit ein paar "alten" Questlern, mein Katzenvolk war da schon fast legendär (klein, ohne eine einzige Waffe, und hat trotzdem eine halbe Insel besessen) - bis ich irgendwann auch aus Rollenspiel-tut-sich-nix-mehr-Gründen aufgehört habe.
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Evil Gretchen
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Beitrag von Evil Gretchen »

Tranton hat geschrieben:Der große Unterschied zwischen der großen Mehrheit von uns und dir ist, dass wir alle mit einer kleinen überschaubaren Gruppe angefangen haben.
Liebe Ursula, ich habe mein erstes Rollenspiel auch beim Verein gespielt.
Dazu gekommen bin ich dank Ritzi, dem lieben Vereinssklaven, der damals noch in meiner Klasse war.
Wir haben zusammen Musik geschwänzt, und er hat angefangen mir davon zu erzählen. Und letztendlich hat er mich gefragt, ob ich nicht auch einmal mitkommen möchte.
Ein halbes Jahr später hab ich mich dann getraut (mit viel Überwindung meiner wahnsinnigen Schüchternheit) und bin an einem Donnerstag abend ins Tuvalu gegangen.
Und ich sah Männer, die alle älter als ich waren, und Bier tranken.
Tja, ich war zu feige, wieder zu gehen, und Björn (den ich von Donaufahrt her kannte) hat mir dann die Angst genommen. An diesem Abend habe ich dann Deadlands gespielt. Beim nächsten Mal Cthulhu.
Und dann fast jeden Donnerstag etwas neues, was mich anfangs auch ein wenig erschlagen hat, aber viel Spaß gemacht hat. So, und jetzt bin ich da, wo ich bin, und habe keine Angst mehr vor den alten Bier-trinkenden Männern ;)
Ich bin nicht das Subjekt dieses Satzes
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Dor Kalach
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Beitrag von Dor Kalach »

... das beruhigt mich aber, lieblingsAnne...

Hallo Ursula,
wir kennen uns glaub ich zwar noch nicht, was dich aber nciht vor meinem Kommentar schützt.. Auch ich kam damals direkt ind en (frischgegründeten) Verein und durfte gleich mitspielen...

DSA (Orkland) war damals angesagt und ich hab es geschafft, meine ersten beiden DSA Chars direkt umzubringen... seither mag ich kein DSA mehr *gg* ich hab mich dann im verein weiter mit mehreren Spielen beschäftigt, und ich bin noch lange nicht durch...

Sei froh dass du den HaufenN Verein da hast.. und lass dir Zeit, deinen Platz und deine Systeme zu finden. UND: Habe immer ein Offenes Ohr für neues.
Ich habe das Herz eines kleinen Mädchens.
Es steht in einem Glas auf meinem Schreibtisch
--
"The difference between the almost right word & the right word is really a large matter--it's the difference between the lightning bug and the lightning."
"Der Unterschied zwischen den beinahe richtigen Worten und den richtigen ist von großer Bedeutung. -- Es ist der Unterschied zwischen dem Glühwürmchen und dem Blitz ."
Mark Twain - Letter to George Bainton, 10/15/1888
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Christoph
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Beitrag von Christoph »

Oja,... die Orklandtriologie.... "In Erinnerungen schwelg"
Halbwissen macht frech!

Lasst Rollenspieler die Welt retten - Wir haben in sowas praktische Erfahrung.

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